Gegenüber den noblen Ideen, die ihnen im 18. Jahrhundert an die Macht verhalfen, sind die heutigen Demokratien nur noch ein Witz. Das gilt für Abstimmungen zum Brexit ebenso wie die von Milliardären dominierten Wahlkämpfe in den USA und vieles andere, was unter dem schönen Namen „Demokratie“ die menschliche Intelligenz verspottet – und während ich dies schreibe, erschüttert der FPÖ-Skandal den Rest derer, die noch an unsere guten Demokratien glaubten. Nur selten ist »das Volk« von Klugheit gesegnet. Das war auch schon im 18. Jahrhundert so, heute jedoch wird des Volkes Stimme von ausgefuchsten, professionell betriebenen Apparaten beeinflusst und begünstigt auf diese Weise leider vor allem Dummheit, Frechheit, Reichtum, die Karrieren von Psychopathen und skrupellosen Demagogen sowie den Filz von Politik und Wirtschaftslobby. Was Vertreter der ancien régimes nicht davon abhält, diese Art der Demokratie als politisches Exportgut zu betrachten und damit sogar Kriege zu rechtfertigen. Die vertikale Mobilität ist gesunken, enkeltaugliche Entscheidungen finden keine Mehrheiten und die sozialen Netzwerke kolportieren Hass und Trennendes häufiger und v.a. schneller als Wahrheiten wie hier im Blog schon mehrfach erwähnt.

Alles hoffnungslos? Nein. Das Internet ist prinzipiell fähig mit geringem Aufwand die Meinung und Stimmung der Bevölkerung abzufragen, und das nicht nur alle vier Jahre, und auch die Unterscheidung zwischen Wahrheiten und Unwahrheiten zu erleichtern. Technisch hätten wir die Voraussetzungen dafür, was fehlt ist der politische Wille.

Vor Gericht und auf hoher See …

Und auch darin gehe ich mit dem Mainstream nicht konform: Die positive Wirkung der Judikative wird krass überschätzt. Nicht wer gut ist, friedlich und mitfühlend, siegt vor Gericht, sondern wer schlau ist, intrigant und besser manipulieren kann. 

In Indien warten 22 Millionen Gerichtsverfahren auf ein Urteil, 6 Millionen bereits länger als fünf Jahre. In Pakistan kann man wegen Gotteslästerung hingerichtet werden, manchmal genügt dabei die Anschwärzung eines Nachbarn. In 72 Ländern ist Homosexualität strafbar, in zehn dieser Ländern wird sie mit dem Tod bestraft. In den USA, die sich auf ihre Demokratie und ihr Rechtssystem besonders viel einbilden, sind mehr als 2,2 Millionen Menschen inhaftiert, das ist fast ein Prozent der Bevölkerung, ein Großteil davon wegen Bagatelldelikten wie Marihuana-Konsum, ihre kriminelle Karierre beginnen diese Freizeit-Raucher zumeist erst im Gefängnis. 

Auch die Menschenrechte sind zwar gut gemeint, ihre Umsetzung aber ist eine Farce. Dass kein Mensch hungern muss, ist ein schönes politisches Ziel! Ein Recht darauf zu haben beseitigt den Hunger jedoch noch lange nicht. Selbst wenn die Hungernden sich einen Anwalt nehmen könnten, um dieses Recht einzuklagen – sie können es nicht, sie hungern ja –, würde das System einer solchen Berechtigung die Justiz füttern und nicht die Hungernden.

Eine neue, gute, friedliche, die Natur schützende Gesellschaft dürfte die Qualitäten des römischen Rechts, auf dem auch unser heutiges Rechtswesen basiert, nicht so maßlos überschätzen. Eine Gesellschaft voller Anwälte, die von Juristen regiert wird, ist keine gute Gesellschaft; in ihr erstirbt das Menschliche, das habe ich in den dreißig Jahren meines Lebens als Unternehmer ausgiebig erfahren dürfen, in besonders krasser Weise in den Jahren, in denen ich ein Flüchtlingshaus zu betreuen hatte.

Religionen? Ab ins Museum

Ist alles so schlimm? Nein, es gibt Hoffnung. Der spätkapitalistische Egoismus und Konsumismus hat noch nicht vollständig gesiegt. Viele von uns pflanzen Apfelbäumchen, auch wenn es sein kann, dass morgen die Welt untergeht. Auf spiegel.de finde ich eine Theorie der Ich-Entwicklung nach Jane Loevinger, dort von Stephan Schultz sehr optimistisch präsentiert. Sie ähnelt in vielem den Spiral Dynamics, eventuell ist sie sogar empirisch besser belegt als diese. Die Ich-Identität mit ihren sozialen und politischen Auswirkungen steht hier endlich mal im Fokus der Betrachtung. Das mit der zentral-buddhistischen These von »Anatta« in Einklang zu bringen wäre ein weiterer Schritt der Vertiefung, der Transzendenz und Immanenz miteinander in Einklang brächte. Das könnte den Religionen und politischen Ideologien als UNESCO-Weltkultur-Erbe einen Platz im Museum der Menschheitsgeschichte zuweisen, wo sie als Ahnen verehrt werden dürften ohne mehr allzu viel Schaden anzurichten.

Wahnsinn?

Wer bist du, und für wen hältst du dich? Einige Menschen halten sich für den Messias Jesus Christus, das kommt gar nicht mal so selten vor. In der psychiatrischen Klinik von Jerusalem gibt es für diese Fälle eine eigene Abteilung. Es werden aber nicht alle weggesperrt, warum auch, sind sie doch kaum weniger halluzinierend als die normalen Gläubigen, die als tragender Teil unserer Gesellschaft gelten. In seinem Buch »The Last Testament« hat Jonas Bendiksen diese neuen Jesusse freundlich portraitiert. 

Waffengeschäfte

Die Militärausgaben der Welt sind im vergangenen Jahr um 2.6% auf den höchsten Stand seit 30 Jahren angestiegen, schreibt das Stockholmer Friedensforschungsinstitut SIPRI, und nach wie kommt ein Drittel des Geldes für Militär aus den USA.

Ist der Mensch von Natur aus gut?

Die Stammesgesellschaften kamen noch ohne strafende Götter aus, weil man da schädliches Sozialverhalten noch beobachten und ahnden konnte, so dass es in hohem schädigendem Maß gar nicht auftrat; größere Gesellschaften ‚erfanden‘ sich strafende Götter, sagen die Autoren in der wissenschaftlichen Zeitschrift nature: Ab 1 Mio Gesellschaftsgröße tritt binnen 100 Jahren ein strafender Gott auf.

Ohne strafenden Gott, Waffengeschäfte, Anwälte, Religionen – und mit einer noch vertretbaren Portion Wahnsinn – kommt ihr in den folgenden

Veranstaltungen mit mir    

aus.

• Am 25./26. Mai gebe ich in der Nature Community in der Oberpfalz, anderthalb Autostunden östlich von Nürnberg, einen Humorworkshop. Kurz davor gibt es dort ein Benefiz-Konzert zur Unterstützung dieser neuen und vielversprechenenden veganen Community, in der jetzt schon mehr als 35 Menschen leben.

• Ab 25. Mai gibt es einen Online-Kongress zum Thema »Individualität und Erwachen«. Im Kontext dieses Events haben Roland und Ludmilla mich zum Thema »Individualität und Erwachen« interviewt (ein 35 min Video).

• Über den ganzen Juli und August läuft auch heuer wieder das wunderbare Gartencamp-Auenland von Grit Scholz in Elsteraue bei Leipzig. Dort gibt es am Samstag, 2. August, einen 1-Tages-Workshop »FreiSein durch Humor« mit mir. Empfohlene Spende: 50 €. Anmeldung bei Grit.

• 31. August/1. September gibt es nach dem großen Erfolg des ersten solchen Workshops (mit 20 Tn, am WE 4./5. Mai) wieder einen Orgasmus-Workshop mit Stefanie Rinke und mir, diesmal im Wamos, Berlin (für 160 €, Frühbucher zahlen nur 140 €). Bei Interesse Mail an mich oder Stefanie. 

• Vom 4. bis 8. September findet das BeFree Tantra-Festival in der Nature Community statt, das auch für Einsteiger gut geeignet ist und nur 290 € kostet.

• Am WE 13.-15. September gibt es wieder einen BecomeLove-Kongress, diesmal im Lebensgut Pommritz und zum Thema »Evolution in der Liebe«. Mit einem »Beziehungstheater«-Workshop von mir und einem philosophisch-humoristischen Duett zum Thema »Was ist Liebe eigentlich?«, von mir zusammen mit dem Kulturphilosophen Prof. Eckehard Binas. Für den Kongress gibt es bis Ende Mai einen Frühbucherpreis von nur 90 €/Person, für Paare 160 €.

• Am WE 28./29. September gebe ich zusammen mit der systemischen Paartherapeutin Pea Krämer im Kellerhof bei Hameln den Paarworkshop »Wie Beziehungen gelingen«. 

• Am 26./27. Oktober gibt es wieder einen Humorworkshop, diesmal im Yogahas Würzburg. »Sind wir komisch?« fragt sich die Veranstalterin Claudia Wenzel. Wenn du dich das auch fragst, kannst du dich bei ihr unter osflow-cwl@gmx.net anmelden. 

• Und nochmal am 30.Nov./1. Dez., das wird dieses Jahr der letzte Humorworkshop sein. Wieder im Yogastudio Heidelberg, Landhausstr. 17, wo dieser Workshop schon voriges Jahr stattfand. Info & Anmeldung wieder über Ulrike Müller, ulmuta@gmx.de.

Die Wochenenden kosten 160-190 €. Frühbucher und Paare bekommen das WE meist günstiger (für 135-170 €/Person). 

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