Wenn die Gesellschaft erkaltet und in der Politik die Wertesysteme sich auflösen, wie kann man da Freude empfinden? Zum Beispiel an diesem Bild einer Zaubernuss, die hier im Schnee blüht am Vogelsberg. Auch bei uns in Greven steht ein Zweig dieses Baums nun auf unserem Küchentisch.
Die Zaubernuss erinnert mich auch an den brennenden Dornbusch, der im Alten Testament der Bibel vorkommt. Dort steht sie als Symbol für Gott und das Unnennbare. Hier ein Bild von einer Planze im Katharinenkloster auf der Halbinsel Sinai, die so heißt, vermutlich aber kein Abkömmling der Pflanze ist, vor der Moses einst Gott begegnete:
Brückenbau
Auch mein Projekt des Brückenbaus über weltanschauliche und persönliche Gräben hinweg hat mit dieser Winterblüte und dem brennenden Dornbusch zu tun. Ich klopfe mit dieser Idee an viele Türen. Nicht alle öffnen sich. Eine, die sich geöffnet hat, ist die des katholischen Pfarrers meiner Stadt: Michael Mombauer. Er hat für seine Gemeinde für die Fastenzeit das Thema des brennenden Dornbuschs aus dem Alten Testament gesetzt und bezieht mich da ein.
Das Formlose, nicht Nennbare
Gott als der oder das Formlose, nicht Nennbare, wie er Moses im brennenden Dornbusch begegnet, ist für mich ein mächtiges Symbol, das mir Gänsehaut macht. In diesem Symbol begegne ich einer tiefen Religiosität auch im Alten Testament, das ansonsten mit Aufrufen zur Gewalt und »Wir sind die Richtigen (das Volk Gottes), dort sind die Falschen« nicht geizt. Mombauer will mich in einen Dialog-Gottesdienst einbeziehen, in dem ich als Vertreter des Ungläubigen und doch irgendwie Gottergebenen mit ihm Dialog bin. Zum Thema des Dornbuschs? Von mir aus gerne. Zur Frage, inwieweit Gott überhaupt erkennbar ist? Auch das.
Extra institutiones, multa salus
Dies schreibe ich noch während meines Seminars »Sauna und Meditation« im Yoga Vidya Ashram Bad Meinberg. Hier begegne ich einer Religiosität, die zwar im Hinduismus beheimatet ist, aber auch andere Zugänge zu Gott ehrt, sowohl in der visuellen Symbolik wie in der wörtlichen Anrede. Was das Zweite Vatikanische Konzil der katholischen Kirche (1962-65 in Rom) erreicht habe – die Verabschiedung des Wahrheitsanspruchs Extra ecclesiam nulla salus, auf deutsch: Außerhalb der Kirche kein Heil« –, das wird hier vorbildlich praktiziert. Auch außerhalb der Yoga-Lehre und des Hinduismus wird hier den anderen Wegen zum Ultimativen (Gott, Erlösung, Erleuchtung, Zeitlosigkeit, das Unendliche, Ewige) reichlich Heil, Wahrheit und Befreiung zugestanden.
Soll man alte Institutionen ehren?
Es mag für wissenschaftlich gebildete Ohren lächerlich klingen, dass die katholische Kirche erst in diesem Konzil sich zu dieser Erkenntnis durchrang, und dass viele in der Kirche sogar heute noch das für einen Fehler halten. Angesichts der Tatsache, dass die katholische Kirche die älteste Institution der Weltgeschichte ist, wie Harari in seinem Buch Nexus ausführlich erklärt, und dass sie trotz ihrer Fehler und Grausamkeiten nicht etwa inzwischen eine kleine Sekte geworden ist, sondern weltweit ihre Anhängerschaft sogar noch ausweitet, mag man demgegenüber vielleicht ein bisschen nachsichtig sein. Vielleicht. So lange zu existieren, trotz Völkerwanderungen Revolutionen und weltanschaulichen Wendezeiten, das muss man erstmal schaffen, sage ich alter Kirchenkritiker zu dieser alten Institution.
Partei ergreifen für den Frieden
Nach diesen religiösen Themen wieder was Politisches. Ihr wisst ja, dass ich mit vor den politischen Dramen nicht wegducke. Denn für den Frieden zu beten oder zu meditieren, das allein reicht nicht. Deshalb unterstütze ich z.B. auch das BSW und lade zu den örtlichen BSW-Treffen in mein Haus ein (am 9. Feb um 19 h ist das nächste Treffen). Ich will der Partei nicht beitreten, ich möchte überparteilich bleiben, so wie ich auch im Religiösen mich in amtlichen Formularen immer als »konfessionslos« eingetragen habe. Andererseits ergreife ich Partei für den Frieden, das finde ich heute das Wichtigste. Erneut gegen Russland aufzurüsten ist das Dümmste was in diesem Jahrhundert einer deutschen Regierung einfallen konnte. Wer nach all den anderen kontroversen Themen auf meiner Webseite noch ein weiteres braucht, um mich als unmöglich oder gesellschaftlich untragbar zu etikettieren, nur zu: Schreibe deinen Kommentar hier unter diesen Beitrag!
Das Recht des Stärkeren
Nachdem die USA am 3. Januar durch eine Militäraktion unter Bruch des Völkerrechts den Präsidenten von Venezula entführt und nach New York geholt hatten, fasste Geffrey Sachs vor dem UN Sicherheitsrat am 5.1.26, die aktuelle Lage und Unfähigkeit der UNO mit deutlichen Worten zusammen. Der Völkerbund von 1920, dann die UNO von 1945 hatten versucht, die Beziehungen der Nationen untereinander auf friedliche Weise zu regeln. Die aktuelle Regierung der USA unter Trump vernichtet diesen Versuch nun wohl endgültig. Auch ein deutscher Richter sieht das so, Peter Vonnahme. Er nennt die Entführung des Präsidenten von Venezuela eine Zeitwende, nach der jetzt wieder, nach dem Versuch der UNO seit 1945 Recht statt Macht gelten zu lassen, nun wieder das Faustrecht gilt.
Was wird aus der NATO?
Eine »rules-based-order« gab es in der Welt schon bisher nicht, das ist nach dem Überfall der USA auf Venezuela noch klarer als je zuvor. Nun steht auch die Annexion von Grönland durch die Trumpschen USA bevor und wird kaum auf Widerstand der europäischen NATO-Länder stoßen. Dadurch wird sich die NATO entweder auflösen und zu einem europäischen Militärpakt, mit oder ohne Kanada, das ja ebenfalls eine Annexion der USA fürchten muss.
Westfälischer Frieden(spreis)
Nicht weit von Greven, wo ich wohne, liegt Münster, das sich einiges auf den Westfälischen Frieden einbildet. Aus der formellen Beendigung der fast 150 Jahre andauernden Glaubenskriege zwischen den Lutherischen Reformern und den katholischen Standhaltern ist der Westfälische Friedenspreis hervorgegangen. Der soll nun dieses Jahr im April ausgerechnet an die NATO verliehen werden, mit besonderer Würdigung von Mark Rutte. Pax Christi und das BSW protestieren dagegen. Auftakt ist die Rede von Sevim Dagdelen am 9.2. im Bennohaus Münster.
Berauscht von einer Erzählung
Wie kann es sein, dass immer noch viele Menschen glauben, Russland wolle Deutschland angreifen? Weil die auf uns einprasselnde Propaganda nicht so heißt, sondern »Information« und die unserer Feinde »Desinformation«. Aha. Geschichten sind es, was man uns erzählt und was uns einlullt. Storys, in denen wir selbst Recht haben und ‚die anderen‘ nicht. So entstehen Konflikte, erzählt hier Charles Eisenstein in diesem 8 min Video, das er »Drunk on the Story« nennt, berauscht von einer Erzählung. Anscheinend frei sprechend vor einer Kamera, nicht ablesend, das gefällt mir. Noch mehr die Inhalte: so klar in seiner Definition von Transzendenz! Dabei auch die diesseitigen Positionen wertschätzend, die er hat, ebenso wie ich, zu Venezuela, Gaza, Iran und noch so vielem anderen. Es ist der Anfang einer Serie, die man abonnieren kann.
Verhaftet im Flachland
Wir gehen nicht mehr mit, schreibt Claus Eurich in seinem Blog, in dem er seine Einträge neuerdings in Gedichtform schreibt. Auch dies ist, wie bei Eisenstein, eine Weigerung im nur Diesseitigen verhaftet zu bleiben, im Flachland, wie Ken Wilber es nennt. In einem Diesseits, in dem »der Faden zur Liebe zum Leben gerissen« bleibt und es keine tiefe Befriedigung gibt. Denn ohne Liebe gibt es kein tiefes Glück.
Pioniere
Oft muss ich bei politischen Nachrichten weinen, fluchen oder schotte mich emotional ab, weil ich es kaum ertrage, was da geschieht. Hier mal eine Rede, die mir Freudentränen in den Augen trieb: Die Antrittsrede des neuen Bürgermeisters von New York. Seit 1.1. ist er im Amt, nennt sich demokratischer Sozialist und will die Reichen besteuern, um z.B. den Busverkehr gratis zu machen und die Mieten der Sozialwohnungen zu deckeln. Kann das in Trumpistan gelingen? Hoffentlich wird er nicht erschossen oder ’sein Hubschrauber stürzt überraschend ab‘, wie Bobby Langer von der Wandelbewegung kürzlich spottete.
Selbstwirksamkeit
Was können wir überhaupt tun? Über diese Frage habe ich für KGS Berlin geschrieben in deren Jan/Feb Ausgabe. Mitte März bin ich wieder mal in Berlin, speziell am 13.-15.3. für den Workshop »Ekstatisch leben« in Charlottenburg, indem es noch ein paar Plätze gibt. Ich werde wohl auch kurz davor und danach noch in Berlin sein, wahrscheinlich per Wohnmobil – für die von euch, für die eine Reise in die Brückenstadt Greven zu weit ist. Hier im Aldruper Brink, haben wir inzwischen Gästezimmer, und es ist eine kleine Gemeinschaft entstanden. Ein kleines EZ in dieser Gemeinschaft ist noch zu vergeben.
Jurte zu verkaufen
Meine wunderschöne, winterfeste Jurte ist zu verkaufen! Bei Interesse schreib mich an.
Mehr als nur Bescheid wissen
Dieser Newsletter ist gratis. Willst du mehr als nur lesen und Bescheid wissen, dann werde Mitglied der Connection-Community. Als Mitglied kannst du beim Bahnfahren, Radfahren (grrr, im Winter) oder Autofahren meine Podcasts hören, auch bei der Haushaltsarbeit oder im Sportstudio. Sie führen dich tiefer in Meditation und ins Selbstgewahrsein als das Lesen eines Textes es kann. Außerdem kannst du als Mitglied mit 10% Rabatt an den »Ekstatisch leben« Seminaren teilnehmen, die gibt es jetzt an sieben Orten in Deutschland. Weitere Vorteile der Mitgliedschaft? Schlag mir was vor!
Lieber Wolf, jetzt freue ich mich gerade doppelt. Zum einen, weil ich doch wieder einen Neuigkeitenbrief erhalten habe. Dachte eigentlich, solange ich nicht Mitglied werde, treffen auch keine teils so berührenden, jedenfalls immer wohl sortierten Elekronen mehr bei mir ein. Jetzt doch wieder. Juhu. „Wir gehen nicht mehr mit“ – eigentlich auch eine tolle Rückmeldung an Merz und Co., die in ihrem eigenen Wachstumsrausch nun ständig mehr Arbeitseifer von mir fordern. Für die „Maschinierie“. Dabei sollten doch eher Gemeinschaft, Vertrauen, Achtsamkeit und Teilen wachsen. Charles Eisenstein begleitet auch mich mit seinen aktuellen Videos und ich spüre das Ringen in mir,… Weiterlesen »
„solange als Institution (gemeint die Kirche) zu überleben, das muss man erst mal schaffen“ Der Katholizismus und seine Institution Kirche hat tatsächlich einiges geschafft: ein Heilsversprechen, wo andere Hilfe noch nicht vorhanden; medizin.Wissen. LebenserwartungErstellung der Bibel mit Interpretations- und Übersetzungsspielräumen.Ein Bewertungssystem, das über Gut und Böse entscheidet: DAS BÖSE schafft den Raum, der über Leben und Tod (und die Hölle) entscheidet. In der Kirchlichen Praxis bis ins 20. Jhrdt mit Macht ausgestattet: Scheiterhaufen, Exkommunikation, SCHULD und SÜHNE inkl. Ablasshandel, VergebungFinanzielle Stabilität über Jahrhunderte Sich mit den politischen Systemen im Sinne gemeinsamer Interessen und Einfluss zu arrangieren, mit Geld versorgt zu… Weiterlesen »
Danke für den inhaltsreichen Rundbrief! Bin jetzt bei Pax Christi eingetreten, obwohl konfessionslos, und wir organisieren Heidelberger Friedenskonferenzen, die letzte war mit General Kujat und mit 250 TN insgesamt, auf 2 Vorträge verteilt, gut besucht. Die nächste ist schon in Planung und wird am 13.6. stattfinden. Wir tun was wir können, um dem Wahnsinn der Aufrüstung und der Hetze gegen Russland zu begegnen. Liebe Grüße, Amadi