Die meisten Tiere sind gesellig. Wir Menschen ebenfalls, doch wir brauchen auch Raum für die Entwicklung unserer Individualität. Das Bild zeigt Wasservögel in den Rieselfeldern, 20 min per Fahrrad von unserer entstehenden Gemeinschaft.
Tieren ist es angeboren, ob sie in Gemeinschaft leben, in Herden oder Schwärmen oder als Einzelne. Wir Menschen können das sehr weitgehend gestalten. Wie machen wir das? Das frage ich mich schon lange. Zwei Mal habe ich eine so genannte ‚intentional community‘ gegründet. Das sind Gemeinschaften, deren Mitglieder nicht per Geburt ihr angehören, sondern durch eine bewusste Entscheidung: Dort will ich sein, weil mir das ein Feld bietet für persönliches Wachstum. Um meine Talente zu entfalten und „zu werden, die ich bin“. Zuerst war das der Divya Ashram in Langenfeld bei Neustadt an der Aisch, dann das Verlagsprojekt Connectionhaus in Niedertaufkirchen bei Mühldorf am Inn. Zeitweise habe ich andere Gemeinschaften in ihrer Entwicklung beraten oder auch aktiv begleitet, darunter das Anand Chayya, ein Künstlerprojekt in der Toscana, und das Argayall auf La Gomera.
Innen und außen
Menschliche Gemeinschaft entsteht, indem wir uns bewusst werden, dass wir keine Einzelwesen sind, sondern aus Teilen bestehen und zugleich Teil von Größerem sind. Das gilt übrigens auch für größere Kollektive wie Nationen.
Auf dem Weg einer solchen Bewusstwerdung ist die erste Bedingung die Innenschau. Sie beginnt mit der Frage: Wer bin ich, und wenn ja wie viele? Da geht es darum, sich der eigenen Gedanken, Gefühle und Träume bewusst zu werden. Introspektion zu sein, das heißt, in sich hineinzuschauen. Manche nennen es auch »reflektiert Sein« und meinen damit die Erkenntnis, wie das Äußere sich im Inneren widerspiegelt. Dazu gehört auch, die eigenen blinden Flecken und Projektionen nach außen zu erkennen. Diese ‚innere Arbeit‘ lohnt sich schon deshalb, weil sie entspannt und entstresst. Außerdem macht sie bescheiden und sozial verträglich.
Die zweite Bedingung ist der Blick nach außen: Wer ist da noch in meinem Leben? Was für Menschen, Tiere, Pflanzen, Dinge? Mit wem lebe ich zusammen, und was brauchen diese Wesen? Können wir kooperieren? Können wir uns gegenseitig unterstützen und gemeinsam kreativ sein? Auch in diesem Bereich hört das Lernen nie auf. Jeder anscheinend »schreckliche« Partner, Mitbewohner, Kollege oder Nachbar kann als Herausforderung für soziales Lernen angenommen werden.
Deutschland ist solch eine unterstützende Nachbarschaft in Bezug auf Frankreich gelungen, das heute trotz Abtrennung des Elsaß nicht mehr als Feind gilt. In Bezug auf Russland ist es noch nicht gelungen.
Aldruper Jurtengarten
Sozial verträglich zu leben können wir überall praktizieren. Wem es in seinem jetzigen Lebensumfeld gelingt – Gratulation! Wenn nicht – und daran ist man ja nicht immer selbst schuld – kann sich mal unser Projekt des Aldruper Jurtengartens anschauen. Dort entstehen gerade diverse Möglichkeiten zu wohnen und mitzumachen. Ab September ist hier ein Zimmer im Haus frei. Ein paar Wochen später ein Wohnzelt im Garten. Außerdem haben wir in unserem großen Garten zwei Wohnwagen, jeweils mit Küche und Sanitärzelle. Beide beheizbar, ebenso wie unser Wohnzelt. Zusätzlich gibt es zwei Draußenküchen, zwei Kompostklos, Obstbäume und Platz für Beete. Werkstatt, Lagerraum und Sauna. Eigenes Wasser zum draußen Abduschen und Bewässern der Pflanzen. Anfang 2026 wird es hier voraussichtlich weitere Wohn- und Arbeitsräume geben, für insgesamt etwa fünf bis acht Menschen in einer kleinen, überschaubaren Gemeinschaft.
Als soziales Zentrum haben wir eine große, winterfeste Jurte. Dort können wir tanzen und meditieren, Yoga und Qi Gong praktizieren. Mitbewohner können an den Veranstaltungen teilnehmen sowie auch selbst welche anbieten. Wir veröffentlichen unsere Angebote im Veranstaltungskalender der Stadt Greven und in unserem eigenen Veranstaltungskalender.
Gesucht …
Für dieses Projekt suchen wir Menschen, die bereit sind, sich den Herausforderungen eines Lebens in Gemeinschaft zu stellen. Sangha heißt sowas im buddhistischen Kontext: eine Gemeinschaft von Menschen, die auch auf dem Weg der Persönlichkeitsentwicklung sind und sich dabei gegenseitig unterstützen.
Wir suchen speziell Menschen mit handwerklichen, gärtnerischen und kreativen Talenten, auch für Orga und Gästebetreuung. Möglich ist eine Teilnahme im Tausch, d.h. mietfreies Wohnen oder für Kost & Logis gegen Mitarbeit. Oder auch bezahlt als Mini- oder Midijob. Ebenso kannst du zu uns kommen für Auszeiten gegen Bezahlung, dann nimmst du an unserem Gemeinschaftsleben teil und kannst dich erholen oder übers Internet eigene Projekte durchführen. Im Haus haben wir WLAN, für draußen wird ein Repeater für die nötige Reichweite sorgen.
Bei Interesse schreibt bitte an schneider@connection.de.
Hier nun ein paar Fotos von unserem Gelände. Zuerst die Diva unseres Anwesens, unsere Hauskatze Tessa:
Auch unser Mitbewohner Round Ali aus dem kurdischen Norden Syriens hat sich mit Tessa angefreundet. Nun hat er jedoch eine Wohnung gefunden, sein Zimmer wird frei ab 1. September:
Unsere winterfeste Jurte wird gerade eingerichtet sowie mit Terminen bespielt, für Tanzveranstaltungen, Meditation, Yoga, Qi Gong und Gesprächsrunden: 
Auch ein Zelt steht zur Verfügung für Veranstaltungen oder Schlafplätze im Sommer:
Weiter südlich ist noch viel Platz im Garten. Dort ist unser Parkplatz für Wohnmobile, mit Elektroanschluss, ein zweites Kompostklo und ein dritter Wasserschluss.
Blick vom Haus runter in den Garten.