
26. Oktober: Wer oder was bin ich – unter all dem anderen und den anderen, Menschen, Tieren, Lebewesen? Ist doch egal. Oder haben wir uns dran gewöhnt, dass das nicht zu beantworten ist? Für mich schlummert diese Frage unter allem, was ich tue und erlebe. Sie rahmt ein, was ich und wie ich mich und alles andere erlebe, sie gestaltet es.
Kann ich das zeigen? Kann ich es hervorrufen, provozieren? Am 26. Oktober im Dachtheater Leipzig will ich es versuchen. Dann auch auf anderen Bühnen und bei mir in der Jurte. Ich bin komisch, das weiß ich. Und ich stehe auf. Bin ich deshalb ein Stand-up Comedian? Nein, eher ein Stand-up Philosopher, ein aufstehender Philosoph. Auf der Bühne zeigt er seine Unkenntnis von allem, sein Staunen. In drei Teilen soll das geschehen.
Als Erstes spreche ich ohne Skript über das, was die Philosophien des »Mensch, erkenne dich selbst« in den Weltkulturen so ergeben haben. Äh, darf ich das jetzt schon verraten? Ihr könnt es bei Sokrates nachschlagen, dann spart ihr euch einen Theaterbesuch.
Zweitens bitte ich euch um Stille. Während ich auf der Bühne mein Staunen zeige, in einer Art pantomimischem Ausdruckstanz, mit der Botschaft: Ich hab’s einfach nicht gecheckt, was los ist. Ich bin vom Himmel gefallen in diese Welt hinein und kenne mich dort nicht aus.
Als Drittes, nach der Pause, bitte ich die Mutigen sich in die ersten beiden Reihen zu setzen. Mit denen interagiere ich dann. Ich provoziere sie. Einige kennen das von Hape Kerkelings Auftritten, wie etwa in »Liebe ist Arbeit, Arbeit, Arbeit«, andere aus Satsang-Gesprächen. Pro vokare, das noch innen Schlummernde herauszukitzeln, darum geht es.
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