Vom 22. bis 26. Januar war ich mal wieder im Yoga Vidya Ashram Bad Meinberg, dem größten Yoga Ashram Europas. Die dortige transreligiöse Spiritualität mag ich sehr und genieße das Ambiente dieses Ashrams, das mich wieder eintauchen lässt in die indische Kultur, Philosophie und Religiosität, die mich so viele Jahre fasziniert und begleitet haben.
Anfang 2025 hatte ich im Yoga Vidya den Gründer und Leiter dieses Ashram kennengelernt und von der Ungerechtigkeit erfahren, die seinem Lebenswerk von Seiten der Medien und der Behörden widerfahren war. In meinem Video Yoga Ashram im Griff der Behörden hatte ich mich darüber empört und mich für mehr weltanschauliche Gerechtigkeit eingesetzt.
Die Ungerechtigkeit, mit der die Behörden gegen diesen Ashram vorgehen, setzt sich fort. Inzwischen stehen die unerfüllbaren Forderungen der Deutschen Rentenversicherung an. Ihre Durchsetzung wäre ein Todesurteil für diesen Ashram, der auf so lebendige und mutige Weise eine tiefe Religiosität verkörpert, wie sie in den christlichen Kirchen kaum irgendwo mehr zu finden ist. In der weltoffenen, transkulturellen Weise, wie dieser Ashram Religiosität zelebriert, war sie im Christentum sowieso nur selten zu finden.
Wärme, Stille, Tiefe
Im vergangenen Jahr bot mir Sukadev an, in seinem Ashram eine Lieblingsidee von mir zu verwirklichen: ein Stille-Retreat mit Sauna und Meditation. In den Tagen vom 23. bis 26. Januar wurde dieser Wunsch Wirklichkeit. Fünf Teilnehmer hatten sich angemeldet. Wir genossen die Wärme, die Stille, den Rückzugsraum für uns und waren so schon nach zwei Tagen bei etwa vier Saunagängen pro Tag in einer Tiefe, wie man sie sonst nur nach ein bis zwei Wochen Vipassana erreicht. So leicht! Auch die täglichen Yoga-Übungen, für Besucher dieses Ashrams ein Muss, halfen uns dabei.
Das Dehnen des Körpers im Hatha-Yoga, abwechselnd mit der Hitze der Sauna und den Ruhephasen dazwischen, die wir liegend oder im Sitzkreis verbrachten, was für ein Genuss! Ebenso wie das vegane Essen, dass es in diesem Ashram nur zwei Mal am Tag gibt: zum Brunch zwischen 11 und 12 h und zum Abendessen um 18 h. Wegen der Saunagänge (meist mit Aufguss) mussten wir vor allem viel trinken. Wer früh morgens Hunger hatte, konnte sich ab 8 h Obst holen.
Trans oder inter?
Zwischendurch konnte ich mit Sukadev über die aktuelle Situation von Yoga Vidya sprechen. Die Behörden gestehen dem Ashram nach wie vor keine authentische Religiosität zu, weil er den christlichen Kirchen nicht ähnlich genug ist und die Kirchen in Deutschland Sonderstatus haben. Obwohl die Christen scharenweise aus den Kirchen austreten, wegen der Missbräuche v.a. im zölibatären Christentum, aber auch, weil die heutigen Deutschen zum Beispiel im Yoga auf eine tiefere Spiritualität treffen.
Meine Suche nach Religiosität auch im Christentum gebe ich trotzdem nicht auf. Hier ein Beispiel, warum das manchmal nicht leicht ist. Der Abt eines Klosters nicht weit von Greven, wo ich wohne, lehnte meine Anfrage, ob ich dort ins Programm seines kaum mehr besuchten Kloster aufgenommen werden könne, ab. Warum? Weil ich meine Spiritualität als transreligiös bezeichnet hatte. Wie würde denn er seine Spiritualität nennen? Interreligiös, antwortete er. Transreligiös, das würde für sein Kloster nicht passen. Obwohl er auch am C.G. Jung Institut in Zürich lehrt. Inter ist okay; zwischen den Religionen, da darf es Beziehungen gehen; trans hingegen (darüber hinaus), das geht ihm zu weit.
Yoga und Sauna
Den Yoga Ashram in Bad Meinberg will ich spätestens zum Yoga-Festival am WE 20. bis 22. November wieder besuchen und dann dort ein paar Schnupperkurse anbieten. In Jahr 2027 auch gerne wieder ein Retreat »Sauna und Meditation«. Dann gerne für ganze fünf Tage. Schon bald aber werden wir bei mir zuhause, für drei Tage und in privatem Kreis, Sauna und Meditation zelebrieren: vom 19. bis 22. März. Am 21. wollen wir den Frühlingsbeginn mit einem Feuer begrüßen. Die Tage davor viel saunieren und weitgehend in Stille sein. Wer Interesse hat, mit dabei zu sein, schreibe mich an.