Von Anfang 2024 bis Herbst 2025 planten wir den Aldruper Jurtengarten. Für die an der Politik und der gesamt-zivilisatorischen Lage Verzweifelnden wollten wir hier einen Ort anbieten, an dem sie ankommen und zu sich kommen können. Ländlich, naturnah, meditativ, gemeinschaftlich. Mit der Eröffnung unserer 7 m Ø Jurte am 28. Juni schienen wir dieser Vision einen Schritt näher gekommen. Die Jurte wurde uns jedoch nicht genehmigt. Im September 26 stehen wir nun kurz davor, dafür einen Käufer gefunden zu haben.

Inzwischen haben wir jedoch die Südseite unseres Haus dazu bekommen und haben nun 200 qm ‚zu bespielen‘ – für unsere WG (eine Art Sangha) und unsere privaten Gäste und können deshalb Interessierte einladen hier eine Auszeit zu verbringen, bei uns im Garten oder im Haus. 

Dass die gesamtgesellschaftliche Lage düster ist, hat inzwischen schon jeder mitbekommen, der gelegentlich mal in die politischen Nachrichten schaut. Was können wir dazu tun? Erstens: nicht aufgeben mit unserem Glauben an die Möglichkeit einer besseren Welt. Zweitens: uns verbinden mit anderen, die auch Frieden wollen statt Krieg, Liebe statt Hass, Aufbau statt Zerstörung. Und nicht zuletzt auch Gerechtigkeit in der Welt. Allein kann das niemand. Unsere Projekt in Greven Aldrup, Aldruper Brink 75, will eine Oase sein in einer Welt, in der es keinen Wertkonsens mehr gibt. Eine Oase der Friedwilligen, die bereit sind für neue Perspektiven und eine Veränderung des Bewusstseins in sich selbst und in der ganzen Gesellschaft.

Innehalten

Wir wohnen ganz nah an der Bahn. Wer das kennt weiß, dass Bahnlärm viel besser zu ertragen ist als Lärm von Autostraßen. Die Züge unterbrechen unsere ländliche Stille in der Bauerschaft Aldrup, die zu Greven gehört, aber nicht im Grevener Stadtgebiet liegt. Wer hier im Freien telefoniert, muss in der Regel das Telefonat für die Länge eines Zuges unterbrechen. Schlimm? 

Wie man’s nimmt. Die Stille eines Waldes weitab von der Zivilisation wäre auch mir lieber. Aber wie so viele Widrigkeiten, lässt sich auch diese nutzen zum Innehalten. Mitten in einem intensiven Gespräch verlangt so eine Bahn das, was auch in Selbsterfahrungsgruppen oft praktiziert wird, dort meist mit einem Gong: Stop! Wo auch immer du gerade bist, halte inne. Spür dich. Atme. Erst dann, mach weiter. 

Nach dem Fest ist vor dem Fest – als am 28. Juni 2025 nach unserem Gartenfest alle Gäste gegangen waren, blieb unter dem Abendhimmel mit der neuen Mondsichel nur noch ich in unserer Draußenküche (und unsere Fotografin):

 

So sah unsere Jurte im Rohbau aus, die wir nun leider verkaufen müssen: