Gut informiert sein, wer wollte das nicht. Bescheid wissen. Keinem Fake zum Opfer gefallen sein, nicht manipulierbar sein durch Propaganda, Desinformation, Lügen oder Irrtümer. Einige von uns halten sich sogar für so aufgeweckt (aufgewacht?), dass sie keinem mehr grundsätzlich auf den Leim gehen und über den Tisch gezogen werden können. Für sehr ambitioniert halte ich das. Immerhin gut nachvollziehbar erscheint das Streben danach, nicht mehr manipulierbar zu sein. Sei es von Menschen oder von Institutionen, die ja nicht immer das Beste von uns wollen.
Die Überzeugung, das eigene Selbst- und Weltbild sei korrekt, überspitze ich gerne mit der Behauptung, der Unterschied zwischen gebildet sein (und folglich gut informiert) versus gehirngewaschen bestehe lediglich in der Bewertung: Die Gehirnwäsche, der man selbst unterzogen wurde, bewertet man positiv und nennt sie Bildung. Die Informiertheit der anderen, wenn sie sich von der eigenen unterscheidet, nennen wir Desinformation, Verblendung, Brainwash.
»Kampf um die Köpfe«
Für aktuell am Beunruhigendsten halte ich den Sozialabbau und Ruin unserer Gesellschaftsordnung, der in Deutschland gerade vorgenommen wird zugunsten einer Militarisierung aus Angst vor Russland. Auch, dass diese Militarisierung nicht nur eine materielle ist, welche vorhandene Ressourcen in die Kriegsvorbereitung umlenkt, sondern dass dies auch eine geistige und emotionale Vorbereitung auf den Krieg ist. Angst vor Russland und speziell vor der Person Putin zu haben wird als normal angesehen und als ein Zeichen von Realismus. Die Psyche der Deutschen, die mit dem »Nie wieder!« nach zweiten Weltkrieg bisher eher eine pazifistische war, wird nun in Richtung Kriegstüchtigkeit geformt, und die Mehrheit hält das für realistisch: Eigentlich wollen wir es nicht, aber »wir müssen doch«, sagen sie, denn dort stünde ein unnachgiebiger Feind, mit dem man nicht verhandeln könne.
Ähnlich den Militärs anderer Länder stellt sich nun auch die Bundeswehr auf diesen »Kampf um die Köpfe« und Herzen ein. Denn neben den klassischen militärischen Bereichen Land, Wasser, Luft, (Armee, Marine, Luftwaffe), gilt nun diese vierte Waffengattung des »Kampfs um die Köpfe« als wesentlich effizienter, denn dort kann man mit geringeren Kosten größere militärische Erfolge erzielen als auf den ersten drei Schlachtfeldern. So versucht die Bundeswehr auch in diesem Bereich gegenüber Großmächten wie den USA aufzuholen.
Dass es für Angst vor Russland keine vernünftigen Gründe gibt, hatte ich hier im Blog schon erwähnt.
Genügen vier Prozent Widerstand?
Wie aber können wir uns dieser Kriegstreiberei widersetzen? Ulrike Guerot ist hierbei eine der Standfestesten. In diesem Interview mit Ben Berndt (Hier als Highlight Clips über 29 min), tritt sie in Bestform auf, mit Zitaten von Camus, Watzlawick und anderen: »Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht«. Das sagte Vaclav Havel, der sein kleines Land Ende 1992 auf Wunsch der Bevölkerung zweiteilen ließ, anstatt das zum Anlass eines Sezessionskrieges zu machen, wie die Führung der Ukraine es seit 2014 in Bezug auf das Donezbecken tat.
Ulrike Guerot sagt in diesem Interview auch, 4 % einer Bevölkerung, die einen mehrheitlichen Massenwahn nicht mitmachen, würden genügen, um die Katastrophe abzuwenden.
Subtile Zensur
Auch der 2015 aus China nach Deutschland geflohene, heute in Portugal lebende, international anerkannte Künstler Ai Weiwei weiß aus eigener Erfahrung um diesen »Kampf um die Köpfe«. In seinem gerade im Westend Verlag erscheinenden Buch »Über Zensur« schreibt er:
»Jede Gesellschaft – ob autoritär oder Teil des sogenannten freien Westens – bedient sich verschiedener Formen der Indoktrination, um das Verhalten zu lenken und die Wahrnehmung, Handlungsfähigkeit und Denkweisen der Menschen zu prägen. Gleichzeitig betäubt sie die Wahrnehmung der Realität und lässt das öffentliche Bewusstsein in einem gelähmten Zustand zurück. In dieser Taubheit geben die Menschen ihr Urteilsvermögen auf, schließlich verschwindet es ganz. Die Fähigkeit zum unabhängigen Denken schwindet. Eine persönliche Sicht auf Geschichte und Realität verschwindet ebenso wie die Fähigkeit, Dinge zu hinterfragen. Auf diese Weise verändert Zensur in hohem Maße die Art und Weise, wie gesellschaftliche Entwicklung interpretiert wird. Sie definiert nicht nur das Selbstbewusstsein und das Geschichtsverständnis neu, sondern verändert auch das Urteilsvermögen der Menschen und ihre Erwartungen an die Zukunft.«
Kapitalismus
Für die meisten von uns ist solch eine Zensur zu unauffällig, um sie wahrzunehmen. Das gilt auch für unsere Gewöhnung an den Kapitalismus. »Wir stehen jeden Morgen auf und machen Kapitalismus. Warum machen wir nicht mal was anderes?« fragt der Anthropologe und Mitbegründer der Occupy-Bewegung David Graeber. Kapitalismus ist ja kein Naturgesetz, sondern etwas, das wir täglich durch unsere Handlungen, Routinen und Entscheidungen aufrechterhalten.
In unserer kleinen münsterländischen Oase in Greven-Aldrup können wir uns dem weltbeherrschenden Kapitalismus zwar nicht entziehen, in unserem Nahraum jedoch einiges anders machen. Wer da mitmachen will, schreib mich an und komm uns besuchen!
Gott finden, aufwachen, die bedingungslose Liebe entdecken, ekstatisch leben, haha, alles das kannst du hier erleben. Als Mieter/in. Eventuell sogar ohne dafür bezahlen zu müssen, wenn du dich hier einbringst mit deinen Talenten und Sehnsüchten, deiner Kompetenz und Bereitschaft, dich für Ziele einzusetzen wie den Frieden im Nahraum, Frieden in der Welt, Liebe, Lust und Naturschutz, ohne dabei in erster Linie auf deinen Kontostand zu schauen. Wobei auch der nicht ignoriert werden darf, das wissen wir alle aus eigenen, z.T. schmerzlichen Erfahrungen, nur zu gut.
Minimalismus
Mehr zum Thema einer »tauschfreien Logik« demnächst, auch weil Tobi Rosswog bald nach Münster kommt (Terminangabe folgt). Ich kenne ihn seit fünf Jahren, habe ihn zwei Mal persönlich getroffen und schätze ihn sehr. Er wollte anlässlich seines Münster-Besuchs unsere kleine Gemeinschaft in Greven-Aldrup besuchen, aber da bin ich gerade in Sachsen. Tobi hat ein paar Jahre lang ohne Geld gelebt und sich und in der Zeit seine Talente großzügig verschenkt. Nun will er per Crowdfunding 1.111 € / Monat gespendet bekommen, das reicht ihm zum Leben. und um sich weiter entspannt verschenken zu können.
Ich habe ihm gerade einen Dauerauftrag eingerichtet, weil ich finde, dass solche Leute wie er unterstützt werden müssen. Wer das auch tun will, schreibe ihm an mail.ätt.tobi-rosswog.de. Meine Spende an ihn ist nur klein, weil ich teils selbst von Spenden lebe. Wenn ihr mir etwas spendet, d.h. Connection-Mitglied werdet, spendet ihr indirekt auch an Menschen wie ihn, deren Hand- wie Fußabdruck noch viel überzeugender ist als der von mir, wie neidlos zugestehe.
Sich wiederfinden auf Mallorca
Wer von euch kann sich einen ganzen Monat Auszeit auf Mallorca leisten? Wenn zu dazu gehörst, dann danke erstmal dem Himmel und der Erde oder denen, die dir das ermöglicht haben. Dann schau dir dieses traumhafte Angebot an. Wer im November nicht für einen ganzen Monat in den Süden fliehen kann oder das nicht will, kann sich auch für eine Woche in Puerto Pollensa einquartieren und sich (nach Absprache) so mit unserem Projekt verbinden.
Oder du wählst du ökologisch edlere Variante und buchst eine Auszeit in unserem Garten in Greven-Aldrup. In einem unserer Wohnwagen mit eigener Küche, Doppelbett und Camping-Klo. Duschen gibt’s sowohl im Garten wie im Haus. Auf einer unserer Terrassen auch eine Sauna. Oder, wenn’s schon draußen heiß genug ist, fahr mit dem Radl in 12 min zum Baden an den Westeroder See, wir haben auch zwei Besucher-Fahrräder zu verleihen.
Hi Wolf, erstaunlicherweise hatte ich – mehr oder weniger zeitgleich – ähnliche Gedanken im Kopf und habe sie im kleinen Blogbeitrag „Die Schere“ ausgeführt. Freut mich, dass du zur Illustration einen (wenn auch komischen) Giraffenkopf verwendet hast. Die Giraffe ist ja in der Gewaltfreien Kommunikation das Symboltier für Mitgefühl. Bei allem Ärger, ja Zorn, über die Manipulationen, denen wir ausgesetzt und ausgeliefert sind, sollten wir uns diese wunderschön menschliche Fähigkeit bewahren für zweierlei: einerseits für unsere eigene Fehlerhaftigkeit bzw. -anfälligkeit (wenn ich für alle meine „Fehler“, Irrtümer und Achtlosigkeiten im Laufe eines Tages ein Steinchen in die Hosentasche stecken würde,… Weiterlesen »