Nietzsche fand, ohne Musik sei das Leben ein Irrtum. Martin Luther nannte sie ein Geschenk Gottes, das den Teufel vertreibt. Zu Luthers und auch noch zu Nietzsches Zeiten war Musik für uns Menschen jedoch viel schwerer zugänglich als heute, da wir die Musik unserer Wahl in hoher Qualität fast gratis mehrere Stunden pro Tag hören können. Beethoven hätte von sowas nur träumen können, und im Alter hätte man ihm ein Hörgerät verschafft. Für Sascha Lobo, den Digitalkultur-Kolumnist des Spiegel, sind die modernen Kopfhörer das Weltbewältigungsinstrument des 21. Jahrhunderts und hätten »den Nobelpreis so verdient wie Greta«. Er schreibt dort von einer US-Studie von 2016, gemäß der schon damals Millennials vier Stunden pro Tag Kopfhörer nutzten, 55% beim Arbeiten Musik hörten, 62% einen Tag ohne Musik als schlimmer empfanden als einen Tag ohne menschliche Interaktion und fast 90% Kopfhörer im öffentlichen Nahverkehr benutzten.

Ja, es gibt auch Kaufhausmusik und nervtötende Rundumbeschallung. Musik ist heute extrem kommerzialisiert auf einem beinharten Weltmarkt. Ein einzelner Musiker fällt dort kaum mehr auf, wenn er nicht zu den oberen paar Tausend gehört, die schon berühmt sind. Ein Übermaß an Musik überschüttet uns, oft fühlen wir uns verloren ob der vielen Optionen oder sogar damit lärmbelästigt. Die enorme Auswahl und Zugänglichkeit von Musik in hoher Qualität zu minimalen Preisen überwältigt uns – und ist doch überwältigend schön. Kann dieses hohe Ausmaß an Musik, das u.a. durch die Streamingdienste so leicht und kostengünstig zugänglich ist, die Weltkultur positiv verändern? Macht sie uns sogar liebevoller? 

Unter Umständen hat Musik auch die Macht, politische Veränderungen zu bewirken. Die Redaktion von »Discover« (Berlin) hat deshalb 10 Protestsongs ausgewählt, die von 1939 bis heute Geschichte gemacht haben.  

Weltgeschehen

Mehr als 12.000 Wissenschaftler erklären in einer Studie in der Zeitschrift Bioscience den Klima-Notstand und nennen, klar und verständlich formuliert, sechs kritische Bereiche, in denen sich sofort etwas ändern muss, um die Katastrophe abzuwenden: Energie, Schadstoffe, Naturschutz, Ernährung, Wirtschaft, Bevölkerungswachstum. Immer mehr Wissenschaftler werden zu Aktivisten, so auch in der Bewegung Scientists for Future, die im März 2019 mit einen Aufruf begann, in dem mehr als 26.000 Wissenschaftler sich dazu bekannten die Aktivisten von Fridays for Future zu unterstützen.

Der Klimawandel ist jedoch nicht das einzige Problem. Charles Eisenstein schreibt im Rubikon über den größeren Zusammenhang, den wir als Klimaaktivisten nicht aus den Augen verlieren sollten. 

Eine neue App auf dem alten (Wirtschafts)System wird die Wende nicht herbeizaubern. Das System muss sich ändern, sagt der Ingenieur und Soziologe Wolfgang Neef.

Und da war doch noch was: das Insektensterben. Es ist noch dramatischer als befürchtet, besagt eine Studie von der TU München.

Haben Wissenschaftler auch Gefühle? Dürfen sie dann ihre Neutralität verlieren? Auf ZEIT-Online sprechen vier Klimaforscher über ihre Gefühle (3 min).

Das Internet und die Digitalisierung haben ein bis zwei Milliarden von uns einen nie gekannten kulturellen Wohlstand verschafft. Gut so? Was Digitalisierung und Umweltschutz anbelangt, spricht Dirk Helbing auf spektrum.de jedoch von einem Großen Scheitern. 

Schönheitschirurgie und Genitalbeschneidungen – ab wann ist der Schnitt eine Verstümmelung?  

Schizophrenie gibt es nicht, und der Geist ist eine emergente Eigenschaft, sagt der niederländische Psychiater Jim van Os.

Ist die SPD noch wählbar? Wenn Jan Böhmermann eine SPD-Rede hält, möchte man diese seltsame Partei doch wieder wählen. Ich sag’s ja schon lange: Satiriker an die Macht! In Rejkjavik hat’s doch auch geklappt.

Hoffnung: Mit der Befreiung von Lula bekommt die lateinamerikanische Linke wieder eine Chance. Oder … kann man auch das so oder so sehen?

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Persönliches

• Im Gästehaus Schwanenwerder am Wannsee findet am WE 5. bis 7. Juli 2020 das Festival »Himmel auf Erden« statt, ein Event, das ich mitgestaltet habe und an dem ich teilnehmen wollte. Wegen einer Terminverschiebung hatte ich aber eine Doppelbuchung, deshalb komme ich 2020 noch nicht in den Himmel. Vielleicht wird es ja 2021 was, wenn sich das Event wiederholt. 

• Die ersten neun Monate unseres Lebens haben wir im warmen Wassser verbracht, deshalb ist das körperwarme Waser das beste Medium für Heilung und Meditation. Schöne Warmwasserbäder für Floating sind leider selten, aber es gibt sie: In der Therapie- und Wellness-Oase Vegania in Mittelfranken bei Ansbach habe ich kürzlich an einem Floating-Wochenende mit Antonio und Gaby teilgenommen und war hin und weg von dem Ort und den Menschen. 

• Zum Schluss noch was Schönes: Marion Kaiser, die mein Wohnmobil bemalt hat, in dem ich seit anderthalb Jahren lebe, malt hier eine Libelle auf einen Stein.

Veranstaltungen mit mir 

• Am WE 30.November/1. Dezember gibt es wieder, wie letztes Jahr, im Yogastudio Heidelberg, Landhausstr. 17, einen Humorworkshop mit mir. Info & Anmeldung wieder über Ulrike Müller, ulmuta@gmx.de.

• Am 4. Dezember gibt es in Leipzig ein Kussritual. Von 17 bis 22 h, bei Kristin Bianchi im Kraftraum, Thüringer Straße 23, 04179 Leipzig. Für 40 € pro Person. Nur wenige Plätze sind noch frei. Anmeldung über koga@sonnenkinder.org, Infos kann man über mich erfragen (sugata@connection.de). – – – Zum Thema Kussritual hatte ich im September was in mein Blog geschrieben. Das ist, was das Event am 4. Dez in Leipzig betrifft, nicht ganz aktuell, denn das Kussritual in Leipzig wird nicht so wie bei Sonya praktiziert (mit Widmung und coaktiven Zeugen). Außerdem werden wir in Leipzig nur eine kleine Gruppe von maximal sechs Männern und sechs Frauen sein. 

• Noch ein letzter Humorworkshop dieses Jahr vor der Winterkälte, am WE 7./8. Dezember: Beziehungstheater – in der Nature Community bei Schönsee in der Oberpfalz. Humor hilft nämlich nicht nur gegen die Dunkelheit in der Seele, sondern auch gegen die des Winters. Er hilft in Beziehungen, im Umgang mit sich selbst und in besonderer Weise in Gemeinschaften aller Art. Das Wochenende kostet 160 €, Paare bezahlen nur 270 €.

• Das BeFree Silvester-Retreat auf Gut Frohberg (es gibt es dort evtl. noch ein paar Last-Minute-Plätze für Männer). 

• Auch dieses Jahr gebe ich wieder ein paar Tages-Workshops auf La Palma, wo ich überwintere. Meine Workshops sind auch dort, ebenso wie an allen anderen Orten, weiterhin nicht für Menschen, die per Flugzeug anreisen. Auf La Palma also nur für Menschen, die bereits auf der Insel sind oder per Segelschiff anreisen.

• Das BeFree Oster-Retreat auf Gut Frohberg, der Beginn des BeFree-Jahrestrainings.

• Himmel auf Erden, am 5.-7. Juli im Gästehaus Schwanenwerder am Berliner Wannsee.

• In allen BeFree-Retreats leite ich Morgenworkshops zu Thema »Ekstatisch leben« und gelegentlich auch Kuss-Rituale an.

• Einen WE-Humorworkshop mit mir gibt es nächsten Sommer in der Academy of Stage Arts in Oberursel (Taunus), am WE 21.-23. August. Vorerst der einzige Humorworkshop im Jahr 2020.

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