Wie pfeift man gegen einen Ozean an? (Rundbrief Nr. 149)

Im April 1933 schrieb Kurt Tucholsky aus Schweden an seinen Freund Walter Hasenclever: »Dass unsere Welt in Deutschland zu existieren aufgehört hat, brauche ich Ihnen wohl nicht zu sagen. Und daher: Werde ich erst amal das Maul halten. Gegen einen Ozean pfeift man nicht an.«

Seit der Wahl von Trump zum Präsidenten der USA muss ich oft an Tucholsky denken, an sein Schweigen nach 1933 und seinen Freitod in Schweden kurz danach. In einer Welt der Trumps, Erdogans und Orbans, Nigel Farages und Geert Wilders’, in der Marine Le Pen gute Chancen, im Frühjahr die nächste Präsidentin von Frankreich zu werden, gruselt es mich vor der Zukunft. Heute könnte in Österreich Norbert Hofer zum Präsidenten gewählt werden. Selbst wenn er es nicht wird, neigt sich die Stimmung in der Welt gerade nicht dem Frieden und einem guten Umgang miteinander zu. Kann man gegen den Ozean des Rechtspopulismus anpfeifen? Ich tue es, weil ich mir geschworen habe, an einem solchen Punkt wie der, an dem Tucholsky (er ist immer eine Art Vorbild für mich gewesen) damals vor dem so triumphal aufkommenden Faschismus eingeknickt ist, nie aufzugeben. Klar ist wie Welt heute anders und der heutige Faschismus trägt andere Gewänder, aber die politische Situation gibt zur Zeit nicht viel Anlass zur Hoffnung. 

Rückschritte nach rechts

Wer nun einwendet, Trump würde wenigstens etwas verändern, mit Hillary wäre es Business as usual gewesen, in einer abgekackten Welt, sage ich: Mit Trump wird es schlimmer. Trump ist noch unehrlicher und egoistischer als Hillary und das mit ihr verbündete Ancien régime. Er ist eine Provokation, aber keine gute. Er hat seine Wahl durch die Wutbürger Amerikas gewonnen, die das Establishment von Washington und den oberen zehn Tausend hassen, aber er wird noch weniger demokratisch regieren als Hillarys obere zehn Tausend. Er ist ein Verächter der Nichtchristen, Nichtweißen, Ausländer und fast aller Randgruppen, von Frauen und von allen, die anders sind als das weiße von sich selbst und der eigenen Größe erfüllte Amerika. Mit Trump soll es weniger Kriege geben als bisher, weil er sich mit Putin so gut versteht? Dass ich nicht lache …

Dabei verstehe ich, dass meine syrischen Freunde sich über Trump gefreut haben. Und jetzt freuen sie sich, dass Assad Aleppo eingenommen hat. Sie hassen Saudi-Arabien, das den IS unterstützt und von Deutschland Waffen bekommt. Verständlich. Die alte Welt ist unerträglich geworden, aber mit den Rechtspopulisten wird es noch schlimmer.

Wutbürger aller Länder …

Und noch ein Wort zum Thema Medienmanipulation und Verschwörungen: Die da meinen »das System« (der neoliberalen Weltherrschaft) durchschaut zu haben, sind mehrheitlich noch größeren, raffinierteren und von einer heilsamen Selbsterkenntnis noch weiter entfernten Manipulatoren auf den Leim gegangen. 

Ich erwarte nicht, dass der Erfolg des Rechtspopulismus nun endlich die guten Kräfte aus ihrer Lethargie befreit. Ich glaube andererseits auch nicht, dass er zum Terminator des weltbeherrschenden neoliberalen Geschäftsmodells wird – im Gegenteil, die im Rechtspopulismus vereinigten »Wutbürger aller Länder« werden es noch schlimmer machen. Wir brauchen in der Politik kein sensationsgeiles Gepöbel, sondern eine intelligente Antwort auf die Naturzerstörung und Menschenverachtung des herrschenden Weltwirtschafts- und Finanzsystems. 

Damit beschäftigt sich das Buch How soon is now von Daniel Pinchbeck, das ich gerade übersetze. Es gibt eine kluge, radikale und praktikable Antwort auf die Probleme der Welt. Die werden dort zunächst schonungslos und einsichtsvoll beschrieben, dann gibt Pinchbeck eine Anleitung, was wir tun können. Darüber bald mehr. 

Das Monster Bürokratie

Im Connectionhaus ist es zur Zeit erfreulich ruhig. Meine ausländischen Mitbewohner sind fast alle in Integrationsmaßnahmen und Sprachkursen oder haben einen Ausbildungsplatz. Die Probleme vor Ort sind immer noch dieselben: Es fehlt eine gute Busverbindung nach Neumarkt und Mühldorf, die fehlt aber nicht nur den Flüchtlingen, sondern auch anderen Dorfbewohnern. Und über das Monster Bürokratie wollte ich schon längst mal ausführlich schreiben, hier immerhin jetzt mal ein kleiner Hinweis auf einen Artikel in unserer Lokalzeitung, dem Neumarkter Anzeiger. Josef Enzinger vom Mühldorfer Anzeiger hatte mich besucht und eine Stunde lang ausgefragt über die Probleme, die wir ehrenamtlichen Helfer hier vor Ort haben, speziell im Umgang mit den Behörden. 

Meditation und Wissenschaft

Am 25./26. November war ich auf der Konferenz »Meditation und Wissenschaft« in Berlin. Trotz hoher Eintrittspreise (über 449 € für anderthalb Tage) war sie schon lange vorab voll ausgebucht. Sie widmete sich der wissenschaftlichen Bearbeitung der uralten spirituellen Praxis der Meditation, dieses Mal mit Schwerpunkt auf MBSR (mindfullness based stress reduction). Diese Art der Anwendung der Kernidee von Buddhas Achtsamkeit (auf Pali: sati) wurde von John Kabat Zinn vor mehr als 35 Jahren begründet. Sie erlangte weltweit großen Erfolg vor allem wegen ihres wissenschaftlichen, ‚religionsfreien‘ Ansatzes und trug wesentlich zum Boom des Begriffs ‚Achtsamkeit‘ bei, der inzwischen auch für alles verwendet wird, was irgendwer irgenwie optimieren will. Auch mit diesen ‚Missbräuchen‘ befasste sich die Konferenz, teils wenig überzeugend (die Podiumsdiskussion hierzu), teils überzeugend (Kabat-Zinn). Das Highlight der Konferenz war der Auftritt von John Kabat Zinn per Videoeinspielung, seine Präsenz, Einfachheit und Menschenliebe hinterließ den ganzen Saal in einer Glückstrance. Zweitens auch Tania Singer vom Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig mit den Ergebnissen ihrer Empathieforschung. Sie führte anhand der Wirkung auf eine Gruppe von Depressiven sehr genau aus, dass fokussierte Aufmerksamkeit auf irgendein Objekt (z.B. den Atem) ganz andere Ergebnisse bringt als etwa die Metta-Meditation, die das Mitgefühl für alle empfindenen Wesen übt. 

Termine

Für den 11. 1. habe ich nun meinen La Palma Flug gebucht. Endlich mal wieder auf dieser schönen, wasserreichen Insel der Kanaren! Ich habe sie schon sehr vermisst. Mein Plan ist, bis Anfang April dort zu bleiben. Gleich nach dem Rückflug am 7.-9. April bin ich auf der Become Love in Berlin, dann auf dem Osterfestival des Befree Instituts auf Gut Frohberg bei Meißen. Viele weitere Termine für 2017 stehen schon fest, mehr dazu demnächst. 

Aber jetzt erstmal muss ich das Buch von Daniel Pinchbeck fertig übersetzen – die Weltrettung hat Priorität, denn es ist fünf vor zwölf, wir werden auf dem Deck der Titanic vielleicht nicht mehr lange weitertanzen können. 

Vom 28. Dezember bis 2. Januar bin ich wieder auf Gut Frohberg, auf dem Silvester-Festival des BeFree Instituts, wie schon die letzten Male sowohl als Mitgestalter wie auch als Teilnehmer.

Feierabend

Weil der Anfang meines Rundbriefs so düster war, hier der Link auf einen Klassiker, den viele schon kennen und mögen: Der (3:40 min) Kurzfilm von Loriot zeigt die Schwierigkeiten in einem Ehealltag meditativ zu sein. 

Mit herzlichem Gruß

Wolf

schneider@connection.de

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Diskussion zu: Wie pfeift man gegen einen Ozean an? (Rundbrief Nr. 149)

  1. Lieber Sugata,

    danke für Deinen Rundbrief. Ja, wie pfeift man gegen einen Ozean an? Diese Frage beschäftigt auch mich schon eine Weile, ich würde es nur anders formulieren. Mich treibt seit einiger Zeit nämlich die Frage um, inwieweit es Parallelen gibt zwischen dem Bewusstseinszustand der Deutschen unter Hitler und unserem heutigen weltweiten, globalisierten. Klingt absurd? Vielleicht weniger, wenn ich mich frage, ob die große Mehrheit der Leute sich damals unter Hitler und seinem »Deutschland erwache!«-Programm ähnlich ermächtigt gefühlt haben mögen wie wir uns heute mit Facebook, Google oder Apple, um nur ein paar der großen Akteure und Schrittmacher zu nennen.

    Denn aus meiner Sicht ist es nicht das Problem, dass es »Faschos« gibt oder einen Präsidenten Donald Trump. Das ist nur ein Aspekt. Das Hauptproblem ist, dass wir alle genau wissen, wo’s lang geht – je nach Temperament und persönlichem Hintergrund nach rechts oder nach links, nach oben oder unten. Es findet so gut wie keine Diskussion mehr statt, nur noch so etwas wie ein Schlagabtausch: kein (wenn auch streitvolles) konstruktives Miteinander, sondern jede/r weiß, was Sache ist. Die Lösung ist … Bitte hier einfügen und ergänzen: Merkel muss weg, Merkel muss bleiben, Trump muss weg, Trump ist der Retter … Die EU ist Scheiße, die EU ist unsere Zukunft, Flüchtlinge rein, Flüchtlinge raus. Diese Liste ließe sich endlos erweitern.
    Keine Fragen, warum jemand das anders sehen könnte als man selbst. Kein Versuch zu verstehen. Kein Abwägen. Kein Zulassen von Ambivalenzen und Lernen, trotzdem gemeinsam zu einem pragmatischen Handeln zu kommen. Denn alle WISSEN. Jeweils ohne Wenn und Aber. DAS ist der Ozean. Und vor dem habe ich Angst.

    Vielleicht hat auch Tucholsky das ähnlich empfunden. Wenn die Grundstimmung faschistoid wird – wenn es also nur noch um die Machtfrage geht, ums Recht haben, ums »besser Sein«, dann hat der Geist, das Verstehen, das Miteinander keinen Raum mehr, hat verloren. Vielleicht war es das, was Tucholsky letztendlich dazu gebracht hat, seinem Leben ein Ende zu setzen.

    Und die neoliberale Gesinnung ist ja nicht nur »da draußen«, bei den bösen Kapitalisten, den »oberen Zehntausend«. Wir alle, auch ich, haben sie inzwischen tief verinnerlicht. Sie hat sich wie das Myzel eines Pilzes bis in die feinsten Verästelungen unser Aller Leben ausgebreitet. Auch ich selbst definiere mich inzwischen nach deren nach außen hin freundlich erscheinenden, innen aber knallharten Kriterien von »Marktwert«. Der einzige Unterschied zu meinen Mitmenschen ist, wenn überhaupt, dass mir das (noch) mehr oder weniger bewusst ist. Der Feind sitzt längst innen und wird von den meisten willkommen geheißen, bedeutet es doch, dazuzugehören und sich gut fühlen zu können.

    Was immer demnächst geschehen mag – es wird noch weniger absehbar sein als es Ereignisse immer schon waren.

    Claus

  2. Lieber Wolf Schneider!
    Danke für Deine Kommentare. Wie immer kann ich sie voll inhaltlich teilen. Immer wieder frage ich mich natürlich, für wen schreiben wir diese Rundbriefe, Artikel, Postings, Essays, Bücher? Doch nur für all jene, die sowieso unserer Meinung sind. Das so genannte rechte Lager erreichen wir nicht, weil es eben genau das ist: ein Lager, ein selbst gebautes Denk-Gettho mit selbst gebauten Stacheldrahtmauern drum herum. Ein „linkes Lager“ gibt es nicht, soll es auch nicht geben, weil weltoffenen Menschen Lagerdenken fern ist. Was also tun um angsbesetzte, gepanzerte, rechte Parolen nachplappernde Menschen zu erreichen? Sich an Stammtische setzen? Die Lichtfrequenz erhöhen? Beten? Vielleicht wäre das einmal eine Forumsdiskussion wert.
    Einen erbaulichen Tag wünscht
    Bernd

  3. Lieber Wolf,

    30 Jahre war ich Connection-Abonnent und nun schreibe ich zum ersten Mal einen Kommentar auf deinen Rundbrief.
    Nun, worum geht es? Vielleicht werde ich das Buch von diesem Pinchbeck sogar lesen, um es dann frustriert aus der Hand zu legen und genau zu wissen, dass kein Buch der Welt irgendetwas an den Umständen auf dieser Welt ändern wird.
    Und deshalb geht mir dieses intellektuelle Gejammere über Trump und die ganzen europäischen Rechtspopulisten total auf den Geist. Du sagst, mit Trump wird es schlimmer, mit der AfD wird es schlimmer werden, Hofer hats nicht geschafft, mit LePen usw. wird alles schlimmer. Natürlich ist das so. Aber vielleicht muss alles noch viel schlimmer werden, damit es dann irgendwann wieder besser werden kann. Vielleicht muss alles zusammenbrechen und viel Leid üner uns wohlstandsgesättigte Mitteleuropäer kommen, damit sich etwas ändern kann. Ich befürchte, wir sind so weit, das es nicht mehr zu verhindern ist.
    Wir brauchen keine „intelligente Antwort auf die Naturzerstörung und Menschenverachtung des herrschenden Weltwirtschafts- und Finanzsystems“. Die Frage ist, wie können wir die Macht des Geldes brechen und wie können wir Menschen an die Macht bringen, die endlich wieder menschliche Politik machen. Und darauf habe ich noch keine Antwort in einem Buch gefunden. Und ich habe auch keine.

    Das Buch von Pinchbeck ist bestimmt wundervoll und du übersetzt es bestimmt in eine wunderbare Sprache. Und du kannst dir damit schön deinen Lebenunterhalt verdienen. Aber ansonsten ist es in meinen Augen brotlose Kunst, solange niemand da ist an relevanter Stelle, der diese Vorschläge in die Tat umsetzt.
    Sehr pessimistisch, meine Einstellung? Ja, aber sehr realitätsbezogen.
    Und noch was. Ich bin nicht unglücklich! Ich freue mich sehr über das Leben, das ich führen darf.

  4. Lieber Wolf,
    immer wieder schön, deine Kommentare zu lesen. Selbst auf meiner einsamen Scholle ist es eine Herausforderung angesichts der grossen, gruseligen Weltpolitik die Ruhe zu bewahren. In meinen Gruppen ist es auch mehr und mehr Thema. Meine Gedanken dazu: Ich glaube, dass Gute überwiegt, das Böse ist nur so verdammt gut organisiert.
    Hier meine Empfehlung: Lass uns das Gute besser organisieren und fairnetzten. Ich hirne die ganze Zeit: WIE?! Vielleicht hirnst du und einige andere ja mit?

    Draussen scheint die Sonne und taucht die Landschaft in zauberhafte Farben,
    Einen hellbunten Gruß zu dir
    Pea

  5. Hallo Norbert,

    danke, dass du das schreibst! Du hast Recht: Das Gejammere hilft nichts. Aber wenn du da forderst „Wir müssen die Macht des Geldes brechen“ usw. dann braucht es ja genau das: Einsicht, Verständnis und dann einen Actionplan. Damit beschäftigt sich Pinchbeck (und auch ich und viele andere). Das wird immer ein dialogischer Prozess bleiben, ein Umhertasten mit Versuch und Irrtum, weiterhin und ohne Ende. „Jemand an relevanter Stelle, der das in die Tat umsetzt“, das ist ja fast ein Ruf nach einem (guten) Diktator. Das halte ich für gefährlich.
    Im übrigen bin ich nicht unglücklich. Ich bin zwar immer wieder mal wütend auf ‚das System‘ und die menschliche Dummheit, aber nicht unglücklich. Ich bin sogar überwiegend sehr, sehr glücklich und meine manchmal, das vor meinen Mitmenschen verstecken zu müssen, damit sie nicht neidisch werden und denken »Na, der macht sich’s ja leicht, bei all dem, was in der Welt schief läuft.« Ich atme, liebe, meditiere, bin einigermaßen gesund und genieße das Leben. Und trotzdem packt mich manchmal die Wut. Auch das ist gut so.

    Liebe Grüße
    Wolf

  6. Liebe Pea,

    ai, danke, schön, dich zu hören! Du hast Recht: Das Gute überwiegt, das Böse ist nur so verdammt gut organisiert. Außerdem sind die Intelligenten meist voller Selbstzweifel, die Dummen hingegen tendenziell eher von sich überzeugt, vielleicht fällt es ihnen deshalb leichter sich zu organisieren. Das heißt, wir müssen da mal ein bisschen springen, wir Uns-selbst-in-Frage-Steller, und uns besser organisieren. Die Selbstzweifel nicht fallenlassen, die sind wertvoll, aber trotzdem zur Aktion schreiten. Machen, was wir können, so gut es eben geht. Und nicht nur »auf dem Deck der Titanic ein bisschen die Stühle zurecht rücken«, wie Pinchbeck gerade schrieb.

    Liebe Grüße
    Wolf

  7. Hallo lieber Wolf,

    es gibt durchaus Grund zur Hoffnung auf eine bessere Welt.
    Sieh Dir den Film „Die Revolution der Selbstlosen“ an:

    http://achtsame-lebenskunst.de/2016/02/29/aktueller-tipp-die-revolution-der-selbstlosen/

    Frau Singer ist darin ebenfalls zu sehen.

    Die Umstrukturierung unserer Gesellschaft kann m.E. nur von unten her erfolgen, d.h. durch kluge Edukation der nachfolgenden Generation in Sachen Achtsamkeit, Meditation und Yoga. Und da tut sich sogar beim „großen Bruder über’m Teich“ schon etwas.
    Ich glaube, dass wir so langfristig auf zwei Industriezweige ganz verzichten könnten. Auf den der Psychiatrie und auf den der Psychopharmakotherapie. Im folgenden Blog habe ich dazu einen (dritten) Kommentar verfasst, doch seit einer Woche warte ich auf die Freischaltung. Vielleicht hat dem Blog-Betreiber das, was ich geschrieben habe, nicht ganz so gut gefallen?

    http://www.mind-and-brain-blog.de/2055/psychiaterinnen-und-psychiater-fuer-eine-bessere-welt/

    Für Deinen Aufenthalt auf LaPalma wünsche ich Dir alles Gute. Und vergiss neben all der Übersetzungsarbeit bitte nicht, Deine Mitbewohner ein bisschen an die Hand zu nehmen in Sachen Meditation. Auf dass sie die heilsame Wirkung derselben vielleicht eines Tages zurück in ihre Heimat tragen…

    Viele Grüße, Anja

  8. Liebe Anja,
    danke für deine Hinweise! Sowohl auf den Film – es gibt auf Arte immer wieder sehr Gutes zu sehen – wie auch auf das Thema Psychiatrie, Therapie, Depression, Fettleibigkeit.
    Und ein Einwand in Sachen Edukation (Erziehung & Bildung): Es kommt dabei ja darauf an ZU WAS man Menschen erzieht. Jede Erziehung ist auch eine Gehirnwäsche, die so Erzogenen können danach unglücklicher sein und ihrer Umgebung mehr schaden als vorher, als Unerzogene. Es kommt auf die Inhalte an und auf den Charakter und die Lebenshaltung der Lehrer, der Content-Anbieter, auf den Geist der Bildung. Und wer entscheidet den? Das ist eine Frage des politischen Systems. Es hängt eben alles miteinander zusammen, Henne und Ei, alles. Ich habe jedenfalls große Hoffnung in das Internet als Bildungsträger. Das ist die kostengünstigste Variante, und sie lässt, wenn man es richtig macht, den Lernenden größtmögliche Freiheit. Und dann muss es natürlich Anleitungen geben, wie man im Internet gute Inhalte findet, gute Programme, anhand derer man sich ausbilden kann. Wie soll man sich dort zurechtfinden? Das ist nicht leicht, aber nicht unmöglich.
    Grüße
    Wolf

  9. Ja genau! Auf die Geisteshaltung der Lehrenden kommt es an. Lehrer sind Vorbilder und Identifikationsfiguren. Und wenn man Lehrer und Lehrerinnen die wohltuende Wirkung von Achtsamkeit, Meditation und Yoga erfahren lässt, können sie dies weitergeben an ihre Schüler. So entsteht eine Grundlage für Herzensbildung. Ich zitiere Johann Heinrich Pestalozzi:
    „Das Wesen der Menschlichkeit entfaltet sich nur in der Ruhe.
    Ohne sie verliert die Liebe alle Kraft ihrer Wahrheit und ihres Segens.“

    Wer im Herzen gut ausgebildet ist, wird sich leicht tun, in der virtuellen Welt entscheiden zu lernen, was der Menschlichkeit dient und was ihr zuwider läuft.
    Richard Stiegler widmet sich in dieser Woche dem gleichen Thema:
    http://seeleundsein.com/aktuelles/181-woche-49-50

    Eine schöne „Ko-Inzidenz“, nicht wahr?

    Viele Grüße, Anja

  10. Wolf, einen hab‘ ich noch… 😉 .

    Bringt den Völkern in Afrika bitte endlich das Meditieren bei!

    Früher oder später werden sie dadurch so viel Mitgefühl für sich selbst und andere entwickeln, dass ihnen klar wird, dass es Wahnsinn ist, Kinder in die Welt zu setzen.

    Das Problem der Flüchtlinge wäre auf diese Weise gelöst.

    Hab‘ ich mich jetzt disqualifiziert?

    Und wenn schon, damit kann ich leben.

    Keep smiling, Anja

  11. Ja, was tun gegen rechten Populismus, Neoliberalismus, Rassismus, Diskriminierung, Hass, usw.?
    Mein Vorschlag: Zeugnis ablegen! (So hat sich das Christentum gegen alle Anfeindungen im Römischen Reich schließlich durchgesetzt.)
    Wie meine ich das?
    Jeder, der guten Willens ist, sollte sich noch einmal die Geschichte des 20. Jhs. vor Augen halten. Daraus geht eindeutig hervor, dass Nationalismus, Rassismus und Faschismus niemals Probleme lösen, sondern in den Krieg führen. Und daran sollten wir bei jeder sich bietenden Gelegenheit erinnern.
    Und dann sollten wir im Grundgesetz lesen: Die Würde des Menschen. Verbot von Diskriminierung. Pluralismus. Eigentum soll zugleich dem Wohl der Allgemeinheit dienen. Gleichberechtigung. Asylrecht. Demokratie. Sozialer Rechtsstaat.
    Da steht alles drin. Das sind die Werte, die für eine funktionierende und friedliche Gemeinschaft essentiell sind. Wenn wir uns darauf berufen, sind wir im RECHT.
    Das sollte uns selbstbewußt machen.
    Sicher können wir so keinen Rechtsradikalen bekehren. Aber wir können die Jugendlichen und die Unpolitischen dazu anregen, durch logische Schlussfolgerungen (nicht durch Gehirnwäsche!) darauf zu kommen, was für sie und die Gesellschaft besser ist.
    Zivilcourage ist gefragt. Zeugnis ablegen.
    Wenn jeder Einzelne in seinem Umfeld und im Rahmen seiner Möglichkeiten Verantwortung übernimmt, sollte es möglich sein, die Extremisten zu marginalisieren und vielleicht sogar fällige soziale Reformen anzustoßen.
    Zweckoptimismus ist nicht die schlechteste Haltung.

  12. Hallo Wolf,

    jetzt habe ich eine Nacht darüber geschlafen, und der Gedanke lässt mir keine Ruhe. Welcher Gedanke? Dass wir tatsächlich das Leben auf dem Planeten Erde und damit für uns alle ein bisschen besser machen könnten. Bitte denke einmal ernsthaft darüber nach. „Buddhistische Ethik“ als Schulfach – und die Welt sähe anders aus. Im Mai 2014 habe ich dazu schon einmal etwas geschrieben:
    http://www.claudia-klinger.de/digidiary/2014/05/03/ich-will-doch-nur-ein-besserer-mensch-sein/#comment-51313

    Seit der Veranstaltung „Meditation im Hochschulkontext“ – das Münchner Modell – weiss ich, dass es bereits Menschen gibt, die daran arbeiten, (zukünftige) Lehrer mit Meditation vertraut zu machen. Doch glaube ich, dass das allein nicht genügt. Unsere Kinder sollten von klein auf mit ethischen Prinzipen vertraut gemacht werden, die sie ein achtsames Bewusstsein für sich selbst, ihre Mitmenschen und die gesamte Schöpfung entwickeln lassen. Diese Art der Erziehung dem Elternhaus zu überlassen, ist in meinen Augen sträflicher Leichtsinn. Wir müssen ein Gegengewicht schaffen zur ständigen Beschäftigung mit dem Smartphone und dem Internet! Unsere Kinder sind gerade auf dem besten Wege, zu verdummen. Vergleiche hierzu auch den Gehirnforscher Manfred Spitzer:
    https://www.amazon.de/Digitale-Demenz-unsere-Verstand-bringen/dp/3426276038

    Kannst Du Dir vorstellen, dass wir, d.h. Du und ich und all die anderen klugen „Hirne“, die Deinen Blog verfolgen, ein Schreiben an das Bundesministerium für Bildung und Forschung senden mit der Bitte um Prüfung, ob sich das Fach „Buddhistische Ethik“ in unseren Schulplänen implementieren ließe? Das WÄRE ein Pfiff gegen den Ozean!

    Lass uns nicht wie Tucholsky den Kopf in den Sand stecken!

    Ein achtsames Leben zu führen bedeutet, viel weniger anfällig zu sein für Manipulation, von welcher Seite auch immer.

    Danke für Deine Aufmerksamkeit, Anja

  13. Danke, Barbara! Ja, Zeugnis ablegen, das ist ein gutes Prinzip. Zivilcourage. Und auch der Zweckoptimismus. Nicht die Augen verschließen vor den Gefahren, aber sich dadurch auch nicht zum Zyniker oder Pessimisten machen lassen.
    Grüße
    Wolf

  14. Lieber Wolf,

    tut mir Leid, die politische Lage sehe ich erheblich anders als du sie beschreibst. Teile der Eliten befürworten die schier grenzenlose Zuwanderung von Islamanhängern. Was das für Folgen haben kann, zeigen 1400 Jahre Geschichte.

    Schau nur mal als Beispiel: Die Ahmadiyya-Anhänger bauen reihenweise Moscheen mit meist aktiver Unterstützung der lokalen linksgrünen und Unionspolitiker. Es gibt Ansagen, wo die lang wollen. Der Gründer sagte: „Ich bin gekommen, das Kreuz zu brechen. Das Schwein zu vernichten.“

    Oder der 4. Kalif der Ahmadiyya: „Beim ersten Aufstieg des Islam war der Untergang der christlichen Völker nicht endgültig, aber sein Wiederaufstieg in unserer Zeit wird die vollständige Verdrängung der Lehrsätze des heutigen Christentums herbeiführen.“

    Solche Beispiele ließen sich in sehr großer Zahl benennen. Das sind mal klare Ansagen.

    Mich erinnert das, bei allen Unterschieden, an viele internationale Appeasementpolitiker gegenüber Deutschland. Die deutsche Regierung betonte ständig ihren Friedenswillen. Man war sehr geneigt, dies für bare Münze zu nehmen anstatt alle klaren Eroberungsaussagen zur Kenntnis zu nehmen. Die gab es reichlich, alleine „Mein Kampf“ ist eindeutig.

    So belügen sich viele heute zu dem obigen Thema. Das ist für mich das Hauptrisiko kommender Jahrzehnte und nicht ein Donald Trump oder FPÖ. Die kann man ablehnen, klar. Obiges wird übrigens in reichlich Islamforen bejubelt: 1400 Jahre widerstanden die Europäer. Jetzt sind sie so geschichtsverblödet, dass sie reif sind.

    Wie immer, wird auch die Zukunft Chancen und Risiken bringen. Mein Blick ist primär auf Chancen!

  15. Lieber Jürgen,

    auch ich empfinde den fanatischen Islam als eine Gefahr, das empfinde ich in ähnlicher Weise wie der in Deutschland lebende Islamwissenschaftler Hamed Abdel Samaad. Dass der Islam nun Europa übernehmen wird, halte ich allerdings für eine Angstfantasie, die von einigen politischen Kräften geschürt wird. Wir sollten uns dabei außerdem nicht auf nur eine Art von (politischer oder religiöser) gewaltbereiter Rechthaberei einschießen und dabei auch nicht die Bedeutung von Aktion und Reaktion vernachlässigen. Zunächst mal sind die USA die bei weitem stärkste Militärmacht der Erde und damit jahrzehntelang sehr aggressiv und rücksichtslos vorgegangen. Die heutigen ‚Terroristen‘ sind großenteils von ihnen herausgezüchtet worden, für eigene politische Ziele, nach dem Motto: Der Feind meines Gegners ist mein Freund. Zweitens sind alle drei westlichen, ‚abrahamitischen‘ Religionen prinzipiell und traditionell in hohem Maße gewaltbereit, die islamische ist davon nur die jüngste und in ihrem härtesten Flügel heute gewaltbereiteste. Israels orthodoxes Judentum steht dem, was das Emotionale anbelangt, allerdings nicht viel nach und hat viel von dem Hass der dort wohnenden Moslems auf den Westen (siehe Gaza usw.) mitproduziert. Und schließlich beweisen auch 1400 Jahre Geschichte noch nicht, was jetzt und in Zukunft sein wird, was soll man sonst über die Kreuzzüge sagen, die Konquistadoren, die Indianervernichtungsstrategie der entstehenden USA, von den noch viel näher liegenden Genoziden in Eurasien und Afrika ganz zu schweigen.
    Da ist es besser, wie du selbst sagst, sich auf die Chancen zu fokussieren, und das kann man auch dem Islam gegenüber. Auch dort gibt es eine Frauenbewegung, einen aufgeklärten, historisierenden Islam (»Der Koran ist Menschenwerk, nicht Gotteswort«) und eine friedliebende Mehrheit.

    Salaam aleikum
    Wolf

  16. Liebe Anja,
    danke für deine vielen guten Ideen zum Thema Bildung! Ich würde allerdings nicht „Buddhistische Ethik“, als Schulfach einführen wollen, sondern etwas Transreligiöses. Entweder nur Ethik, aber dann wirklich transkulturell ausgeführt, oder etwas, das auch Meditation enthält. Ethik, Meditation, Yoga, Geistestraining, Schulung der Achtsamkeit, Sprachbewusstsein (wie sehr die innerlich und äußerlich gesprochenen Worte uns ins ‚Verstehtracen‘ versetzen), sowas von der Art. Auf jedenfalls sollten wir KEINERLEI religiöse oder politische Lagermentalität fördern auf den staatlichen Schulen, sowas sollte es dort nicht geben dürfen. Nicht christlich, nicht islamisch und auch nicht buddhistisch.
    Liebe Grüße
    Wolf

  17. Wolf, es sind nicht“ viele gute Ideen“, es ist eine. Eine ganz konkrete. Dass ich in diesem Fall „Buddhistische Ethik“ als Namen für das Fach vorgeschlagen habe, liegt allein daran, dass der Buddhismus keine Religion im eigentlichen Sinn darstellt, sondern eine Philosophie. Der Buddhismus ist Geistes-Schulung. Und damit der Inbegriff von Achtsamkeit. Es wundert mich, dass Du das in all den Jahren Deiner Beschäftigung mit dem Thema nicht verinnerlicht hast. Hast Du eigentlich schon einmal etwas von „Raja-Yoga“ gehört? Wir können das Fach auch „Raja-Yoga“ nennen. Damit wäre alles gesagt. Wenn dann noch ein bisschen Hatha-Yoga dazukommt, umso besser. Früher oder später würde daraus Bhakti-Yoga. Und irgendwann Jnana, das Wissen.

  18. Liebe Anja,
    klar weiß ich dass der Buddhismus keine Religion zu sein beansprucht. Aber er wird von den meisten Menschen hierzulande als solche wahrgenommen, und als ‚einheimischer Volksbuddhismus‘ (z.B. in Sri Lanka, aber nicht nur dort) hat er mit seinem Glauben und seinen magischen Ritualen tatsächlich Eigenschaften von Religionen.
    Die meisten Menschen haben vergessen, dass ‚katholisch‘ übersetzt ‚allumfassend‘ bedeutet. Der Katholizismus, vielleicht gilt das im Ursprung alle Religionen, haben ja nicht beansprucht einen Lagermentalität zu erschaffen, sondern wollten allumfassende Welt- und Selbsterkenntnis sein.
    Auch ‚Raja-Yoga‘ würde ich für unsere Kultur nicht als Name für ein solches Fach hernehmen. Es zählt dabei ja nicht nur was du und ich darunter verstehen und was es ‚eigentlich‘ bedeutet, sondern was die Massen darunter verstehen, und das wäre in diesem Falle wohl ’sowas Indisches‘ wie ein Mantra oder ‚diese Körperverrenkungen, die man im Yoga macht‘, die gar keine Verrenkungen sind – eigentlich.
    LG
    Wolf

  19. Lieber Wolf,
    ich habe hier vor allem die Kommentare gelesen. So ein Text hat ja immer seinen Fortgang in den Komemntaren und man bezieht sich besser auf diese.

    Connection hatte zigtausend Leser. Wo sind die eigentlich? Hier könnten Sie sich zeigen – und aktiv „mitmachen“, anstatt nur Leser (von Heften) zu sein.
    Wieso ist das so? Wieso diese Abstinenz?

    Was Barbara andeutete, im Alltag tätig zu sein, das versuche ich neuerdings wieder zu praktizieren. Vielleicht weil das Leben als „Atom “ ruppiger geworden ist im Kreis der Molekularbewegungen. Was mich dahin (ab) führt, daß ja der Atomgedanke, eine glänzende Idee Demokrits, für praktisch 2000 Jahre „verschwand“, also eine fruchtbare wissenschaftliche Erklärung nicht (mehr) nutzbar war und sich entfalten konnte. Diese immerwährende Auf und Ab von guten Ideen und ihrer alsbaldigen Zersetzung, das scheint ja unausrottbar zur Menschheit zu gehören.
    Vielleicht, vielleicht ist ja unsere Zeit des Internets reif für geändertes Verhalten. Aber wenn man sich den allgegenwärtigen voluminösen Hass im Netz anschaut, dann ist das Bauen auf die positiven Möglichkeiten im Netz eigentlich … mir fällt hier kein passendes Wort ein.

    Was andererorts hier gesagt wurde, daß vielleicht alles zusammenzubrechen hat, damit Neues entstehen könnte, halte ich nicht für hoffnungsgebend. Denn danach würde es weitergehen mit all dem Leid, das im Menschen steckt. Dein Namensvetter schrieb ein Buch über die menschliche Destruktivität, in dem er im Prinzip anführte, daß nur unsere Agression (im weitesten Sinne) uns als Art soweit bringen konnte.
    Als Hobbybiologe lese ich, daß Schimpansen furchtbar brutal sein können, Bonobos dagegen friedlich. Kreuzungen der 2 Arten vor Jahrtausenden führten aber sehr rasch wieder zum Verlust der genetischen Anteile der Bonobos am Erbgut – weil es offenbar nicht zweckdienlich war zum Überleben.
    http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-20783-2016-10-31.html

    Ich weiß nicht, wie Hoffnung „aussehen“ sollte. Ich kann hier nichts anbieten. Ich bete nicht, meditiere nicht, bin nicht betont achtsam, bin manchmal glücklich und manchmal unglücklich (der kleine Gerhard ist es), habe bloß einen Verstand und eine Sensibilität. Mehr nicht.

    Was man machen kann, ist gute Geschichten ins Netz streuen. Eine Datenbank des Guten/Friedvollen/Schöpferischen ohne gleich eine Datenbank aufzubauen. Vielleicht gibt es aber schon so etwas und wir alle hier wissen nicht davon???
    Das wäre sicher symptomatisch.

  20. Hallo Gerhard,
    du treuer Leser und Schreiber, dir MUSS ich ja antworten (hahaha) …. wenigstens kurz, denn bis nächste Woche bin ich noch unter Hochdruck an der Übersetzung des Weltrettungsbuchs von Daniel Pinchbeck dran. Zunächst mal zur Resonanz: Connection hatte circa 3.000 Abonnenten. Die Faustregel der Zeitschriftenbranche ist, dass man pro Tausend Abonnenten einen Leserbrief bekommt. Connection bekam circa doppelt so viele pro Ausgabe (nicht immer, aber meistens, und manchmal war es auch nur Geblöke), was bedeutet: Die Leserschaft war hoch engagiert. Wenn nun auf den monatlichen Newsletter auf connection.de sechs Kommentare kommen, würde ich als das ähnlich hoch bewerten. Wenn es neun sind, ist es RIESIG. Die meisten Menschen sind halt sehr passiv. Und wir sollten die Wirkung der heutigen Infofluten auf den damit heutzutage überschwemmten Leser / Surfer nicht unterschätzen.
    Zum „Was können wir tun?“ bald mehr. In bin nämlich gerade in dem Teil des Buchs, der sich damit beschäftigt. Du schreibst immerhin Leserbriefe, auch wenn dein Verhalten ansonsten angesichts unserer Zivilisation- und Ökokatastrophe noch …. suboptimal ist.
    Aber: Ehrlichkeit ist schon mal ein guter Anfang!
    Liebe Grüße
    Wolf

  21. Was an meinem Verhalten ist suboptimal? 🙂 Dass ich nicht meditiere? Das kann es wohl nicht sein.
    Woher du diese Sichtweise auf mich hast, ist mir sehr undeutlich 🙂

  22. Ah jetzt weiss ich es. Es geht um das Verhältnis der stimmen im Netz.
    Ich beobachte seit einigen jahren blogger, die “ an der Front“ sich argumentierend abarbeiten und ihre Sichtweise absolut nicht rüberbringen können. Das scheint teilweise so zu sein, wie Wasser in einem einer mit loch zu schützen. Da du kein rund-um-die-uhr-blogger bist und nicht die orte im Netz aufsuchst, wo du mit deiner Sichtweise kämpfend antrittst, Weisst du vermutlich nicht von solchen Anstrengungen

  23. Sorry, dass ich das gesagt habe. Wo ich eh grad keine Zeit habe und erst später was dazu sagen will. Ich meinte den ökologischen Fußabdruck deines Lebens (und das gilt ja so ähnlich für die meisten von uns) und die soziale Passivität (auch das gilt für die meisten von uns). Ich werde hierzu noch mehr ‚in den Ring‘ steigen und genauer sein – aber nicht jetzt. Ich hab bis Montag ein Buch abzugeben.

  24. Lieber Wolf,
    danke für deine aufmunternden Worte, nicht einzuknicken. Meiner Natur nach würde ich mich lieber so verhalten wie Kurt Tucholsky. Ich habe (vor dem 4.12.) auch schon Auswanderungsseiten im Internet besucht und überlegt, ob Kanada (ist mir zu kalt) oder Neuseeland besser wären.

    Wir Österreicher haben die hasserfüllten FPÖler zurückgewiesen. 2/3 der Van der Bellen-Wähler haben ihn gewählt, um Hofer zu verhindern. Und wir haben gezeigt, dass wir, die dem Humanismus und der Menschlichkeit Verpflichteten, etwas tun können, wenn wir zusammenstehen.

    Eine Person würde ich deiner Liste hinzufügen wollen: Boris Johnson, den Falstaff unter der Brexitern, der nun vom Bock zum Gärtner gemacht wurde.

    Ich verstehe noch nicht, woher dieser Rechtspopulismus, diese postfaktische Politik kommen. Es kann wohl nur die Angst sein, die dabei ist, die Hoffnung, die Liebe, die Zukunft aufzufressen.
    Auch nach der hoffnungsvollen und zukunftsgläubigen Zeit der Belle Epoque überschwemmten die Nationalismen, gleich einem Ozean, Europa …

    Herzliche Grüße!
    Gerhard

  25. Hallo Gerhard,
    das Ergebnis in Österreich stimmt mit nicht wirklich optimistisch. Dazu war es zu knapp, auch wenn man von Glück sagen kann, dass van der Bellen gewonnen hat. Aber nur mit ungefähr vier Prozent Vorsprung, soweit ich mich erinnere.
    Und du hast Recht: Auch Boris Johnson kann man dazu zählen, als einen ‚postfaktischen‘ Politiker, der ziemlich gewissenlos mit der Macht umgegangen ist und sich einen Spaß gemacht hat aus seiner Popularität. Als er dann, als Frontfigur der Brexitbewegung, gewählt worden war, kniff er, weil er ja weiß, wie schlimm der Brexit für Großbritannien ist.
    Genau das: Wir müssen verstehen, wie es zu der rechtspopulistischen Welle kam. Ich kann sehr gut verstehen, dass die Massen mit der herrschenden Politik unzufrieden sind. Das bin ich auch, eigentlich seit ich denken kann. Und auch damit, dass die Massen hypnotisiert werden und die Mainstream-Medien da mitmachen und das steuern, sofern ihnen das überhaupt bewusst ist. Vielen Journalisten ist die durchdringende Kraft dieser Steuerung gar nicht bewusst, sie machen einfach mit Gut, dass es dagegen einen Protest gibt! Aber diese Steuerung »Lügenpresse« zu nennen und dann einfach denen überzulaufen, sie noch krasser lügen und manipulieren, das ist definitiv nicht der richtige Weg. Aufzuwachen wäre die bessere Alternative.

  26. Hallo Wolf,

    mir bleibt immer die Spucke weg wegen deiner Ablehnung der Welt, wie sie ist, Kapitalismus und Demokratie und Sozialstaat und, na gut, ein bischen Umweltzerstörung und laute gute Leute, die sich den Rassismus verkneifen.
    diese Ablehnung geht dir arg leicht von der Hand. Dir fällt es auffallend leicht, es besser zu wissen. Das ist eine Weltverneinung, die sofort aus der Kurve kippt, sobald Neonationalismen auftauchen und einige der (hoffentlich) früher guten Leute sich den Rassismus nicht mehr verkneifen.

    Dann merkt man: der Wolf, der alte 68er, der macht sich das mit der Gesellschaftskritik ein bischen leicht. Denn wir sind in einer Mittellage, in unserer Welt (der Wohlstandszone) funktionieren die Dinge verdammt gut: wir haben Zeit und Geld, und Rechte, die uns fast zu den Ohren rauskommen- mein Ururgroßvater, der Malocher im Ruhrgebiet würde mich beneiden. Die Flüchtlinge sehen es auch so.

    In einigen spirituellen Traditionen lernt man ja, dankbar zu sein für das was man hat. Auch wenn es eine Mittellage ist und am Keks eine Ecke fehlt. Mit einem allzu antikapitalistischen Hintergrund ist dies schwer zu lernen.

    Das ist keine Kritik nur an dir, den linksliberalen Bildungsbürgern, also Leuten wie dir und mir und allen die sich oben geäussert haben, fällt das verdammt schwer. Aber wie wäre es mit einem Unverkrampften Ja zu der ganzen Gemengelage von Kap und Dem und so weiter. Aber viel Kritik ist billig und ohne Würdigung und eigentlich arrogant. Der Schmerz über die Schäden in der Gemengelage ist aber natürlich auch gut und wahr.

    Das wollte ich dich immer schon mal fragen.

    Kai

    PS: ach ja, diese ganze Umweltkritik ist ja unglaublich vermittelt, man muß es sich vorstellen, die Schäden liegen in der Zukunft, wenn sie wirklich eintreten. So ist die Kritik in der Wohlfahrtzone. Menschen die richtig leiden, haben Angst vor konkreter Angst und Gewalt. Uns, den linksliberalen Bildungsbürgern, bleibt selbst das erspart.

  27. Lieber Kai,
    wie gut, dass hier auch mal ‚einer von der anderen Seite‘ das Wort ergreift. Ist doch gut so, dass wir wenigstens hier in diesem Blog, nicht so ganz in einer Filterblase (oder Echokammer) leben. In der ich auch sonst nicht lebe, aber das Internet hat ja die Tendenz, die dort Kommunizierenden sich in Filterblasen der Selbstbestätigung kuscheln zu lassen.
    Damit meine Antwort nicht zu lang wird, gehe ich hier nur auf ein paar Punkte deines Kommentars ein. Du beginnst deine Kritik mit meiner »Ablehnung der Welt, wie sie ist, Kapitalismus und Demokratie und Sozialstaat«, das klingt grad so, als wolltest du mir sagen, ich könne das nicht annehmen, im Sinne auch von »nicht wahrnehmen, dass das der Fall ist«. Es würde mir »auffallend leicht fallen, es besser zu wissen«, es sei sogar eine »Weltverneinung«, und ich würde aus der Kurve kippen, wenn mir auffiele, dass es auch Neonationalismen gibt.
    Der Begriff »akzeptieren« ist doppeldeutig. Der eine Teil bedeutet »etwas wahrnehmen können« – das kann ich sehr wohl. Über die Neonationalismen habe ich oft geschrieben und gesprochen, und nicht erst seit der Rechtspopulismus aufkam, sondern seit mehr als 40 Jahren (z.B. als der zweite große Krieg zwischen Pakistan und Indien aufkam – und oft, oft danach). Der zweite Teil ist das ethisch-politische Hinnehmen oder Gutheißen, und das tue ich nicht, da sage ich ein entschiedenes Nein. Nationen können sinnvolle regionale Einheiten sein, eine völlig zentralisierte Welt ist nicht gut, aber die nationalisten Revierkämpfe zwischen diesen Einheiten sind nicht gut und meist für beide (oder sogar alle) Seiten schädlich.
    Und: Wie gut, dass ich manches besser weiß als andere! Und andere manches besser wissen als ich. Auch die Aussge, dass ich »aus der Kurve kippen« würde ist wohl nur deiner momentanen Lust auf Streit zu verdanken, vielleicht zündelst du gerne und liebst Eskalationen – das hat ja auch was, es kann einem zu Erkenntnissen helfen.
    Deine Aussagen über Dankbarkeit und »dass an dem Keks eine Ecke fehlt« empfinde ich als zynisch, angesichts einer Zivilisation, bei der Atombomben auf dem Schwarzmarkt gehandelt werden, die Meere zu 90% überfischt sind und die Urwälder abgeholzt werden, um mit Soyabohnen in Fleischfabriken Massen von Schweinen zu füttern. Das ist viel mehr als nur eine Ecke am Keks. Auch wir, in den bevorzugten Ländern, bekommen das längst schon zu spüren – und bald noch viel drastischer.
    Trotzdem danke für deine Gegenmeinung! Ist doch gut, hier unter den Kommentaren auch mal sowas zu hören. Auch wenn ich – zumal heute, an meinem Geburtstag – mir nicht die Zeit nehme, das in aller Ausführlichkeit zu beantworten.
    Mit freundlichem Gruß
    Wolf

  28. Der ökologische Fußabdruck: Der ist bei mir besser als der Durchschnitt. Meiner wird deinem ziemlich gleichen: Ich ernähre mich vegeatrisch, fliege einmal im Jahr und bin letztes Jahr weitgehend mit dem Bus zur Arbeit. Ich gehe ab und an zu Fuss einkaufen. Meine Wohnsituation kann ich mit deiner schwer vergleichen. Die war zumindest auf deiner Seite lange zeit deutlich geräumiger – was bleibt also?

  29. Und süffisant zu sagen: Dass du schreibst, ist ja schon mal ein Anfang… ok, wenn du so eine Spitze abgeben magst?!
    Mir tut das nicht viel. Ich weiß, ich bin hier an einem guten Platz.
    Vor 12 Jahren kam ich zu dir über eine Google-anfrage: „was ist wesentlich (in einem Leben)“

  30. Hallo Gerhard,
    ich weiß leider nicht mehr, worauf du dich in diesem Post beziehst. Es klingt ein bisschen verletzt, so als hätte ich dich auf eine Weise angesprochen, die dich verwundet hat. Habe ich das?
    Ich finde es nicht gut, einander moralisch zu vergleichen, wer von uns der größere oder der kleinere Sünder ist. Auf jeden Fall will ich mich nicht als einen Menschen darstellen, der heiliger oder ökologischer ist als andere. Ich will nur sagen (ich glaube, danach hattest du gefragt), was wir denn tun können. Da gibt es einiges. Das kann (und wird und muss) auch zu Änderungen des Lebensstils führen, zu Verzicht. Daniel Pinchbeck geht darauf in seinem Buch sehr ausführlich ein: Wir müssen etwas opfern, um unseren Biotop zu retten. Der eine dies, der andere das, mal ist des der Verzicht auf eine unnötige Fernreise, mal der aufs Fleischessen. Dabei sollten wir untereinander nicht zu moralischen Aufpassern werden, sondern uns eher auf die Freude fokussieren, diese Umstellung GEMEINSAM hinzukriegen. Sie hat ja auch Vorteile. Nicht nur den riesigen Vorteil, dass damit unser Biotop und unsere jetzt (für uns Privilegierte) so luxuriöse Zivilisation gerettet wird, sondern schon auf dem Weg dahin, die Art, wie wir diese Umstellung unseres Lebensstils hinkriegen, kann Freude machen, weil das unserem Tun SINN gibt. Auf einmal hat unser Tun Sinn, es macht einen Unterschied, ob wir dies oder das tun, es ist nicht eh alles egal (weil die Titanic ja sowieso untergeht). Deshalb, bitte, fühle dich nicht verletzt, wenn ich über den Öko-Fußabdruck spreche. Den müssen „wir“ ändern. Der eine mehr, der andere weniger, es zählt dabei das Gesamtergebnis. Kein Schweröl mehr als Treibstopp für die Tanker und Kreuzfahrtschiffe, dass macht VIEL mehr Unterschied, als wenn ein paar Tausend Leute vom PKW aufs Fahrrad umsteigen. Das Flugbenzin besteuern, weltweit. Eine Tobinsteuer einführen, auch das weltweit, das wären riesige Fortschritte!
    Liebe Grüße
    Wolf

  31. […] Wie pfeift man gegen einen Ozean an? fragt Wolf Schneider im Connection-Rundbrief 149. Mit interessanter Kommentardiskussion zur Lage. Konstruktive Vorschläge für den Umgang mit Hatespeech und Fakenachrichten hat Christa Goede. […]

  32. Ja so ist das mit schriftlichen Dialogen. Man will für eine Haltung und ein Tun werben und dann kommt es als Bashing rüber.
    Was ich schrieb und dich „beleidigte“, waren Hinweise auf die grundagressive Haltung des Menschen. Ich sagte, es sei bisher noch nie gelungen, den Menschen „rundum“ zu zivilisieren. Die berühmte Firnis.
    Ich sagte dabei jedoch nicht, dass sich Engagement nicht lohnen könne.
    Ich selbst tue dies im Kleinen. Vor allem informiere ich mich deutlich mehr. Das Desinteresse und die Ignoranz sind weg.

    Lieben Gruß

  33. Lieber Sugata, vielen Dank für Deinen tollen Blog, welchen ich – so wie auch die Connection früher – sporadisch immer mal wieder gerne lese. Da ich noch nie hier mitdiskutiert habe, möchte ich mal vorwegschicken, dass mich Deine einfühlsame Arbeit mit den bei Dir/Euch wohnenden Flüchtlingen sehr positiv beeindruckt und berührt hat. Deine Form des sensiblen Umgangs mit Flüchtlingen hat mir einerseits gezeigt, wie das Zusammenleben mit Flüchtlingen gelingen kann und andererseits warum es in der praktizierten Form der normalen, ‚ghettohaften‘ Massenunter-bringung im überwiegenden Fall nicht oder nur sehr mangelhaft gelingen kann.
    Positiv finde ich auch, dass Du auch andere, kritische Meinungen nicht nur ’stehen lassen kannst‘ sondern auch begrüsst und argumentativ-abwägend beherzigst. Das führt zu einer sehr lebendigen, nicht polarisierenden Diskussion, in der sich – im besten Fall – ein in sich geschlossenes ‚Lagerdenken‘ und eine kategorische Links- / Rechts-Einordnung mit der Zeit als überholt herausstellt.
    Positiv finde ich auch die vielen guten Wortmeldungen der Blogleser. Insbesondere der Beitrag von Claus (v. 4.12., auf Deinen Rundbrief 149), sticht meines Erachtens als besonders tiefsinnig heraus, weil er auf das grundsätzliche, sich zuspitzende Problem der Spaltung durch Lagerbildung/-zugehörigkeit hinweist. Früher hätte ich mich selber überwiegend eher als rechtslastig mit gleichzeitig allergrössten Sympathien für Sarah Wagenknechts soziale Weltsicht eingeordnet. Habe mich also durch keine Partei/Gruppierung wirklich gut vertreten gefühlt, weil bei allen Parteien die Ideologie über allem steht; über dem Wertvollsten, dem Menschen, dem einzigartigen Wesen. Es geht immer mehr darum wer, also welche Gruppierung die Meinungs- und Deutungshoheit erringt um diese Sicht dann den anderen manipulativ oder gar per Gesetzeskeule (siehe die von linksliberalen hoch gekochte Diskussion um ‚Hate Speech‘ und ‚Fake News‘) auf zu oktroyieren. Es geht immer weniger um mitmenschliche Begegnung und gemeinsame, ergebnisoffene, forschende Suche nach friedlichen Lösungen. Es geht leider immer weniger um eine freudige Begegnung von Herz-zu-Herz. Wir tun gut daran achtsam zu sein, nicht innerlich Opfer des auch medial stark befeuerten Teile- und Herrsche-Prinzips zu werden.
    Wie andere Blogleser auch sehe ich uns global momentan in einer notwendigen Verschlimmerung. Eines wird indessen immer unverhohlen deutlicher, die grausam-brutale Menschenverachtung des neoliberalen Raubtierkapitalismus; der durch die Globalisierung sein soziales Negligé vollends weggeworfen, sprich den Umverteilungs-Turbo einschaltet hat (TTIP & CETA etc.). Nun wird es immer deutlicher, dass es Demokratie – im Sinne einer echten Herrschaft des Volkes zum Wohle des Volkes – nie gegeben hat. Es gab immer nur Mammon-Kratie, die Herrschaft der Superreichen und damit einhergehend auch eine Anbetung des goldenen Kalbes/ des Geldes. Ich mache mir bzgl. der Möglichkeiten demokratischer Veränderungsprozesse keine Illusionen mehr. Auch wenn manch eine(r) evtl. nun heftigst aufbegehren wird: Wenn Demokratie, wenn Wahlen irgendetwas Substanzielles verändern könnte(n), dann wäre(n) sie längst verboten worden. Unter substanziell verstehe ich z. B. die Abschaffung des ausbeuterischen, weltweit operierenden Finanz-; Banken- und Spekulationssystems oder die existentielle Entscheidung über Krieg und Frieden. Wenn z. B. das deutsche Volk abstimmen könnte, ob wir weiterhin eine Verschlechterung der Beziehungen zu Russland (oder gar Krieg) wollen, dann bin ich mir sicher, dass dies die überwiegende Mehrheit nicht wollen würde; trotz all der verzerrten Berichterstattung bzw. der medialen Hetze der Mainstreammedien gegen Putin/Russland. Vor diesem Hintergrund ist es völlig egal, welcher ‚Darsteller‘ bei uns oder in Amerika gerade den Chef/ die Chefin spielt, denn die Politiker sind nur die von den im Hintergrund agierenden Superreichen Globalisten eingesetzten ‚Laufburschen‘, die als Projektionsflächen und Prellböcke zwischen ihnen und den zunehmend wütender werdenden Völkern eingesetzt werden. Sollte tatsächlich mal einer der Präsidenten ausscheren wollen aus der neoliberalen NWO-Agenda, so wie z.B. J.F. Kennedy oder Lincoln dann stehen genügend verwirrte Einzeltäter oder präparierte Flugzeuge bereit. Das ganze Herrschafts-System beruht auf einer total korrupten, weltumspannenden Pyramidenstruktur, welche die Staaten über das Schuldgeldsystem total kontrolliert. Es wird zunehmend deutlich, dass auch grössere Reformen an diesem menschenverachtenden Ausbeutersystem nichts ändern können. Wir steuern auf die totale Zerstörung der alten Weltordnung zu. Aber das muss wohl so sein! Denn wir leben – aus meiner Sicht – in der von Christen so genannten biblischen Endzeit. Wobei die alten – momentan übermächtig erscheinenden – Machtstrukturen wohl kaum kampflos weichen werden wollen. Daher steht uns eine Zeit der Unsicherheit und chaotischen Zustände bevor. Bevor die Erde wirklich ein Ort der Liebe, Freude und Wahrheit werden kann, wird’s wahrscheinlich noch heftiger als jetzt schon krachen müssen (siehe auch Off. 21.5 “ Siehe, ich mache alles neu“).
    Die einzige Hoffnung und Zuflucht – die ich sehe – ist der unverdorbene, nicht konditionierte Schutzraum in unseren Herzen, den wir in der Stille der Meditation (No-Mind) oder im Gebet erfahren können. Und wenn wir mit diesem Licht der Bewusstheit und Liebe miteinander kommunizieren, dann kann dies Feuer vielleicht ansteckend wirken…
    Eines der Bücher welches mich zum Thema Verbundenheit aller Menschen in Liebe und das ‚kommende Reich Gottes‘ am tiefsten berührt hat ist von Glenda Green: „Unendliche Liebe, Jesus spricht“ (Koha-Verlag). Inspirierende und Zuversicht schenkende Kernaussage:
    ‚WIR SIND LIEBE‘
    Wolf, müssen wir wirklich couragiert-heldenhaft ‚gegen den Ozean anpfeifen‘ oder uns evtl. mehr daran erinnern, das wir der Ozean der Liebe und Bewusstheit sind? Und falls ja, ‚brüllt‘ dann nicht der Ozean FREUDIG-STILL durch/in uns ‚WIR SIND LIEBE‘.
    Ich will’s herausfinden…

    In diesem Sinne wünsche ich uns allen ein Liebe schenkendes und Frieden stiftendes 2017
    Jalaal

  34. Lieber Jalaal,
    danke für deinen ausführlichen Beitrag, dem ich sehr weitgehend zustimme. Kleiner Einwand am Ende: Ich bin kein Apokalyptiker und glaube, dass wir mit unseren, von Persönlichkeitsanteilen gesteuerten apokalyptischen Anteilen sehr bewusst umgehen müssen, da sie unsere Weltsicht beeinträchtigen können in Richtung auf eine Dramatisierung der Fakten. Ich habe gerade heute einen ‚vierhändigen Chat‘ hierüber mit Martin Frischknecht von der Schweizer Zeitschrift SPUREN geführt, der dort in den nächsten Tagen veröffentlicht wird.
    Und zu der von dir zitierten Kernaussage aus dem Buch von Glenda Green: Diese Wir-Sind-Mantren haben schon was, das bestreite ich nicht. Sie erinnern uns an die Möglichkeit der Identifizierung mit positiven Werten, an die ‚via positiva‘ in der Mystik. Es sind allerdings nicht im naiven Sinne magisch wirkende Mantren, die ohne unsere Zutun bzw. unser verwandeltes Sein magisch wirken. Wir müssen schon selbst wirklich zu anderen werden, d.h. unsere persönliche Identität ändern, um eine solche positive Wirkung entfalten zu können. Das ist ein u.U. durchaus nicht so leichter Transformationsprozess, der durch Höhen und Tiefen und die ‚dunkle Nacht der Seele‘ führen kann.
    Zu den von dir genannten Morden an J.F. Kennedy und Abraham Lincoln, von deren Hintergründen ich kaum etwas weiß, möchte ich noch den an Dag Hammarskjöld hinzufügen, der als UNO-Generalsekretär wirklich Gutes in die Welt bringen wollte. Er war eine sehr überzeugende Gestalt, finde ich, die man neben den Dalai Lama und Nelson Mandela stellen sollte als Helden unserer Zeit. Bei seinem Tod ist es inzwischen sehr gut belegt, dass er mithilfe westlicher Geheimnisdienste umkam, weil er die Fortsetzung der Ausbeutung durch internationale Firmen im östlichen Kongo störte, die ja auch in den Folgejahren dort noch weiterhin zu vielen Bürgerkriegen führte und dann zu dem Völkermord in Ruanda beitrug. Nicht jeder, der weltpolitisch Gutes tut, wird ermordet. Es ist deshalb auch kein Beweis für die eigenen Harmlosigkeit, in hoher politischer Position noch am Leben zu sein. Aber es ist doch ein zu hoher Anteil, der da ‚vom System‘ beseitigt wird, sei es durch Kaltstellen oder durch Mord. Und zunächst mal, viel häufiger: durch Ignoranz. Wer in Opposition zum herrschenden System Gutes tut, wird zunächst mal einfach ignoriert. Wenn das nicht mehr geht, wird er/sie ausgelacht oder mit Häme verfolgt (»ihr Utopisten, ihr irrealen Traumtänzer«). Erst wenn das nicht mehr geht, ist man tatsächlich in Lebensgefahr, und die eigenen Gruppe, mit der man das versucht, in Gefahr durch gewaltige Gegenkräfte wirkungslos gemacht zu werden.
    So viel von mir noch als Ergänzung zu deinen Weihnachtsgrüßen ….
    Und auf jeden Fall auch das noch: Wir dürfen bei alledem den Humor nicht verlieren. Die Selbstironie, die unserem Tun Leichtigkeit gibt. Wenn wir dabei auch noch unsere Gegner zum Lachen bringen können (zunächst mal egal ob aus Hohn oder Freude), umso besser.
    Liebe Grüße
    Wolf

  35. Lieber Wolf,

    vielen Dank für Deine schnelle und ausführliche Antwort.
    Das was Du einwendest, sehe ich im wesentlichen genauso und als weiterführende Aspekte dieser vielschichtigen Thematik. Ja die Apokalyptik und biblische Prophetie halte ich auch für ein sehr zweischneidiges Schwert, dem man zurecht sehr skeptisch gegenüberstehen kann. Nicht zuletzt auch deshalb, weil sie für ‚die dunklen Mächte‘ (Stichwort Schattenregierung) in gewisser Hinsicht scheinbar auch als ‚Drehbuch‘ dient und insofern auch als ’self fullfilling prophecy‘ gesehen werden kann.
    Insofern spiegelt die Bibel und die Prophetie die Spaltung bzw. das Ringen unseres menschlichen Geistes in/um Gut und Böse / Gott und Teufel etc. wider. Denn solange bis wir ‚Heimgegangen sind in das Reich Gottes‘ haben wir uns ja mit unseren hellen und dunklen Persona-Anteilen auseinander zu setzen; bevor diese dann – mittels eines Transformationsprozesses der ‚dunklen Nacht der Seele‘ – transzendiert werden können.
    Aber andererseits ist wegen unserem ‚freien Willen‘ und dem Saulus-Paulus-Phänomen auch die Sichtweise möglich, dass die Prophetie, bzw. vor allem das uns geschenkte Leben die Seelen prüft auf das, was sie gemäss ihrem ‚freien Willen‘ ausleben möchten; also welchem Herren sie dienen wollen.
    Das Schöne an der Offenbarung des Johannes ist ja, das das Gute / die Liebe/ Gott siegt. Jetzt nicht als ‚moralisches Lehrstück‘, sondern weil Wahrheit, Liebe, Freude und brüderliche Hilfsbereitschaft einfach so viel erfüllender zu teilen sind, als Lüge, Hass, Ausbeutung und Egoismus. Ich sehe die Apokalypse als Drama des Kampfes zwischen Gut und Böse, als Spiegel unserer Zerrissenheit zwischen den sich ergänzenden Polen. Die Offenbarung könnte aus der ganzheitlichen Vogelperspektive betrachtet auch ein Epos mit dem Titel – ‚Gottes Werk und Teufels Beitrag‘ – sein, welches darin gipfelt, dass der neue, transformierte Mensch – der keinen Tempel mehr braucht, weil er zur ‚Wohnstadt Gottes‘ geworden ist – nach himmlischen Plänen das neue Jerusalem aufbaut.
    Habe jetzt doch noch eine Lanze für die Offenbarung gebrochen. Bin selber immer wieder erstaunt, wie stark meine christliche Konditionierung ab und an durchschlägt.
    Danke auch für Deinen Hinweis auf das interessante Magazin Spuren. Bin schon gespannt auf eueren ‚vierhändigen Chat‘.
    Zu dem Buch ‚Unendliche Liebe, Jesus spricht‘. Ich glaube Jesus, oder Jeshua (wie er sich selbst bevorzugt nennt) wollte darauf hinweisen, dass seine Kernaussage ‚Du BIST LIEBE‘ eine Tatsachen- oder Wahrheitsbeschreibung unserer Essenz ist. Und zwar unabhängig davon, was wir zu sein glauben (Christ, Moslem, Buddhist, Deutscher, Grieche, Schwarzer, Indianer etc.). Gleichzeitig kann es auch ein Werkzeug zur Verwandlung, ein Erinnerungs-Mantra/Gebet sein und dass uns ein kindlich-inniges, inneres Gemurmel, äh‘ – Rezitation mal vorausgesetzt – wahrscheinlich völlig ‚verwandeln könnte‘ in DAS, WAS WIR IN WAHRHEIT BEREITS SIND, SCHON IMMER WAREN UND IMMER SEIN WERDEN. LIEBEBEWUSSTHEIT.
    Insofern hat er meines Erachtens auch darauf hinweisen wollen, dass wir in Wahrheit nicht wirklich zu ‚etwas anderen‘ werden können, sondern allenfalls einer neuen Identifikation, einem neuen, abgewandelten Egokleid auf den Leim gehen. Transformation führt uns ins grosse Loslassen aller aufpoppenden Self-Images, also in die völlige Nicht-Identifikation mit dem Inhalt unseres menschlichen Minds und seiner verrückten Verhaltensweisen/Kapriolen/Elaboraten etc..
    Ja dieser Loslassprozess kann sehr langwierig und schmerzhaft, und auch lustig sein. Dazu fällt mir spontan das sehr köstlich-lustige YouTube-Video von Gangaji ein: ‚Gangaji – Laughing All the Way Home‘, https://www.youtube.com/watch?v=xI8xCnAkAhM
    Zu den Morden der selbsternannten Eliten oder auch internationalen
    Banksters. Ja, die Liste derer (auch Politiker), die Gutes getan haben oder tun wollten und ermordet wurden ist leider allzu lang…; ja Dag Hammarskjöld wird oft vergessen. Um’s nur kurz streifen: Kennedy wurde u. a. ermordet, weil er die Macht der brutalen Geheimdienste/ der verlogenen, geheimen Logen beschneiden wollte und sich für den Weltfrieden einsetzen wollte. Lincoln wollte dauerhaft und hat sich auch tatsächlich erdreistet, regierungseigenes Geld zu drucken, sogenannte Green Bucks, für die natürlich an die Privat-Bankster keine Zinsen
    zu zahlen waren. Übrigens, auch die heutige FED ist ein Konsortium von Privat-Banken, welches die USA finanziell aussaugt. In Deutschland wäre als spektakulärster Fall des Staats- bzw. Geheimdienst-Terrors der Fall des Bundesbankpräsidenten Alfred Herrhausen zu nennen. Dieser Mann mit Gewissen und Rückrat hatte die Vision, die 3. Welt komplett zu entschulden und so einen wesentlichen Beitrag zur Entschärfung d. sogenannten Nord-Süd-Konfliktes beizusteuern. Bevor er seine Rede vor der UN halten konnte, wurde er von den
    Geheimdiensten hingerichtet. Details zur Vertuschung erspare ich mir hier. Glaube das war so um 1990, da wäre es noch möglich gewesen, die heutigen Wirtschafts-Flüchtlingsströme aufzuhalten und echte Entwicklungshilfe im Sinne von brüderlicher Hilfe zur besseren Selbstverwaltung auf den Weg zu bringen. Ansonsten ist dem prägnant Skizziertem – was Du zu der Emordung von Menschen/Politikern die gutes tun wollen geschrieben hast – kaum etwas hinzuzufügen.
    Auch wenn ich bislang mit meinem Geschreibsel für manchen hier im Blog evtl. eher als zu ernsthaft herüberkomme, sei jedem vergewissert, dass ich als Schüler von Osho meine deutsche Ernsthaftigkeit bereits 1989 (zertifiziert!) in der Mystic-Rose ablegen durfte. Wenn Du also auf den Humor und die Selbst-Ironie als Weg zur Leichtigkeit hinweist, sprichst Du mir ‚Ganzjahres-Jecken‘ aus der tiefsten Seele.

    YAHOO/YABUH/SILENCE
    Liebe Grüsse an Dich und alle Bologneser, von Jalaal

Dein Kommentar zu: Wie pfeift man gegen einen Ozean an? (Rundbrief Nr. 149)

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