Welche Quellen sind verdächtig?

»Wenn Dummheit als Erklärung ausreicht, sollte man nicht Bosheit hinter einer Tat vermuten.«—Wolf

Der Anlass für den folgenden Dialog war Rainer Herzogs ‚Invasion‘ auf www.jetzt-tv.com, wo er dann gesperrt wurde, seine Mail an mich, die ich unter der Überschrift Unterscheiden können in meinem Blog veröffentlicht habe. Woraufhin ich auf einer Facebookseite (Edgar, weißt du noch, welche es war?) beschimpft wurde, dass ich »so einem« wie dem Rainer Herzog in meinem Blog Raum gegeben hatte. 

Daraufhin gab es zwischen Edgar Hofer, Jörg Müller und Rainer Herzog unter den Kommentaren bei »Unterscheiden können« eine Diskussion, die fand ich gar nicht schlecht. Es war mir damit dann aber auch genug, und ich habe nicht alle Links verfolgt, die mir dort angeboten wurden. Ich schlug daraufhin Edgar Hofer, den ich aus anderen Kontexten her ein bisschen kenne und sehr schätze, einen Dialog vor, den wir auf Google.docs als Chat führten. Hier ist er: 

Der Bote als Täter

Sugata: Für mich war ein wichtiger Punkt dabei, dass man den Inhalt einer Botschaft auch dann nutzen und sogar gut finden kann, wenn die Person, die ihn überbringt, ansonsten nicht so mein Typ ist. Man muss nicht den Boten töten, so wie es im alten Griechenland wohl mal der Fall war, wenn er eine schlechte Nachricht überbracht hat. 

Ein anderer Punkt war die Diffamierung von Quellen, die einem nicht ins Konzept passen, die dann als »rechtes Lager« etikettiert werden, dann darf man als politischer Gutmensch nicht darauf linken oder kommt damit in Verruf. Das ist natürlich blödsinnig, darin stimme ich dir zu.

Edgar: Ja, so ziemlich ist das meine Sicht.

Überforderung

Manchmal kommt mir bei sowas auch in den Sinn, dass wir alle überfordert sind, wenn wir den Lebensweg einer Person prüfen müssen, ehe wir ihm eine Nachricht abnehmen und in ähnlicher Weise die Vorgeschichte einer Quelle, zu welchem Lager die gerechnet wird. Beides würde ich nicht völlig von der Hand weisen, möchte es damit aber auf keinen Fall übergenau halten, sonst wird man ja verrückt. Der Dalai Lama hat sich mal fotografieren lassen mit einem Verrückten, der gerne von Buddha und Meditation sprach, aber dann in einer Tokioter U-Bahn eine Giftgasattacke initiierte (oder auslöste oder dabei mitmachte), da kann man nun das dem Dalai Lama anhängen, dass er sich mit dem Typen abgegeben hat. Aber so viel wissen von einer Person oder Quelle kann man ja gar nicht, dass man in der Hinsicht immer »sauber« bleibt. Und was ist schon »sauber« … in der Hinsicht sind wir alle schmutzig. 

»Verschwörungstheorien«

Lol. Ja. Wobei….. das Interessante in meinem Fall ist bisschen, dass ich früher auch so war. Ich hab noch vor paar Jahren sehr gegen »Verschwörungstheorien« gewettert (tu ich teils noch immer, wenn’s zu extrem wird), und hab damals ebenfalls sozusagen »das Kind mit dem Bade ausgeleert«, in dem ich alle Quellen pauschal ablehnte, die dann z.B. u.a. auch obstruse Theorien hatten. Nur zeigt sich, dass heutzutage in unserer Medienlandschaft viele Informationen es gar nicht bis in den Mainstream »schaffen« (warum auch immer) – und man immer mehr auch auf alternative Quellen angewiesen ist. Weil die sich halt »trauen«, oder auch, weil die das natürlich für die eigene Gesinnung »verwenden« – was aber die Infos selbst nicht weniger »wahr« macht. Obwohl man natürlich aufpassen muss, dass sich da dann nicht vieles vermischt oder auch »Postfaktisches« einschleicht, sozusagen. 

Das kann ich gut nachvollziehen. Auch deine Abneigung gegen die sogenannten Verschwörungstheoretiker, von denen ich einige in meinem privaten Leben aus nächster Nähe erleben konnte. Darunter auch langjährige Meditierer, bei denen ich von einer hohen persönlichen Reife ausgegangen war. Das hat mich erschüttert. Wenn man dann aber was gegen diese Verschwörungs-Paranoia sagt, wird einem unterstellt, dass man grundsätzlich glaube, dass es in der Politik keine Verschwörungen gebe – was natürlich Unsinn ist, Naivität, Blindheit. 

Sehe ich auch so. Es ist regelrecht naiv anzunehmen, es gäbe keine Verschwörungen. Gab es schon immer. 

Heute ist die Nachrichtenlage eben sehr komplex. Komplexer denn je. Wir wissen mehr denn je. Wir haben mehr Quellen denn je zu unserer Verfügung. Die Auswahl unter diesen Quellen ist wichtiger denn je geworden, auch für Journalisten, weil man ja nicht 16 Stunden am Tag nur Quellen lesen, hören und sehen kann. Dabei spielt dann, wie immer, unsere selektive Wahrnehmung eine große Rolle, vielleicht auch das mehr denn je.

Alle Seiten prüfen

Ja, für Journalisten ist das nochmal n eigenes Thema …., wobei … ich schätz den typischen Mainstreamjournalisten generell eher als »Abschreiber« ein, bzw es werden z.B. grad bei Kriegsberichten oft beliebig austauschbare Bilder und Videos verwendet, was den »Wahrheitsgehalt« schon sehr ins Extreme treibt – bzw ins Unglaubwürdige. 

Drum ists heute wohl wichtiger denn je, wirklich von allen Seiten die Informationen zu prüfen. So wie man früher verschiedene Zeitungen gelesen hat, wenn man sich wirklich informieren wollte, sind das heute halt Onlinequellen. Und gerade in Facebook ists sehr üblich, dass Leute einfach nach persönlicher Gesinnung teilen. Unabhängig davon, ob der geteilte Inhalt wahr ist oder nicht. Das »Teilen« (sharing) bei Laien entscheidet dann einfach über die eigene Gesinnung oder den eigenen Glaubenssatz, der damit bestätigt wird. 

‘Blasen’ und ‘Echoräume’

Ich kenne Facebook viel zu wenig und nutze es kaum, aber ich weiß vom Lesen und Hörensagen, dass die ‘Blasen’ und ‘Echoräume’ dort wohl noch stärker sind als anderswo. Man lässt sich gerne von Gleichgesinnten bestätigen.

Wenn du sagst, man müsse die Informationen »von allen Seiten prüfen« denke ich aber, dass das für den Normalbürger zu viel verlangt ist, und sogar für Journalisten kaum machbar. Wir müssen wählerisch sein, weil es einfach zu viel ist. Allein schon, wenn ich in ein einem normalen Supermarkt ein Shampoo einkaufen will, oder eine Zahncreme, ist mir die Auswahl zu viel. Ich will nicht unter so vielem wählen, ich habe ja auch noch anderes zu tun im Leben. Auch bei der Nachrichtenauswahl sollten wir nachsichtig sein damit, dass Menschen nicht alles prüfen können. 

Mit »Seiten« meinte ich nicht z.B. Webseiten, sondern eher politische Seiten. Also, dass man sich zumindest eine linke, eine rechte, eine mittige Informationsquelle anguckt. Oder eben, vertikal gesehen, einmal »Mainstream« und einmal »alternative Quellen«. 😉

Das mit den »Blasen in Facebook« sehe ich z.B. gar nicht so schlimm, wie es oft dargestellt wird. Früher haben Menschen, die sich nicht »neutraler« informieren wollten, halt dann nur EINE Zeitung gelesen. Das gab’s also schon immer, diese Blasen. Sie waren früher imho sogar größer als Heute. Weil man sich heute gewissen Informationen gar nicht mehr so leicht entziehen kann.

Drum denke ich, dass diese »Blasen-Argumentation« letztlich eine politische Phrase ist, meist vom Mainstream oder z.B. den Großparteien. Man will ja auch verhindern, dass bei uns sowas geschieht wie in Nordafrika (arabischer Frühling) …., und da spielte z.B. Facebook und das Internet generell eine sehr entscheidende Rolle. 

Osho als biografischer Makel

Zu deiner Bestätigung in Bezug auf das Mauern des Mainstreamjournalismus gegenüber alternativen Quellen möchte ich noch sagen, dass ich bei SZ, Spiegel oder ZEIT nie »durch die Tür« kam, vermutlich aufgrund der 13 Jahre Osho in meinem Leben. Anscheinend war das der Grund, warum ich als Quelle, als Reporter oder Journalist für die nicht infrage kam, egal wofür. Ich hatte denen mal ein Interview mit Raissa Gorbatschowa angeboten über die Beziehung zu ihrem Mann. Es heißt ja, hinter jedem großen Mann stehe eine Frau, und ich wollte »die Frau hinter ihm« befragen, von der alle wussten, dass sie großen Einfluss auf ihn hatte, und ich hatte ihre Zusage zu dem Interview mit ihr. Von SZ, Spiegel und ZEIT bekam ich nicht einmal eine höfliche Ablehnung, einfach nichts, gar nichts. Und es gibt noch andere Fälle, die ich erzählen könnte, wo man dann denken müsste, dass es da eine Verschwörung geben müsste, Nachrichten nicht reinzulassen, die dem Mainstreamweltbild widersprechen. 

Heftig!

Als Mensch, der mal in oranger Robe mit Mala um den Hals in München als Taxifahrer tätig war und infolgedessen für einiges einfach nicht in Frage kam, weiß ich, was Ausgrenzung bedeutet. Und auch: ausgegrenzt werden mit meiner Meinung, meinem Weltbild, auch mit Fakten, die aus meinem Mund oder meiner Feder kommen. 

Dumm oder böse

Trotzdem meine ich, dass die meisten Fehler, die so ein typischer Mainstreamjournalist macht, nicht daran liegen, dass er Teilnehmer einer Verschwörung ist, sondern dass er ganz normal verblendet ist, gehirngewaschen von seiner Erziehung und Ausbildung, und dass er vielleicht Angst hat, eine andere Meinung zu äußern als seine Peergroup, seine Chefs oder Auftraggeber. Einer meiner Grundsätze dabei ist: Wenn Dummheit als Erklärung ausreicht, sollte man nicht Bosheit hinter einer Tat vermuten. 

LOL – ja, das sehe ich sehr ähnlich. Es reicht die Dummheit der Menschen meist als Erklärung wirklich aus. Auch in der Politik. Bush z.B. war ja auch strohdumm, bzw wurde zumindest so dargestellt. Also vor allem vor den Ereignissen von 9/11 wurde er ja in den Medien monatelang durch den Kakao gezogen. Diese Dummheit, auch das Gesicht, als er von den Anschlägen erfuhr, das reichte mir schon aus …., da brauchte ich dann keine »Verschwörungstheorie« mehr. Manche sind sogar für solche Verschwörungen letztlich zu dumm. 🙂 

Stimmt. Bei solch einer Verschwörung muss man doch dichthalten, und wer kann das schon. Da geht es um Macht und Geld, und wir wissen doch, wie oft sich die Mächtigen dann in die Haare bekommen, wenn es um die Teilung der Beute geht. 

Absolut! Auch meine Meinung. Allein das »Dichthalten« ist bei großen Sachen praktisch ein Ding der Unmöglichkeit. Und schon gar nicht, wenn’s um Medien geht (die angeblich Dinge dann »vorher« schon gewusst hätten, usw) 

Die Sprache gestaltet unsere Meinung

Und noch ein Wort zu den Quellen, wie ich damit umgehe. Eins ist, dass ich versuche, auch andere Sprachräume zu nutzen. Dazu gehört natürlich der Englische, aber auch das Spanische und Französische. Und wenn ich mit den Mitbewohnern in meinem Haus in Niedertaufkirchen spreche, bekomme ich auch Nachrichten aus dem arabischen und persischen Sprachraum. Wie wir über etwas sprechen, mit welchem Vokabular, welchen Sprichwörtern und anderen Gemeinplätzen, prägt ja auch sehr unser Denken. Ich habe hier in Spanien El Pais als Quelle schätzen gelernt. Im Englischen nutze ich manchmal den Guardian, und ich bekomme wöchentlich The Economist, obwohl das sozusagen das ‘neoliberale Kampfblatt’ ist, das profilierteste Wochen-Medien der weltbeherrschenden Wirtschaftsordnung. Aber dann weiß ich ‘wie der Feind denke’ (*ggg*), einerseits. Andererseits ist The Economist im Faktischen wirklich stark, auch in den Quellen nicht schlecht, lässt Gegenmeinungen zu und hat z.B. kürzlich sehr positiv über die Einführung des UBI (universal basic income) in Indien berichtet. 

WOW – Bedingungsloses Grundeinkommen in Indien? 

Kann mir gut vorstellen, dass finanzorientierte Quellen doch auch gleichzeitig recht neutral berichten, weils für die ja »nur« um Geld dann geht, und da sollte die Berichterstattung »faktisch« sein, sonst verliert die eigene Klientel Geld – und dann ist die Zeitung ist weg. 🙂 

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Diskussion zu: Welche Quellen sind verdächtig?

  1. Lieber Wolf, lieber Edgar,

    ich stimme Euch quasi in allen Aussagen in Eurem Dialog voll zu. Schön, eine solche klare und differenzierte Sicht von Euch zu lesen.

    Und mir fällt noch der Standardspruch der „Integralen“ ein, den man meist bei jeder Sichtweise anwenden kann: „True but partial“, was im deutschen in etwa so heißt „wahr, aber nur teilweise“. Auch der alte deutsche gute Spruch „Es ist immer ein Tröpfen Wahrheit drin“ passt auf alle relativen Sichtweisen.

    Meine Maxime der Prüfung ist oft „Was ist wertvoll an dieser Sichtweise und worin könnten darin Verzerrungen oder „Gefahren“ liegen“

    herzlich

    Torsten

  2. „Und es gibt noch andere Fälle, die ich erzählen könnte, wo man dann denken müsste, dass es da eine Verschwörung geben müsste, Nachrichten nicht reinzulassen, die dem Mainstreamweltbild widersprechen“.

    Sorry, ich bin`s schon wieder. Natürlich ist es garantiert keine „Verschwörung“ seitens SPIEGEL, ZEIT oder SZ, wenn man denen unaufgefordert ein Interview mit Raissa Gorbatschow schickt. Die haben dort ihre festangestellten Journalisten und Mitarbeiter.

    Ist das denn tatsächlich ernst gemeint, mit der schlimmen Ausgrenzung als Mala-tragender Taxifahrer…? Um daraufhin nicht nur von einem „ausgegrenzt werden mit meiner Meinung, meinem Weltbild, auch mit Fakten, die aus meinem Mund oder meiner Feder kommen“ zu sprechen, sondern vielleicht auch gleich, wenn möglich, entsprechend viel Offenheit für sonstwelche Quellen/Autoren zu vertreten…? Muss ich mir denn jetzt schon eine Opferidentität konstruieren, um einen berechtigten Zorn gegen „die da oben“ zu empfinden und öffentlich vorzutragen?
    Nebenbei: Auch ein Peter Sloterdijk hat einmal die Mala getragen und der wird seit vielen Jahren gefeiert in diversen „Mainstreammedien“ und im TV.

    „Auch bei der Nachrichtenauswahl sollten wir nachsichtig sein damit, dass Menschen nicht alles prüfen können“. Stimmt. Aber wenn diese Menschen, die sich anscheinend überfordert fühlen, dann einfach etwas in der Art posten, wie (sinngemäß) „Was wir über den Syrienkrieg wissen, ist eine westliche Medienlüge“, regt mich das einfach persönlich sehr auf. Genau das war der Anstoß der Debatte.

    Warum? Um es noch einmal zu sagen: Was in Syrien passiert, ist die größte menschliche Tragödie seit Ruanda. Wenn man auch nur ansatzweise Mitgefühl für die Menschen dort empfindet, wäre es schon mehr als sinnvoll, äußerst gründlich zu prüfen, ob man z.B. verharmlosende und relativierende „Nachrichten“ über Putins massives Militärengagement in dieser Region im Netz verbreiten will.

    Wenn man sich im Supermarkt überfordert fühlt, beim Kauf von Zahncreme und Shampoo, ist das vielleicht doch noch ein bisschen etwas anderes.

    Das war einfach nur mein persönlicher Eindruck von dem Beobachten der „spirituellen Szene“ im Netz zum Thema Politik: Eine tendenziell größere Offenheit, für das, was man verkürzt „Verschwörungstheorien“ nennt, Offenheit für Autoren wie Jebsen und Ganser. Ein sich-überfordert fühlen von den vielen Seiten im Netz. Und, am wichtigsten: Hauptsache, gegen „die USA“.

    Nebenbei: In der vorletzten SPIEGEL (Print) Ausgabe ein längerer Artikel über VT. Darin die Aussage, dass es natürlich a) Verschwörungen gab und gibt und b) dass es bei vielen Dingen (Kennedy-Mord, 9/11) reichlich Unklarheiten gegeben hat.

    Zur Klarstellung: Die Debatte entzündete sich nicht auf jetzt-tv (da kommentiere ich nicht) sondern auf der FB Seite von Wolfram Umlauf (der mich dann gesperrt hat); Werner Ablaß hat dann auf seiner FB-Seite sich beschwert, dass „so einem wie Rainer Herzog“ Raum gegeben wird.

  3. Nachtrag: Oben steht (Wolf):

    „…so ein typischer Mainstreamjournalist“ ist „ganz normal verblendet…, gehirngewaschen von seiner Erziehung und Ausbildung“…der „Angst vor seinen Auftraggebern hat“.

    Wer ist exakt damit gemeint: ALLE, die bei einer größeren (Print/Online) Zeitung arbeiten? Die wollen dann also einen kritischen Artikel gegen die USA schreiben, haben dann allerdings Angst vor dem Chefredakteur und schreiben lieber gegen Putin? Naja. Man kann dann selbstverständlich genüßlich konstatieren, dass es sich keinesfalls um „Bosheit“ handelt, nur um „Dummheit“. Bei allen tausenden Journalisten. Alle gesteuert von Angst vor ihren Chefs. Auch ein Christoph Reuter schreibt seit 4 Jahren aus Syrien vor Ort über den IS und Assad, weil er tief im Innern Angst vor seinen Chefs hat.

    Ich erinnere mich an ein bezeichnendes Onlineinterview von Wolfram Umlauf mit Torsten Brügge vor einigen Wochen. W.U. äußerte, dass sein Nachbar, wo er wohnt, täglich nur die FAZ liest und (sinngemäß) „die ganzen Onlinenews-Seiten überhaupt nicht kennt“.

    Der arme Nachbar, so fern von der Möglichkeit, sich Kenntnis von der Wahrheit zu verschaffen, mag man da entsetzt denken. Ich hätte gerne Herrn Umlauf ein FAZ-Abo spendiert, dann muss er nicht mehr „Alles-schall-und-rauch“ – Links posten, die Hinweise auf den verwirrten Herausgeber „Freeman“ bemüht ignorierend.

    Zuletzt: Es waren und sind immer „Mainstreamjournalisten“, die etwas bewirken und vor denen „die da oben“ Angst haben: Siehe Watergate, SPIEGEL/Strauß-Affäre, Sturz von Chr.Wulff, uva.

  4. Lieber Thorsten,

    vielen Dank für deinen Kommentar, deine Wertschätzung und Ergänzung.

    Lieben Gruß, Edgar

  5. „An die Waffen syrische Youngster! Und wenn es euren Tod bedeutet. So what? Gestorben wird ohnehin früher oder später! Anstatt in deutschen Cafes rumzulungern, unsere großzügigen Sozialleistungen einzusacken und unseren aufgeklärten Frauen auf den unverhüllten Busen zu schauen, was ihr zuhause weder könnt noch dürft!“

    Aus der Facebook-Chronik des Advaita-Lehrers Werner Ablass

  6. @ Rainer

    Ich bin nicht damit einverstanden, dass Diskussionen, die woanders hin gehören, in der Kommentarspalte meines Blogs ausgetragen werden.

    Außerdem finde ich zynische Aussagen, wie diese hier von dir über die syrischen Youngsters missverständlich und auf sachliche Weise kaum zu beantworten. Zynismus hat emotionale Wurzeln und ist m. E. nur emotional heilbar, und er löst Probleme nur in den allerseltensten Fällen. Egal von wem die oben von dir zitierte Aussage ist: Wenn du eine zynische Aussage aus dem Kontext reißt und unvermittelt zitierst, ist auch dieses Zitat zynisch und führt eher zur Eskalation als zum Frieden.

  7. @ Rainer

    Und nun noch ein paar Worte zu einem Teil deines Kommentars zu meinen Einträgen. Das wollte ich erst unbeantwortet lassen, weil ich fürchte, dass wir da auf der sachlichen Ebene nicht weiterkommen. Dennoch, wegen deines zynischen Zitats von vorhin, ein paar Worte zu deinem Kommentar über mein Verhältnis zum Mainstreamjournalismus.

    1. „ein typischer Maintreamjournalist ….“ ja, das meine ich so. Und füge dem verständnishalber hinzu, dass ein typischer Mensch bzw. Zeitgenosse gehirngewaschen und verblendet ist und nehme mich dabei nicht aus. Ja, wir sind als ‚Gebildete‘ gehirngewaschen und auf je spezifische Weise verblendet. Massenhypnosen gibt es nicht nur im Faschismus, sie sind das Ergebnis jeder Art von massenhaft angewandter ‚Bildung‘.

    2. SZ, Spiegel und die ZEIT haben mein/e Angebote an sie nicht deshalb unbeantwortet gelassen, weil sie diese Themen von eigenen Journalisten bearbeitet haben wollten. Du kennst halt den Kontext nicht und haust da einfach rein, mir Irrtum und Selbstmitleid unterstellend. Hier deshalb, minimalistisch und hoffentlich doch ausreichend, ein paar Fakten dazu: Ich war als einziger von drei eingeladenen Deutschen auf dem von Gorbatschow geleiteten ‚State of the World Forum‘ (dem ersten solchen) in San Francisco 1995, auf dem Gorbatschow, 6 Jahre nach dem Ende des Kalten Krieges, sehr nachdrücklich für eine Beseitigung ALLER Atomwaffen warb (und für noch einige andere gute Ziele). Er wurde nicht gehört. Keines der großen deutschen Medien hat über diesen Weltkongress berichtet. Ich habe den Medien eine ausführlichen, exakt recherchierten und gut geschriebenen Bericht mit Fotos (u.a. von den Gorbatschows) angeboten. Den hätten sie von mir aus kostenlos haben können. Mit eigenen Journalisten einen solchen Bericht zu schreiben hätte sie inkl. Spesen ein paar zig tausend DM gekostet – und sie hatten ihn ja auch nicht, und sie hätten ihn exklusiv haben können. Sowas ist im Journalismus ein ’scoop‘, ein Schnäppchen und Glücksfall. Nachdem sie das nicht wollten (und nicht einmal mein Angebot beantwortet hatten) habe ich die Story in Connection gebracht.
    Dann hatte ich ihnen das Interview mit Raissa angeboten, der ‚Frau hinter dem Mann‘, der den Kalten Krieg beendet hatte – und alle gut informierten Journalisten wussten, wie wichtig diese Frau für ihn war. Aber sie hatten keine Interviewzusage von ihr, weil sie sich versteckte und gerne im Hintergrund blieb. Ihr Mann stand auf der Bühne, aber im Hintergrund spielte sie für ihn eine riesengroße Rolle. Das hätten sie von mir gegen Spesen (Flug nach Moskau, Unterkunft dort) haben können. Warum haben sie das nicht angenommen? Niemand von diesen drei Medien. Und auch das hätten sie exklusiv haben können, und gegen Spesen ist das ein Schnäppchen. Muss ich wirklich noch mehr dazu sagen? Ich hoffe, deine Unterstellung ist damit aufgeklärt und ich muss in dieser Sache nicht weiter mit dir in den Ring steigen. Und bitte auch die anderen Themen, solltest du hier wirklich weiterdiskutierten wollen, gelassener angehen, weniger zynisch und mit weniger Unterstellungen.

    Grüße
    Wolf

  8. @ Wolf

    Das obige zynische Zitat stammt von W.Ablass` Facebook-Seite, so wie es ja auch von mir gekennzeichnet wurde. Ich bin ja bei ihm gesperrt, habe es daher von einer anderen FB-Seite, die rassistische/rechte politische Äußerungen von deutschen Satsang-Lehrern veröffentlicht und diskutiert.

    Ich hatte den Eindruck, dass es mindestens indirekt durchaus in diese Diskussion passt.

    „Ja, wir sind als ‚Gebildete‘ gehirngewaschen und auf je spezifische Weise verblendet“

    Wer ist „wir“? Ich bin es nicht. Sorry, solche und ähnliche Aussagen sind mir zu relativierend. Dass wir zahllosen unerkannten sowohl medialen, als auch kulturellen und sonstwelchen Einflüssen unterliegen, ist bekannt. Ja und? Gerade weil wir das wissen, haben wir die Aufgabe, unser Sprechen und Handeln selbstbewusst und kritisch zu durchdenken und vor anderen und vor uns selbst zu verantworten. Auch im Bewusstsein, dass wir uns irren können. Dieses relativierende und wie ich finde, manchmal etwas nihilistische Denken meinte ich, was eher typisch für einen größeren Teil der Satsang-Bewegung ist. Nicht „objektiv“, im Sinne von „Wahrheit“ – nur mein persönlicher Eindruck, nach vielen Jahren Verbundensein mit der Szene.

    Ich weiß auch von Dir und Deinen zahlreichen Artikeln, dass Du ein kritisch denkender Mensch bist, der über viele Jahre spirituelle Erscheinungsweisen und Facetten immer wieder hinterfragt hat – zweifellos eine Pionierarbeit.

    Es gibt aber eben auch viele Journalisten, die engagiert und mutig recherchieren und schreiben und denen ihre Arbeit ein Herzensanliegen ist. Das kann man nicht verallgemeinern.

    Dein Bericht von der San Francisco Tagung ist sehr interessant und es ist natürlich schade, dass man Dein Angebot eines Interviews mit R.Gorbatschow nicht annehmen wollte. Hätte mich zweifellos auch geärgert. Dennoch glaube ich nicht unbedingt, „dass es da eine Verschwörung geben müsste“, wie Du geschrieben hast.

    Deine Kritik kann ich ansonsten annehmen, da ist etwas dran; ich werde versuchen, auf meinen Ton mehr zu achten.

    Grüße, Rainer

  9. @ Rainer

    Oh, danke! Das ist im Ton viel freundlicher als manches andere von dir. Auch ich kann und mag vielem von dem, was du da sagst, zustimmen. Auch, was die spirituelle Szene und speziell die Satsang-Bewegung betrifft, sonst hätte ich (War das vor zwei Wochen?) deine Mail diesbezüglich ja nicht veröffentlicht. Andererseits kann ich mir auch vorstellen, warum du dort gesperrt wurdest. Du kritisierst hier meine Verallgemeinerungen bzgl. z.B. der Mainstreamjournalisten; vermutlich hast du einige hart aggressive Verallgemeinerungen bzgl. der Advaita-Szene auf den Seiten hinterlassen, wo du dann gesperrt wurdest.

    »Es gibt aber eben auch viele Journalisten, die engagiert und mutig recherchieren und schreiben und denen ihre Arbeit ein Herzensanliegen ist.« Oh ja, sehr! Den Herbert Riehl-Heyse habe ich ja mehrfach erwähnt. Und auch Heribert Prantl, Werner Bartens, Sibylle Berg, Jakob Augstein fallen mir da gerade ein. Ich lese nach wie vor gerne die SZ, manchmal die TAZ, regelmäßig den Economist, gelegentlich den Guardian, den Spiegel, die Zeit, Le Monde, El Pais (wenn ich in Spanien bin deren Webseite öfter). Von al Jazeera (mal was Arabisches) bin ich wieder abgekommen, nachdem meine syrischen Freunde darauf mit Entsetzen reagiert haben. Und dann auch Uri Avnery, Franz Alt, für den Nahen Osten Robert Fisk, und dies&das, was mir von Freunden empfohlen wird, soweit meine (immer zu knappe) Lesezeit das erlaubt. Und lieber Texte als Audios und Videos, denn das geht schneller und der ‚Faszinationsfaktor‘ ist dabei geringer.

  10. @ Wolf

    Das stimmt, ich wurde schon eher wegen meinem Ton und der ein und anderen Verallgemeinerung gesperrt. So etwas schaukelt sich dann manchmal im Netz etwas hoch und ich steigere mich da auch etwas zu sehr rein – bei „weltanschaulichen“ Debatten ist es mir dann meistens einigermaßen egal, wie/ob andere diese oder jene Weltsicht propagieren; wenn es allerdings um relativierende Aussagen bezüglich Genozide, Massenmorde, geht, die jetzt gerade (während wir hier alle sehr gemütlich sitzen, lesen und posten) stattfinden, fehlt mir häufig eine gewisse Gelassenheit.

    Na, da liest Du zweifellos eine sehr gute und vielseitige Auswahl an Zeitungen/Medien, mehr als ich. Wäre gut, wenn andere aus der „Antimainstream-spiri-szene“ Deinem Beispiel folgen. Schöne Grüße!

  11. @ Wolf
    Peter Scholl-Latour, dem habe ich auch gerne zugehört, und dem Willy Wimmer.

  12. @ Jörg
    Und Kai Strittmatter, ein Auslandskorrespondent von der SZ, hat immer sehr gut berichtet, witzig und informativ (erst über China, dann über die Türkei). Weiß nicht, wo er jetzt ist.

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