Meditation
Die Mystiker des indischen Subkontinents, die der Sufis sowie die des europäischen Mittelaltes werden gerne als in von Gott ergriffener Verzückung dargestellt. Sonst kennen wir Ekstase eher als Drogenrausch, im Sex oder Verliebtsein. Innere Ekstase ist jedoch ein natürlicher Zustand der Selbst- und Weltwahrnehmung, der leider durch unsere Bildung und das übliche Benimm-dich verstellt ist.
Die biografisch entstandene Ich-Gestalt unseres Selbstbewusstseins hindert uns daran, uns dieser natürlichen Ekstase der Lebendigkeit hinzugeben, wie Kinder sie oft noch haben im fröhlichen Spiel – wissend, dass es nur Spiel ist und noch nicht der Ernst des Lebens. Wir Erwachsene erstarren zu leicht in diesem Ernst-des-Lebens mit all seinen Anforderungen und vergessen dabei, dass es ein Gesellschaftsspiel ist, das der jeweilige Mainstream mit seinem Benimm-dich aufrecht hält.
Es gibt jedoch auch für uns Erwachsene Fenster zum Himmel. Durch sie können wir nicht nur ins Unendliche hineinschauen, sondern erkennen, dass wir es sind.
Liebe, Sex, Spiel, Tanz und Abschied sind solche Fenster zum Himmel. In der Verliebtheit möchten wir die ganze Welt umarmen. Im Sex verströmen wir uns und sterben genussvoll einen kleinen Tod. Im Spiel wissen wir wieder, dass unsere Gestalt eine Fiktion ist. Humor hilft uns zu erkennen, dass wir Joker sind, im Kartenspiel sind das die Trümpfe, dann versinken wir nicht im Selbstmitleid über unsere tragische Existenz. Als Tanzende wissen wir wieder, dass die Gegensätze einander bedingen und in der Mitte zwischen allen ruhen wir als das alles in sich enthaltende Subjekt. Im Verabschieden lassen wir trauernd / frohen Mutes los, genießen die Vergänglichkeit und können so auch den Großen Abschied von allem willkommen heißen.
Ankommen bei sich selbst
Meditation, Achtsamkeit, in sich ruhen, bei sich sein. Sati hat es der Buddha damals in seiner Sprache genannt. Können wir heute noch etwas damit anfangen?
In meinen aktuellen Gruppen und den Einzelcoachings mit Menschen aller Altersgruppen geht es immer auch darum: Wo bin ich zuhause? Bin ich wirklich da? Bei mir im Körper, in meinen Beziehungen und mit den von mir gewählten oder mir zugefallenen Aufgaben. Bin ich imstande mich dort einzunisten im Bewusstsein, dass ich mich eines Tages auch wieder ausnisten muss, spätestens bei meinem Tod?
Fokus und Weitwinkel
Die zentrale Aufforderung der europäischen Philosophie von der Antike bis in die Renaissance ist: Mensch, erkenne dich selbst! In ihr ist die Frage nach der Heimat verborgen. Auch in »Wer bin ich?«, dieser zentralen und einzigen Frage von Ramana, dem berühmten Weisen vom Arunachala-Berg in Südindien, ist die Frage nach der Beheimatung verborgen. Vor dem Hintergrund des Unendlichen, in dem es keinen Halt mehr gibt, verwandelt sich diese Frage in: »Wo bin ich?«. Wo bin ich jetzt gerade mit meiner Aufmerksamkeit? Das bringt mich körperlich und geistig ins Hier & Jetzt. Nebenbei fällt dann auch das sich Konzentrieren leichter. Mein sonst so wirr schweifender Geist kann mit der Frage nach dem Wo nun fokussieren. Und er kann auch zum Weitwinkel übergehen, der dann ein Objekt nicht mehr als etwas Abgesondertes, Singuläres erfasst, sondern es zusammen mit seiner Umgebung sieht, im Kontext. Oder noch weiter: ein Blick, der alles sieht, das Ganze, und darin auch mich selbst, das Subjekt.
Liebe, Geburt und Tod sind das, was uns am tiefsten berührt. Da sind wir zutiefst verletzlich, aber auch zu den höchsten Ekstasen fähig. Gerade hier, wo es ‚ans Eingemachte‘ geht, ist Humor als ein wunderbarer Erkenntnisweg. Vor allem der Humor im Umgang mit sich selbst und den eigenen Unzulänglichkeiten.
Selbstausdehnung
Ein ebenso wichtiger Erkenntnisweg ist die Empathie im Umgang mit unseren Mitmenschen und unserer natürlichen Umwelt. Empathie als Praxis der Selbstausdehnung, wie sie zum Beispiel Joanna Macy lehrt. Damit ist eine Meditation gemeint, bei der sich das Selbst auf alles ausdehnt, was uns umgibt. Auf alles, wirklich alles, denn: Auch das bin ich! Diese Meditation kann sich wie ein Muskel, den wir trainieren können, auch auf des kleine Ich zurückziehen, das in diesem fragilen, sterblichen Körper wohnt und in dieser verletzlichen Psyche und sich dort manchmal schützen muss. Die Fähigkeit zu diesem Zoom auf sich selbst ist ebenso wichtig wie die zum Weitwinkel, der alles umfasst – und beides lässt sich üben.
Selbstausdehnungsmeditation
Seminare im Upleven ‚Hotel der Stille‘
Regelmäßig bin ich im Upleven „Hotel der Stille“ und gebe an diesem wunderschönen Ort auf dem Deich, mit Blick in die Unendlichkeit des Meeres, das Seminar Wie finde ich den roten Faden? Entlang welcher Linie soll es weitergehen in meinem Leben? Für mich, ein Mensch unter Menschen, der oder die ich Altes loslassen möchte, das Neue aber bisher nur ahne. Hab ich den Mut, mich dafür zu entscheiden? Wie kann ich als mich selbst Erkennende/r das notwendig zu Erledigende mit dem Unverfügbaren, mit Meditation und bedingungsloser Liebe in Einklang bringen? Wie kann ich mich an diesem Wendepunkt in meinem Leben dafür entscheiden – jetzt?
Der nächste Termin ist vom 06. bis 08. Februar 2026.
Vom 21. bis 26. April 2026 bin ich zudem mit einem neuen Format im Upleven, wo es um das gemeinsame Eintauchen in die ekstatische Stille geht.
Weitere Veranstaltungen:
Nachfolgend findest du einen Überblick über die nächsten Veranstaltungen. Die komplette Übersicht findest du hier.
Gemeinschaft, was ist das?
Am Fr, 20. Februar von 15 bis 17 h treffen wir uns in Greven, Aldruper Brink 75, zu einem Gesprächskreis über Gemeinschaft in diesem inzwischen nicht mehr ganz so leeren Raum, wie auf diesem Bild: Wir treffen uns hier zu einem Gespräch über die folgenden Fragen: Lebst du lieber allein oder in...
Heimat finden vor dem Hintergrund des Unendlichen
Vom 02. bis 05. März 2026 bin ich wieder im Gästehaus der Benediktiner-Abtei Münsterschwarzach bei Würzburg. Für das dreitägige Seminar, in dem es um das Halt und Heimat finden im Endlichen geht – vor dem Hintergrund des Unendlichen, Unverfügbaren, Göttlichen. Bin ich schon angekommen in mir...
Ekstatisch leben
Ein Wochenend-Workshop in Berlin vom 13. bis 15. März, Machen wir uns beim Lachen zum Affen? Oder ist gerade das Lachenkönnen über die Absurdität des menschlichen Lebens ein Zeichen von Weisheit und geistiger Freiheit? In meinen Ekstatisch-leben-Seminaren zeige ich, wie die uralte Tradition des...
Ekstatische Stille
21. bis 26. April:Die Ekstase durch Selbstbeobachtung in der Stille, die ich als 23-jähriger in einem Vipassana-Kloster in Thailand erfuhr, war für mich der Beginn eines Lebens, das um die Fähigkeit kreiste, durch Gewahrsein unabhängiger zu werden von äußeren Umständen. Zentrierter zu werden,...
Ekstatisch leben
Ein Workshop in Stuttgart vom 28. bis 31. Mai, Machen wir uns beim Lachen zum Affen? Oder ist gerade das Lachenkönnen über die Absurdität des menschlichen Lebens ein Zeichen von Weisheit und geistiger Freiheit? In meinen Ekstatisch-leben-Seminaren zeige ich, wie die uralte Tradition des Crazy...
Ekstatisch leben
Ein Wochenend-Workshop in Bischofsgrün bei Bayreuth vom 20. bis 21. Juni Machen wir uns beim Lachen zum Affen? Oder ist gerade das Lachenkönnen über die Absurdität des menschlichen Lebens ein Zeichen von Weisheit und geistiger Freiheit? In meinen Ekstatisch-leben-Seminaren zeige ich, wie die...
Ekstatisch leben
Workshop auf Gut Frohberg bei Meißen (Dresden) - Sich zeigen, um gesehen zu werden Dieses Ekstatisch-leben-Seminar ist neben dem Ende Mai in Stuttgart das einzige unserer EL-Seminare im Jahreszyklus 2026, das über drei Tage geht, und es hat noch weitere zwei Besonderheiten: Es ist ein...
Ekstatisch leben
Ein Wochenend-Workshop in Heidelberg vom 11. bis 13. September Machen wir uns beim Lachen zum Affen? Oder ist gerade das Lachenkönnen über die Absurdität des menschlichen Lebens ein Zeichen von Weisheit und geistiger Freiheit? In meinen Ekstatisch-leben-Seminaren zeige ich, wie die uralte...
Ekstatisch leben
Ein Wochenend-Workshop in München vom 26. bis 27. September Machen wir uns beim Lachen zum Affen? Oder ist gerade das Lachenkönnen über die Absurdität des menschlichen Lebens ein Zeichen von Weisheit und geistiger Freiheit? In meinen Ekstatisch-leben-Seminaren zeige ich, wie die uralte Tradition...
Ekstatisch leben
Ein Wochenend-Workshop in Leipzig vom 23. bis 25. Oktober Machen wir uns beim Lachen zum Affen? Oder ist gerade das Lachenkönnen über die Absurdität des menschlichen Lebens ein Zeichen von Weisheit und geistiger Freiheit? In meinen Ekstatisch-leben-Seminaren zeige ich, wie die uralte Tradition des...
Ich Mensch
25. Oktober: Wer oder was bin ich – unter all dem anderen und den anderen, Menschen, Tieren, Lebewesen? Ist doch egal. Oder haben wir uns dran gewöhnt, dass das nicht zu beantworten ist? Für mich schlummert diese Frage unter allem, was ich tue und erlebe. Sie rahmt ein, was ich und wie ich mich...
Einzelcoaching mit mir am Bildschirm
oder vor Ort bei mir in: Aldruper Brink 75, 48268 Greven (15 km nördlich von Münster)
Schreib mich an: schneider@connection.de