
Einen Tag lang widmen wir uns hier der Tatsache, dass alles vergänglich ist. Was geboren wurde, wird sterben, was angefangen hat, wird enden. So geht es auch unserem Körper und Geist. Können wir uns damit abfinden, es sogar gutheißen? Wenn nicht, sind wir tragische Gestalten, die sich das Leben schwer machen, weil alles, was wir begonnen haben, scheitern wird – am Ende das ganze Leben, das ja mit dem Tod endet, dem ultimativen Scheitern.
Kommt noch etwas nach dem Tod, außer Humus und Asche? Wir wissen es nicht. Auch wer glaubt, dass nach dem Tod etwas sehr Erfreuliches kommt – das himmlische Paradies oder wenigstens der irdische Nachruhm? – muss sich damit konfrontieren, dass „das Altern nichts ist für Feiglinge“. Es ist aber auch nichts für Miesmacher. Im Alter sind wir, das sagen viele Umfragen, sogar glücklicher als in den mittleren Jahren, in denen uns alles stresst. Vor allem dann ereilt uns das Glück, wenn wir die körperlichen Einschränkungen und anderen alterstypischen Leiden, mit Humor nehmen.
Deshalb gebe ich seit vielen Jahren Humorworkshops. Sich selbst als komische Figur zu verstehen, macht das Leben leichter. Das gilt für alle Generationen, ein bisschen mehr wohl noch für das hohe Lebensalter. Wenn wir die Weisheit, die zu diesem Alter passt, nicht konsequent verscheuchen, tritt sie in diesen Jahren gerne unser Leben ein und lässt sich ganz nah bei uns nieder. Wenn das Jammern mal wieder überhand nimmt, lächelt sie leise und bringt uns so zum Verstummen. Wohltuende Stille setzt ein.
Der Lebensabend kann so schön und bunt sein wie die Farben des Oktober. Auch der November mit seinen umhüllenden Nebeln und die Lichter des Dezember. Nun, Ende Januar, da die Tage wieder länger werden, feiern wir das Wiederaufstehen des Lichts und die Vergänglichkeit. Jeder Abend ein sanfter Tod, jeder Morgen ein Neubeginn. Wer das versteht und die Weisheit der Jahreszeiten, wird mit den Höhen und Tiefen eines bewegten Lebens leichter umzugehen wissen.
Vor allem auch das hilft dabei: sich selbst als komische Figur zu verstehen! Wie wir uns an etwas festhalten, obwohl wir doch wissen, dass alles vorübergeht und „das letzte Hemd keine Taschen“ hat. Es muss kein lautes Lachen sein, oft reicht ein Lächeln. Auch in jungen Jahren weht uns manchmal diese Weisheit an wie ein warmer Frühlingswind. Im Alter wissen wir das noch mehr zu schätzen, denn, wie Oskar Wilde einst sagte: Gott hat die Jungend an die verschenkt, die noch nicht damit umgehen können.
Höchste Zeit, jetzt damit umgehen zu lernen!
ich wünsche mir an diesem 31. Januar einen lustigen Tag mit euch! Ein Tag, der das Tragische nicht verdrängt, sondern es mit einem Lächeln liebevoll auf die Schippe nimmt. Sich selbst auf die Schippe zu nehmen ist ja eigentlich eine Selbsterhöhung! Gut, so, wir haben es verdient. Von dort oben auf der Schippe wirken die erlittenen Rückfälle klein und unwesentlich – es sind Episoden auf einem langen Weg, aus der Distanz eher komische als tragische, sie gehören dazu, aber sie beeinträchtigen das Ganze nicht.
In diesem Sinne: auf einen fröhlichen Tag mit euch!
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