03. Juni 2016
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Rubriken: Rundbriefe
3 Kommentare

Rundbrief Nr. 142 vom Juni 2016

Liebe Freunde,

heute beginnt der von Ingrid Niedermayr organisierte Tantrakongress, der vom 3. bis 10. Juni Videointerviews mit 27 Tantraexperten zeigt. Heute sind dort die Videos von Sabine Sonnenschein, Sophie&Markus, Monika Kochs und Helena Krivan online  (Passwort: Freiheit), in den nächsten Tagen kommen weitere hinzu (immer am aktuellen Tag kostenlos), darunter ein Interview mit mir. Tantra, was’n das? Das ist diese so weithin unterschätzte, trotz sexueller Revolution immer wieder diskreditierte und doch Shakti-sei-Dank nicht zu unterdrückende sakrale Liebeskunst, die auch mich nun schon bald vierzig Jahre begleitet, immer als Lernender, manchmal als Lehrender.

Connection Seminarhaus

Im Connectionhaus arbeiten wir zur Zeit am kommenden Programm. Einerseits ist unser Haus nach wie vor buchbar für Seminare und Feste, mit Unterbringungsmöglichkeiten von 10 bis 20 Teilnehmern in Ein- bis Vierbett-Zimmern (Kontakt über seminare@connection.de). Bei Mitnutzung unseres Dorfgasthofs Söll passt unser Haus auch für größere Gruppen, denn unser Veranstaltungsraum ist 88 qm groß. Das Zusammenleben mit den Flüchtlingen stört unseren (nun kleineren) Seminarbetrieb nicht, das hat den Praxis-Test bereits bestanden. 

Wir wollen nun aber auch selbst wieder was anbieten: Vorträge, Tagesworkshops und Wochenend-Seminare. Darunter auch Vorträge von mir über Humor + endlich mal wieder einen Humorworkshop an einem ganzen Wochenende (28. bis 30. Oktober). Das kann deine überfällige Transformation (sorry, so war’s nicht gemeint, war doch nur ein Scherz, hähä) in einen »ernsthaften« Witzbold einleiten: Fr 19 h bis So 14 h, Seminarkosten 160 €, Anmeldung über seminare@connection.de. Begrenzte Tn-Zahl, deshalb bitte rechtzeitig buchen.

Tanzfeste

Es gibt bei uns außerdem nach wie vor die beliebten Tanzfeste, wo man auch mit unseren afghanischen und syrischen Mitbewohner tanzen und sie bei ihren Tänzen miterleben kann. Die nächsten solchen Tanzfeste sind am 1. Juli, am 5. August und am 2. September, jeweils freitags ab 19.30 h. Eintritt 5 €, ermäßigt 2 €. Dabei kann man einzeln tanzen, wie in der Disco, gerne auch paarweise. Es bilden sich auch Kreisstrukturen, manchmal mit Anleitung, oft ohne. Und am 7. Juli haben wir hier im Haus, ausgehend vom Helferkreis (der Flüchtlinge in Nitaukii) ein Sommerfest, das um 17 h beginnt. Mit live Trommeln, Tanzen, Essen, Trinken und den folgenden zwei Kurzpräsentationen.

Sufi-Bewegungskunst und Chor mit Flüchtlingen

Es stellt sich dort am 7. Juli der Ingo Taleb-Rashid vor, seines Zeichens Choreograph, Regisseur und Sufi-Sheik aus dem Chiemgau, mit dem ich gelegentlich Theater spiele. Einen Tag später, am 8. Juli, gibt er bei uns einen Trainingstag in Bewegungskunst, von 10-17 h, Teilnahmepreis 50 €. Außerdem stellt sich am 7. Juli der Musiker, Dirigent, Komponist und Chorleiter Erich Rupprecht vor, mit dem Plan, hier im Haus einen Chor zu initiieren, in dem Einheimische mit den Flüchtlingen zusammen singen. Wer da mitsingen will: Bitte trag schon mal den 12. Juli in deinen Kalender ein, Beginn um 17 h, Eintritt frei. 

Mit herzlichem Gruß

Wolf

schneider@connection.de

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Diskussion zu: Rundbrief Nr. 142 vom Juni 2016

  1. Tantrakongress

    Danke Ingrid für das Führen und Zusammenstellen der Interviews und Sugata für deren Veröffentlichung hier.
    Ich möchte etwas loswerden und zwar:
    Mich stört, dass Tantra sehr oft im Zusammenhang mit den Begriffen Sexualität und Liebe in Verbindung gebracht wird. Diese Wörter sind so beladen mit tradierten, konventionellen Vorstellungen, dass unter Umständen eine tantrische Bewegung im eigenen Erleben gar nicht erkannt werden kann. So geht es mir damit. Ich glaube, dass Tantra eine Offenheit, Weichheit und Sensibilität beinhaltet, die im alltäglichen Ablauf kaum stattfinden kann. Ich hatte ein tantrisches Erleben, glaube ich. Dem ging voraus ein gemeinsam verbrachter Tag mit einer ähnlich gepolten Person wie ich eine bin. Ein Sonnentag „auf dem Land“ sozusagen. Gleichklang, natürliche Zartheit im Umgang miteinander, Offenheit auch dem gegenüber was mein Selbstbild ist, Verletzlichkeit war möglich.
    Wenige Tage später fand etwas in mir statt, für das ich schwer Worte finden kann. Ich war auf dem Weg, es nieselte und auf einmal war es so, als ob ich das Sehnen der Regentropfen spürte, den Boden zu berühren, nicht den Asphalt, sich zu verbinden und dadurch neugeformt, eine andere Konsistenz annehmend, berühren und sich im Begegnen nicht mehr wiedererkennend. Werden, Vergehen, Berühren, Verschmelzen, Auseinanderdriften war plötzlich lebend erkennbar in mir und auch außerhalb von mir. Das für mich Entscheidende war jedoch das Erleben meiner Atemgewohnheit. Auf alten Wegen konnte ich kaum mehr atmen, mein ganzer Körper verlangte danach. Mehr gibt es nicht zu berichten.
    Einen Satz von John de Ruiter, der dieses Erleben für mich in einen größeren Kontext einbindet,denn darum geht es aus meiner Sicht, möchte ich hier zitieren: „This planet has a being and it won´t come into its being until we come into our own being“
    Ich würde mich freuen, wenn der Begriff Tantra zur Vorstellung in der Öffentlichkeit eine Erweiterung um Inhalte wie Naturempfinden, Sensibilisierung, Weichsein, Sinneserleben, Türen öffnen, etc. erlebte.
    Beinahe hätte ich nicht den Tantrakongress-link angeklickt und nicht die Interviews mit Diana Richardson und Andro mitbekommen. Ich hätte etwas versäumt. Die schwebenden, sich verbindenden Farbschleifen im Vorspann….super!

  2. Liebe Barbara,
    danke für deinen Kommentar zu Tantra hier im Blog! Tantra interessiert ja so viele, aber es wird wenig darüber gesprochen und, auch hier im Blog, wenig darüber geschrieben. Es sind die zahllosen Klischees über Tantra, die das behindern, und dann die Scheu über eigene Gefühle und Erlebnisse zu berichten.
    Deinen Bericht finde ich wunderschön!!! Ganz viele Menschen haben solche Naturerlebnisse und Erlebnisse der Begegnung mit Menschen, die nicht sexuell sind im üblichen Sinne. Ich würde den Begriff Tantra, wie du ihn hier verwendest, aber nicht abgrenzen wollen von den üblichen sexuellen und Liebeserlebnissen – jedenfalls nicht streng davon abgrenzen und sagen: Das war jetzt »bloß« sexuell, und ab hier ist es Tantra. Das ‚Vergehen‘ im sexuellen Genuss (der berühmte ‚kleine Tod‘), auch das ist Tantra, und auch der Rausch der Verliebtheit, in dem man die ganze Welt umarmen möchte und auf einmal alles schön findet, die Farben und Geräusche, Musik auf ganz andere Art hört viel zärtlicher ist mit allem, was einem begegnet.
    Den Begriff des Tantra erweitern »um Inhalte wie Naturempfinden, Sensibilisierung, Weichsein, Sinneserleben, Türen öffnen«, ja, auf jeden Fall! Für die Tantriker, die ich kenne ist das alles aber längst im Begriff enthalten. Es sind eher die Außenstehenden, die Tantra auf Sex reduzieren.
    LG
    Wolf

  3. Hallo Wolf,
    Anno 1978 war ich 4 Monate in Nepal und Indien, wo ich manche besonderen Abenteuer erlebte! Nachdem ich etwa einen Monat in Kathmandu herum gelaufen war, begegnete ich einem Sadhu, der mich einlud von Kathmandu nach Pokhara zu laufen. Man spricht ihm an mit ‚Baba Ji‘ was ‚Heiliger Mann‘ bedeutet. Und dann erreichten wir Trisuli, das nicht viel größer ist als ein Dorf und an einem schmalen Fluss liegt, der Trisul. Ja, wirklich, Baba Ji schleppte auch einen Trisul [Dreizack] mit sich! Als wir nach einer guten Nachtruhe Mittags, bevor wir weiter entlang der Trisul liefen, uns noch etwas ausruhten und er ein Nickerchen machte, da hatte ich einigen Nepalesen Käse angeboten. Das mochten sie gar nicht! Als Baba Ji erwachte, war er sehr empört, denn ich hatte seine Ruhe gestört, und er sagte: ‚Henny, wenn du das nochmals machst, können wir nicht mehr zusammen weiterlaufen!‘ Ich erschrak und fing an zu weinen, weil mittlerweile zwischen mir und Baba Ji eine echte Bindung entstanden war. Allmählig trockneten meine Tränen, während wir durch Trisuli liefen, und nachdem wir eine Wiese passiert hatten, sah ich in der Ferne ein kleines Obdach, wo wir etwas trinken konnten. Aber einige Momente bevor wir uns niedersetzten, geschah etwas Wunderbares mit mir: Plötzlich stand ich stocksteif und fühlte, wie eine kräftige Licht-Energie in meinen Scheitel hinein strömte und allmählig jede Zelle meines Körpers füllte, und als wir am Tisch saßen, schaute Baba Ji mir tief in die Augen, er wusste was mit mir geschehen war. Jedenfalls war ich noch einige Stunden lang überglücklich! Ich kann mich noch an viele ähnliche Vorfälle erinnern, während meiner Reise durch Nepal und Indien, aber das werde ich in meinem Buch (Autobiographie) beschreiben!
    Mit freundlichem Gruß,
    Henny Vreeling

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