Das große Rätsel der Wissenschaft ist, wie Bewusstsein entsteht. Es ist bei weitem nicht das einzige – Schlaf, Traum, Rhythmus (Warum haben wir Lust zu tanzen?) gehören auch dazu. Warum es überhaupt Musik gibt und noch so vieles andere kann die Wissenschaft (science) nicht erklären. Aber das Bewusstsein ist unter allen diesen Rätseln das größte. 

Nun scheint sich das Paradigma auszuweiten, das einst darin bestand, dass nur wir Menschen Bewusstsein (und Gefühle und Selbsterkenntnis) hätten. Immer mehr Menschen (Wissenschaftler und andere) gestehen immer mehr anderen Tieren Bewusstsein zu. Zunächst den Primaten. Orang Utan ist ein Wort aus dem Malaiischen und heißt übersetzt schlicht Waldmensch – orang heißt Mensch und utan Wald. In dieser Weite des Bewusstseins Wer-ist-wie-wir (homo heißt gleich, im Sinne von uns gleichend) waren uns die Mailaien also schon immer voraus. Heutige Forscher nun gestehen noch viel mehr Tieren Bewusstsein zu, nicht nur den Primaten und Delphinen. Einige meinen sogar, dass Bewusstsein eine Grundeigenschaft der Welt sein könnte. A Journey into the Animal Mind – dieser lange, aber sehr lohnende Artikel auf Englisch erscheint in der März-Ausgabe der Zeitschrift The Atlantic und beginnt mit einer von Jainas betriebenen Tierklinik in New Delhi. 

Noch ein anderer langer Artikel weist in diese Richtung. Er ist von der jungen Norwegerin Hedda Hassel Mørch und erschien auf Deutsch vor einem Jahr in der FAZ vom 14.1.2018 unter der Überschrift »Wie kommt der Geist in die Natur?«. Hedda vertritt darin eine Art Panpsychismus (»Alles ist seelisch«). Im Original erschien der Text in der Zeitschrift Nautilus unter dem Titel »Is Matter Conscious«. 

In der Übersetzung von Matthias Rugel endet Heddas Text so: »Die Möglichkeit, dass Bewusstsein der wirklich konkrete Stoff der Realität ist, also die fundamentale Hardware, die die Software unserer physikalischen Theorien implementiert, ist und bleibt eine radikale Idee. Sie stellt unser gewohntes Bild auf den Kopf, so dass man sie vielleicht schwer fassen kann. Doch es mag sein, dass man so die härtesten Probleme der Naturwissenschaft und der Philosophie auf einen Schlag löst«. 

Neue Webseite/n

Spätestens jetzt habt ihr gemerkt, dass meine beiden wichtigsten Webseiten neu gestaltet wurden. Diese hier (connection.de) und auch bewusstseinserheiterung.info hat Anfang Februer Thomas Riedel neu entworfen. Thomas ist ein Multitalent – z.B. spielt er sehr gut Klarinette, kann bauen und kochen und noch vieles mehr. Jedenfalls hat er meine Webseiten sehr schön gemacht, auch wenn sie noch nicht ganz fertig sind. Ich muss mich selbst noch dran gewöhnen. Marianne Gallen, Torsten Brügge und Barbara Wollstein hatten alle aufgehört auf connection.de zu bloggen, ihre Einträge aus der Zeit ihres Mitbloggens findet ihr nun im Ziehmenü »Archiv«. Dort findet ihr auch das Archiv von einigen Artikeln aus der Connection-Zeit und könnt nach wie vor die Connection-Hefte und Bücher bestellen; auch die drei »best of« Bände (ein vierter über Ökologie kommt bald hinzu).

Photovoltaik + Landwirtschaft

Allem Katastrophengerede in der Welt zum Trotz ist manches einfacher als man denkt. Zum Beispiel lässt sich Photovoltaik und Landwirtschaft miteinander verbinden. Dann hat man beides: Strom und was zu essen.

Die Landwirtschaft sollte übrigens nicht nur zu 30% »öko« sein, wie das Volksbegehern zum Insektensterben in Bayern es fordete und damit immerhin 18% der bayerischen Wähler motivieren könnte, zur Wahl zu gehen, sondern zu 100%, finde ich, und das am besten weltweit. 

Und nochmal öko: Als Suchmaschine verwende ich seit vielen Jahren fast ausnahmslos nicht Google, sondern Ecosia. 

Viel zu fühlen ist gut

Biodiversität ist gut, kulturelle Diversität ist gut, auch Sprachenvielfalt ist gut, wenn man von den Verständigungsschwierigkeiten mal absieht. Nun gibt es Forschu^ngen darüber, dass nicht etwa der in Asien so gehypte Gleichmut (upeksha, Gelassenheit) nur einwandfrei gut ist, sondern auch: Emodiversity, Gefühlsvielfalt ist gut. Dazu gehört wohl auch die Gefühlsstärke, die Leidenschaft, deren Lied ich ja hier und anderswo immer wieder gerne singe. Denken allein ist noch nichts; es hilft uns in Beziehungen nicht (dort schon gar nicht), aber auch im Umgang mit uns selbst kommen wir mit dem Denken allein nicht weit, und mit der Natur und dem Beruf auch nicht. Seit Jahren ist eine Rehabilitation der Fühlens im Gange. Siehe auch die Bücher von Vivian Dittmar hierzu. Nun zieht anscheinend auch die Wissenschaft nach.

One Billion Rising

Und nochmal was zur Frauenbewegung und Frauen/Männer-Versöhnung: der One Bilion Rising-Tanz, aufgeführt in Tamera. Wie schön, das tanzend zu fordern, nicht kämpferisch. So wird es leichter gelingen – und gelingen, das muss es, wenn wir mit den Kriegen und der Naturzerstörung aufhören wollen.

Vertreibung Indigener

Oft gesagt, immer wieder vergessen: In Indien gibt es zahlenmäßig mehr Indigene als Brasilien. In beiden Ländern werden sie vertrieben, ihr Lebensraum zerstört, oft werden sie auch durch eingeschleppte Krankenheiten vernichtet. In Indien unterstützt nun auch der oberste Gerichtshof die Vertreibung und die dem folgende kulturelle wie auch weitgehend physische Vernichtung von Millionen Indigener, obwohl sie doch die Wälder schützen, wie sie es Jahrtausende lang getan haben.

Sex auf Knopfdruck

Das Crowd-Sourcing von Kapital für den LoveSynch Button ist erfolgreich. Ja, das ist es, denn immer noch suchen wir technische Lösungen für etwas, das per noch mehr Kontrolle nicht zu lösen ist. Offenbar ist das ein Kennzeichen der sogenannten Moderne: Wir sind besessen vom Glauben, das Maschinen (heute zunehmend: Bots) unsere Probleme lösen können, die wir ’noch‘ (Fortschrittsglaube) haben. Dabei schaffen diese Gimmicks oft mehr Probleme als wir vorher hatten. Ahnlich wie die Bürokratie und die Politiker, helfen sie uns, die Probleme zu lösen, »die wir ohne sie nicht hätten« wie ein Spottspruch sagt, der leider zum großen Teil wahr ist. Sex auf Knopfdruck, ja, das ist cool und zeitgemäß.

Wie viel Technik ist gut?

Auch der folgende Upstart basiert auf Technikglaubigkeit, aber diesmal betrifft es Diät und Fitness: Lumen. Damit wurde per Crowdfunding noch viel schneller und mehr Kapital generiert als für den LoveSynch Button. Das ist der Beat unserer Zeit. 

Werden wir damit glücklicher? Ich bezweifle es. Mehr Innenschau und ein bisschen weniger Technik würden uns mehr helfen, meine ich. Wir sollten mit neuen Techniken sehr wählerisch umgehen. Auch wenn ich das Internet sehr schätze und die vielen Vorteile, die Smartphones bieten, und beides ausgiebig nutze.

Ekstase

Das ekstatische Heraustreten aus »dem kleinen Ich« ist schon von unendlich vielen Künstlern und Mystikern gefeiert worden als göttlicher Rausch, Fenster zum Himmel, Zugang zum tiefsten Menschsein und höchster, religionsloser Religiosität. Weil auch Liebe Sex und Drogen (sex & drugs & rock’n roll) uns ekstatische Erfahrungen verschaffen können, denken viele dabei vor allem an »das Thema Nr. 1«, Sex. 

Hier zwei Beispiele aus der Musik, die für mich so ekstatisch sind wie Sex. Als erstes Anoushka Shankar, die Tochter von Ravi Shankar (der mich dem mit dem Bangla Desh Konzert von 1971 zum ersten Mal auf indische Musik anfixte) – ein 11 min Stück, in dem sie mit dem Tabla-Spieler Tanmoy Bose (der zunächst noch gar nicht sexy aussieht, dann aber mit seinen Händen, ohhhh ….) in Dialog tritt wie in einem Liebesakt. Was für ein Glück, das im Internet werbefrei ansehen und anhören zu können! Sowas gab’s früher nicht. 

Und dann das legendäre Köln Concerto von Keith Jarret (fast 70 min), das für mich (eher historisch als vom Ranking her) nach Beethovens Neunter das ekstatischste Konzert ist, das ich kenne. Ja, Ekstase ist auch ohne Sex und ohne Drogen zu haben. Ohne Liebe? Nein.

Übrigens nenne ich die Workshops, die ich in den BeFree-Tantra Gruppen leite »Ekstatisch leben« und gebe ihnen dort die fünf Schwerpunkte: Ekstase durch Humor, Tanz, Liebe, das narrative Spiel und Abschied. Ist das tantrisch? Ja!

Should we stay foolish? Yes, please, und bitte nicht nur in der Faschingszeit. Hier ist »Stay hungry, stay foolish«, ein Text von Steophanie Tönjes über Neugier und das, was in uns brennt und sich hoffentlich nie löschen lässt. Der Narr in uns ist neugierig, mutig und innovativ.

Veranstaltungen mit mir    

• Am 15.3. leite ich in der Casa Margarita, in Todoque, auf der Insel La Palma einen Eintages-Workshop »Spirituelles Theater«. Die Teilnahmegebühr ist nur 50 €, aber es kostet mehr: deine Ernsthaftigkeit auf dem spirituellen Weg.

Bitte kommt nicht mit dem Flugzeug! Ist doch eh klar, oder? Reist auch sonst zu keinem Seminar mit dem Flugzeug an. Von wegen »Jenseits von Gut und Böse, da treffen wir uns« (Rumi) … diesseits von Richtig und Falsch sollte das Anfliegen zu einem Seminar so diskreditiert sein (in Schweden gibt es dafür jetzt das Wort »Flugscham«) wie das Kacken auf deinen Wohnzimmerteppich.

• Bei den Veranstaltungen des BeFree Tantra Instituts bin ich weiterhin dabei, sowohl als Assistent oder Co-Therapeut, wie auch mit meinen eigenen Workshops »Ekstatisch leben«. Das nächste Befree-Seminar ist das Osterseminar mit dem Thema »Erfüllende Sexualität durch wahre Liebe«, vom 18. bis 23. April auf Gut Frohberg. Dort werde ich ausnahmsweise mal mit meinem 8-jährigen Sohn anreisen und auch für ihn da sein.

• Am 26. bis 28. April 2019 gebe ich einen Humorworkshop im Sinnesart in Dresden. Er beginnt mit einem Vortrag von mir am Abend des 26., den man auch separat buchen kann. 

• Am 18./19. Mai bin ich mit einem Humorworkshop im Lichtnetz Stuttgart, in der Landhausstraße 44. Info & Anmeldung über Claudia Jalila Greupner, mail@claudia-jalila.de. 

• Am 11. Mai (nur einen Tag lang) gibt es einen Humorworkshop im Kellerhof bei Hameln. Am 28./29. Sept nochmal, dann eine ganzes WE lang, am selben Ort. Info & Anm. über Pea Krämer, info@peakraemer.de

• Am 25./26. Mai in der Nature Community in der Oberpfalz, anderthalb Autostunden östlich von Nürnberg. Thema »Worüber lachst du da?« Der Veranstalter findet, dass Humor hilft und v.a. auch (manchmal) ganz witzig ist.

• Am 26./27. Oktober gibt es einen Humorworkshop im Yogahaus Würzburg. »Sind wir komisch?« fragt sich die Veranstalterin Claudia Wenzel. Wenn du dich das auch fragst, kannst du dich bei ihr unter osflow-cwl@gmx.net anmelden. 

• Am 30.Nov./1. Dez. gibt es einen Humorworkshop im Yogastudio Heidelberg, Landhausstr. 17. Info & Anmeldung über Ulrike Müller, ulmuta@gmx.de. Dort gab es vorigen November schon mal einen solchen, mit 16 begeisterten Teilnehmern. Die meisten von ihnen wollen weitermachen, sei es in einem weiteren Workshop oder im Alltag – egal, es geht ums Praktizieren. Der Alltag liefert uns die nötigen Prüfungen, harte oder weiche, je nachdem. 

Ein solches WE kostet 160-190 €. (Im Falle eines Eintagsworkshops wie am 11. Mai in Hameln sind es 85 €). Frühbucher und Paare bekommen das WE oft günstiger (für 135 €-170/Person). Auch Berlin und München haben Humor nötig, heißt es, deshalb suchen wir auch für dort noch Organisatoren (die dabei übrigens gut verdienen). Die Termine für dort stehen noch nicht fest.

• Am Wochenende 4./5. Mai gibt es den Prototyp eines Orgasmus-Workshops von Stefanie Rinke und mir. Er wird in Berlin stattfinden, der unangefochtenen Welthauptstadt der sexuellen Liberalisierung, im Life Artists Creators Hub, Milastr. 4, 10437 Berlin, in einem DG-Raum unterhalb einer Lichtpyramide. Anmeldung über mich, schneider@connection.de oder Stefanie, rinkestef@gmail.com. Bevorzugt werden seminarerfahrene Menschen. Das WE kostet, weil’s erstmal nur ein Prototyp ist, eine selbst gewählte Spende; wir empfehlen 80 € und verpflichten zur Abgabe von Feedback. 

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