So viele wie auf diesem Bild ihre Hände oder Füße nach vorn gestreckt haben, sind wir nicht, unserer Gemeinschaft in Greven-Aldrup. Mit dem gerade hinzugezogenen Studenten Mustapha aus Marokko sind wir nun zu viert – mit unserer Katze Tessa zu fünft. Tessa ist fünf Jahre alt, 2024 kam sie zu uns. Sie gehört zu den vier Karnivoren in unserer Gemeinschaft. Ich selbst bin der einzige Vegetarier in unserer WG; seit Januar 1977 esse ich keine Tiere mehr. Da Tessa bisher das einzige weibliche Wesen in unserer Gemeinschaft ist, wünschen wir uns für die nun noch zwei freien Plätze in unserer WG zwei Frauen. Eine ist schon im Landeanflug, es ist aber noch nichts entschieden.
Alles ist Beziehung
Doch zunächst ein paar Worte zu dem, was »Gemeinschaft« überhaupt bedeutet. Gemeinschaft ist ja viel mehr als die Anzahl derer, die in einer WG oder Familie zusammenwohnen, oder in einem Kibbuz oder einer ‚Kommune‘. »Alles ist Beziehung« – Relationships are all there is –, diese vielzitierte Aussage stammt von der Systemtheoretikerin Meg Wheatley. Niemand und nichts steht allein, alles lässt sich nur aus dem Kontext verstehen. Das gilt auch für uns Individuen. Auch als Einzelwesen auf dem Weg der Selbstwerdung sind wir bereits Gemeinschaften von Teilpersönlichkeiten. Umso mehr sind wir es auch im Äußeren, mit den Menschen und anderen Lebewesen, mit denen wir zusammenleben. In meinem Blog auf connection.de findet ihr unter Sagen und Zeigen noch weitere Einträge, die sich mit diesem Thema befassen. Wer anstatt nur zu lesen gleich mal einen Wochenendworkshop zu diesem Thema mitmachen will, muss sich mit der Anmeldung beeilen, denn der nächste solche beginnt schon am 29. Mai, er trägt den Titel Beziehung, Kommunikation und Meditation.
Der Heilige Geist
Verbindungen zu schaffen zwischen Personen und Projekten, das ist mir seit mehr als vierzig Jahren ein großes Anliegen. Heute, in Zeiten der Wiederaufrüstung Deutschlands und der neuen und alten Religionskriege brennt in mir vielleicht mehr denn je das Bedürfnis, nicht nur in meinem kleinen Nahraum das Gemeinschaftliche zu verstärken, sondern auch dazu beizutragen, dass die Religionen sich nicht bekämpfen oder mit Arroganz begegnen, sondern das ihnen Gemeinsame stärken. So bin ich mit Michael Mombauer zusammen gekommen, der in meiner neuen Heimatstadt Greven für circa 15.000 Katholiken seit 2023 der zuständige Pfarrer ist.
Für den vergangenen Sonntag hatte er mich als ‚Mitprediger‘ in seinen Gottesdienst einbezogen. Da ging es um den Heiligen Geist als Geist der Wahrheit und der Freiheit, als Verbindung zwischen Mensch und Gott. Großartig, wie er das in seiner Predigt eingeleitet hatte, mit Zitaten aus dem Johannes-Evangelium! Und mich dann dazu befragte. Für mich war dieser Gottesdienst eine transreligiöse, mystische Erfahrung. Das war er anscheinend auch für viele der Besucher. Sie applaudierten uns und erzählten mir danach von ‚Gänsehaut bis in die Fußspitzen‘, die sie beim Zuhören unseres Dialoges erlebt hatten. Da war wohl ‚der Heilige Geist mitten unter uns‘ wie man das im Christentum nennt..
Multi-sprachlich, -kulturell und -religiös
Schon immer hat mich interessiert, wie wir durch kulturelle Prägung zu denen wurden, die wir sind. Nun ist ein 24-jähriger Marokkaner bei uns uns engezogen, dessen Großeltern noch Nomaden waren am Rande der Sahara. In seiner Kindheit musste noch alle in seinem Dorf zwei Mal jede Woche mit ihren Eseln 40 km weit durch die karge Landschaft ziehen, um Wasser zu holen. Was für eine Bereicherung für unsere WG! Er spricht fließend Englisch und Französisch, so können wir in unserer WG auch mal die Kommunikationssprache wechseln.
Auch was das religiöse Miteinander anbelangt, beziehe ich mich transkulturell und freue mich, nun in dem katholischen Pfarrer unserer Kleinstadt einen Geistesgefährten getroffen zu haben, mit dem ich die Magie erfahre, die entsteht, »wenn zwei oder drei in meinem Namen beisammen sind«. In wessen Namen? Es kann Jesus sein oder Buddha, Al Hallaj, Rumi oder Shankara oder ‚das Namenlose‘ Bald werdet meine Dialoge mit Pfarrer Mombauer in unserem Youtube-Kanal zu sehen sein – drei weitere Termine dafür in den kommenden drei Wochen stehen schon fest. Diesen Youtube-Kanal könnt ihr schon jetzt abonnieren.
Mehr zum Wohnen in Gemeinschaft findet ihr in unserer Playlist Wohnen in der Connection-WG in unserem Youtube-Kanal, der in letzter Zeit bereits sehr viel neuen Content bekommen hat.
Mallorca im November
Nun noch etwas für die Fans unserer die Verbundenheit so sehr wertschätzenden Lebensweise: Ich habe auf der Nordseite von Mallorca in den schönen Fischerort Puerto Pollensa für den ganzen Monat November in Strandweite ein wunderschönes kleines Haus gemietet. Dort möchten wir – drei haben schon zugesagt – mit noch etwa sieben anderen Menschen uns die Miete und die Kosten für die Verpflegung teilen – für den ganzen Monat!
Wenn du jetzt schon fühlst, dass das vielleicht was für dich ist, oder sogar du dich frühzeitig anmelden willst, schreib mich an. Dann kannst noch Einzelheiten des Tagesablaufs dieses Erholungs- und Bildungsurlaubs mitgestalten.