Rundbrief Nr. 138 vom März 2016

»Ich versuch’s ja immer wieder, aber immer gibt es einen Montag danach«—Wolf

Liebe Freunde,

jetzt mal ein bisschen früher als sonst: mein März-Rundbrief. Anlass ist u.a., dass ich meine Teilnahme an zwei Festivals ankündigen möchte. Das erste ist schon nächste Woche, über Ostern: das Befree-Festival im Gut Frohberg Nähe Dresden (24.-29. April). Dort werde ich eine abgewandelte Form meiner Such-Satire »Alles ist eins« aufführen: Ich versuch’s ja immer wieder, mit Erleuchtung, Freiheit, Liebe, aber es gelingt mir nie, denn immer gibt es einen Montag danach. Außerdem lese ich dort eine erotische Geschichte vor – meine Favoritin (unter den Geschichten, meine ich) – und gebe einen kurzen Workshop im Schreiben von erotischen Geschichten (Oh, gute Idee! Sollte ich auch selbst mal wieder probieren.). 

Christliche Feste …

Tantra passt zu Ostern, finde ich. Die vorchristlichen Frühjahrsfeste, deren Traditionen dann mit dem christlichen Auferstehungsfest fusionierten, waren doch Fruchtbarkeitsfeste. Das muss aber nicht heißen, dass es in erster Linie darum ging, Kinder und Ernteerträge zu produzieren. Angeblich geht es auf diesem Osterfestival um etwas anderes. 

Zum Zeitpunkt des nächsten großen christlichen Festes bin ich auf dem Pfingstfestival (13.-19. Mai) des Ökodorf-Instituts, in der Gemeinschaft Maibacher Schweiz im Taunus. Auch dort mit einer Variante von »Alles ist eins«. Außerdem einem kurzen Humorworkshop und einer Präsentation des Connectionhauses – mein Fazit aus 25 Jahren »intentionale Gemeinschaft« plus die Vorstellung unseres aktuellen Projektes einer Gemeinschaft mit den Flüchtlingen aus Syrien und Afghanistan, für das wir noch eine/n Betreuer/in oder Projektleiter/in suchen. 

… und der Koran 

Zweimal auf so archetypisch starken christliche Festen, obwohl man doch schon munkelt, dass ich, hier mit all den neuen und alten Moslem-Freunden von mir, kurz davor stünde, zum Islam überzutreten? Nein, so weit ist es noch nicht. Ich habe zwar die Formel »Es gibt keinen Gott außer Allah, und Mohammed ist sein Prophet« schon locker mehr als drei Mal gesagt,. Ich dürfte als Renegat für einen strenggläubigen Moslem also bereits zum Abschuss frei gegeben sein. Aber ich wehre mich noch! Und empfehle der zeitgenössischen Theologie und Religionswissenschaft, doch bitte mal zu untersuchen, inweit der Prophet Mohammed sich überhaupt von anderen Channelmedien unterscheidet. Er war ein gewalttätiger Patriarch, das schon, aber das waren auch viele andere zu seiner Zeit. Theologisch-psychologisch gesehen ist seine Botschaft nur einen Durchgabe von einem körperlosen Wesen. Allerdings die bislang die folgenreichste der Weltgeschichte. Und jedenfalls nicht die letzte.

»Freitanz« im Connectionhaus

Unser erstes Tanzfest mit den Flüchtlingen am 27. 2. hat tierisch Spaß gemacht und stieß auch außerhalb unseres Hauses bereits auf einige Resonanz. Diese »Freitanz«-Feste sollen sich nun als fester Teil unserer Hauskultur etablieren: am 2. April wieder mit DJ Angela Raymann, am 30. April mit DJ Devendro (dem phänomenalen DJ vom Connection-Frühjahrsfest 2015), und am 14. May nochmal mit der Biodanzalehrerin Angela Raymann. Jeweils Einlass ab 19 h, Musik von 20 bis 23 Uhr, Getränke gibt’s an der Bar, und wir bitten die Mittänzer wieder um eine Spende von 5 € ans Haus. 

Gemeinschaftsbildung

Wer an Gemeinschaftsbildung interessiert ist und nicht gerade aufs Gemeinschaften-Festival in den Taunus fährt: Über Pfingsten (13. bis 16. 5.) gibt’s bei uns im Haus ein Seminar »Community-Building nach Scott Peck«, organisiert von Hubertus Hauger. Anmeldung über ihn.

Mehr zum Thema Gemeinschaft/en demnächst hier im Blog auf connection.de. Das arabische Wort für Gemeinschaft heißt übrigens »umma« und kann sowohl die religiöse Gemeinschaft der (guten) Moslem bedeuten (entsprechend der buddh. Sangha) wie auch »Nation«. Aha! Und was ist dann eine Kommune? Ist das die kleinste Verwaltungseinheit unserers föderalen Systems, oder sowas wie die Kommune 1 von Langhans & Co?

Jedenfalls werden auch Gemeinschaften, Ummas, Sanghas und andere, ebenso wie alle anderen menschlichen Beziehungen, auf Baustellen errichtet.

Nun noch zwei politische Links:

Arian Schiffer-Nasserie, Professor für Sozial- und Migrationspolitik an der der Evangelischen Fachhochschule in Bochum, beschreibt die so genannte »Flüchtlingskrise« hier nicht als ein Ereignis, von dem wir überrumpelt wurden, sonden als eine systemische Eigenschaft unserer herrschenden Wirtschaftsordnung. 

Kann man es sich inmitten von Kriegen und Wirschaftskrise gut gehen lassen? Ein ARD-Film aus der Redaktion des Weltspiegels, den ich seit Jahren sehr schätze, zeigt hier Menschen im Libanon, denen das anscheinend gelingt.

 

Mit herzlichem Gruß

Wolf

schneider@connection.de

 

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Diskussion zu: Rundbrief Nr. 138 vom März 2016

  1. Karfreitagsmusik (nach der Matthäuspassion von J.S.Bach)
    die ich sehr berührend finde
    und spontan ins Connectionhaus tragen möchte:
    https://www.youtube.com/watch?v=SUj3LEiMEKE

  2. Spannend! Bach auf Arabisch gesungen …

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