Earth OS 2.0 – Rundbrief Nr. 158 vom September 2017

Im deutschen Wahlkampf, der nun seinem Höhepunkt entgegenschlurft,  scheint mir der Geist der Wellness-Spiritualität (»Alles, womit du dich wohlfühlst, ist gut«) nun auch die Mainstream-Politik erreicht zu haben:

nur nichts Radikales (bis zur Wurzel Gehendes), nur keine Visionen. Nur nichts, was die Passagiere auf der Titanic aus ihrer Komfortzone heraus locken könnte. Meine langjährige Treue als Wähler der Grünen stelle ich gerade in Frage und überlege mir ein Bekenntnis zum bedingungslosen Grundeinkommen, das auf dem Wahlzettel auch angeboten wird, den ich als Briefwähler schon bekommen habe. Sonneborns »Die Partei« steht leider nicht dort mit drauf.

Seichtspiritualität im Mainstream

Heute morgen war ich beim Penny einkaufen (ich weiß, das ist pfui, aber einiges kaufe ich nicht im Bioladen) und sah dort gegenüber dem Fließband an der Kasse eine Einkaufstasche mit dem Spruch: Life is the sum of all your choices, statt der gewohnten »Erstmal zu Penny« oder dem Slogan »Besser leben« (von Rewe; der Lebensmitteldiscounter Penny gehört zur Rewe-Group, die 54 Mia € pro Jahr umsetzt). Der Spruch erinnert mich an den Weltbestseller The Secret und die Grundsätze der Avatar-Bewegung: »Was du erlebst ist das, was du dir durch deine Überzeugungen erschaffen hast«. Ist die Seichtspiritualität, die ich jahrzehntelang mit meiner Zeitschrift Connection gegeißelt habe, nun voll im Mainstream angekommen? Wann werden Nestlé und Bayer (mit Monsanto) solche Slogans übernehmen?

Selbstverwirklichung vor dem Penny-Regal

Es stimmt ja, dass unsere Entscheidungen (»choices«) und Überzeugungen Einfluss auf unser Leben haben. Aber sie sind nicht die einzige Kraft, die unser Leben gestaltet. Der Mainstream übernimmt aus den spirituellen Subkulturen immer nur den kompatiblen Teil. Heute ist das der zum Neoliberalismus passende Teil. Dass die Lieblingsfigur der Deutschen bei ihrer Gartengestaltung heute nicht mehr der Gartenzwerg, sondern der Buddha ist, hat die Liebhaber dieser Figur ja nicht meditativer oder achtsamer gemacht. So wenig wie der Nutzer dieser Penny-Tasche nun gewahr wird, wie sehr seine Werte und Entscheidungen sein Leben gestalten. Eher wird er nun vielleicht glauben, dass seine choices vor dem Penny-Regal auf eine Art von Selbstverwirklichung hinauslaufen. 

Wanted: Earth OS 2.0

Ich meine, dass unsere Zivilisation Erde ein ganz neues Betriebssystem braucht, nicht immer nur weitere neue Apps. Im deutschen Wahlkampf sehe ich nur neue Apps, die auf dem alten System laufen, das dabei ist unsere Erde und uns selbst zu ruinieren. Auch bei der Wahl in den USA wurden nur Apps fürs alte System angeboten, Hillary wäre auch kaum besser gewesen als Trump. Ähnlich in den anderen nationalen Demokratien. Einen echten Internationalismus, wie der Sozialismus ihn bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs vertrat, sehe ich nirgends, auch bei den Grünen und den Linken nicht. Wenn die aktuellen Varianten der Demokratie nur sowas wie Trump, Erdogan, Orban, Putin und Narendra Modi produzieren können, dann gute Nacht Demokratie. Dieses System wird uns nicht aus der Krise herausführen. Wir brauchen für unseren Planeten ein neues Betriebssystem. 

Selektion und Erzählung

Können die aktuellen spirituellen Subkulturen das leisten? Auf dem Heartbeatfestival auf Schloss Buchenau konnte ich (wie auch sonst in der Gesellschaft) in flagranti beobachten, wie drei Vorgänge unsere Wahrnehmung von der Welt verfälschen. Als erstes selektieren wir unter den Daten, die unsere Sinnesorgane uns zuführen: Wir nehmen nur wahr, worauf wir fokussieren. Das ist eine Selektion im Faktor 1: 105 bis 107. Zweitens selektieren wir unter dem so Ausgewählten nochmal im Speicher unserer Erinnerung, indem wir von dort nur das aufrufen, was gerade zu unserer Absicht passt (zu unserer choice, der Auswahl unter dem Vorhandenen). Drittens fabrizieren wir aus dem so Gefilterten eine Story: Wir arrangieren die gemäß der beiden vorigen Vorgänge auf mehr als ein Millionstel des Vorhandenen reduzierten Daten und peppen sie ein bisschen auf, so dass sie eine erzählbare Geschichte ergeben: Erzählkunst als kreative Leistung. Das Erzählte hat allerdings nicht mehr viel mit dem Erlebten zu tun, das es wiederzugeben behauptet. 

Kult ums Erwachen

Haben die buddhistische Subkultur, die Osho-Sannyasins oder die Advaita-Vedanta-Schüler dem etwas entgegenzusetzen? In ein paar Tagen bin ich auf dem Erleuchtungskongress in Berlin. Einige gratulieren mir dazu, dass ich dort nun sogar als Co-Präsentator dabei bin, andere nehmen es mir übel. Denn in Bezug auf Erwachen und Erleuchtung scheint es zwei Parteien zu geben. Die einen halten die Aussage »Ich bin erwacht« für eine narzisstische Angeberei, auch wenn es nur durch die Blume gesagt wird, wie etwa in: »Übrigens gebe ich jetzt Satsang«. Die anderen glauben, dass Buddha damit Recht hatte, dass Nirvana der höchste Punkt menschlicher Verwirklichung ist, alias die Advaita-Vedanta-Variante, dass Egolosigkeit im Diesseits nicht nur erreichbar ist, sondern auch erstrebt werden sollte. 

Der spirituelle Lehrer Gaia versteht sich eher als Begleiter und Impulsgeber auf Augenhöhe denn als Guru. In der Ankündigung seines Auftritts auf dem eben genannten Erleuchtungskongress schrieb er: »Mein Erwachen oder meine Erleuchtung ist eine Illusion, da es niemanden gibt und kein ‚ich‘ gibt, dem das geschehen könnte«. Was Nitya in seinem von mir sehr geschätzten taoistischen Blog überschwänglich lobte, mit einem Seitenhieb auf die Veranstalter dieses Kongresses. Auf der anderen Seite stehen Lehrer wie der zur Zeit sehr erfolgreiche deutsche Advaita-Lehrer Christian Meyer, aber auch viele buddhistische Lehrer. Sie wollen ihre Schüler von hier (Ego) nach dort (Erleuchtung, Befreiung) bringen, und verkaufen ihnen dazu passend ihre Kurse und Sessions; oft auch Anleitungen zur Hingabe (surrender). In die Hingabe oder Demut kann man jedoch niemanden schubsen, so wenig wie man Gnade erringen oder Authentizität erlernen könnte – man kann dort nur hineinfallen.

Festhalten an Überzeugungen

Es ist eben nicht leicht, sich selbst auf die Schliche zu kommen. Oft scheint das vermaledeite Ego dabei das Hindernis zu sein. Im täglich erscheinenden Wissenschaftsrundbrief von spektrum.de fand ich hierzu folgenden Hinweis: »Für das Gehirn macht es zu einem gewissen Grad … keinen Unterschied, ob wir körperlich bedroht sind oder ob unsere Identität bedroht ist, … – und je heftiger unsere emotionale Reaktion auf diese Bedrohung ausfällt, desto eher halten wir an unseren Überzeugungen fest«, und »nicht selten sind es gerade Überzeugungsversuche anderer, welche die ideologischen Abwehrkräfte stärken. Der Sozialpsychologe William McGuire (1925–2007) von der Yale University prägte dafür den Begriff der Inokulation, zu Deutsch: Impfung. Analog zum medizinischen Vorgang, so fanden McGuire und seine Mitarbeiter heraus, können wiederholte, schwache Argumente gegen unsere Position uns gegen stärkere Attacken immunisieren. Wichtig dabei: Die Gegenargumente müssen so stark sein, dass wir sie überhaupt einer Widerlegung würdig finden – aber dennoch nicht stark genug, um unsere Überzeugung ernsthaft zu erschüttern.« (Den ganzen Artikel findet ihr hier).

Liebe, Herz, Humor

Diese Frage bewegt mich zur Zeit sehr: Wie lässt sich Liebe definieren? Das Wort wird so oft in Kontexten verwendet, bei denen es mich innerlich schaudert, weil es ein Passepartout ist: es kann alles oder nichts bedeuten. Und was bedeutet »Herz«? Auch dieses Wort ist schwer zu definieren; auch dieses ist ein Wieselwort (englisch: weazel word), d.h. man kann sich, wenn’s drauf ankommt, immer darauf rausreden, es so oder aber eher so gemeint zu haben. 

In meinen Humorworkshops treffe ich immer wieder auf »herzliche« Menschen, die den Ansatz, »sich selbst«, das heißt ihre eigene, sozial vorgetragene Identität mit Schmunzeln zu betrachten, für umwerfend halten – für befreiend, erleichternd, heilsam. Stimmt das denn? Kann Humor die Welt retten? Ich finde: ja! 

Die Idee, dass es besser wäre, wenn die Großkopferten der Welt sich selbst weniger als Helden denn als Komikfiguren sehen würden, trage ich schon lange in mir. Und auch die: Es ist gut, damit bei sich selbst anzufangen. Seitdem promote ich den Personenkult (»damit das Ich nicht in Stücke zerfällt«) und den Größenwahn (»Du bist die Mitte der Welt!«). Nun sogar auch noch die Selbstbeweihräucherung (am 10. 9. auf dem Erleuchtungskongress in Berlin); denn Weihrauch ist eine heilige Substanz; sich selbst liebevoll damit zu befächeln, das kann doch keine Sünde sein.

Selbstbeweihräucherung

Der Erleuchtungskongress in Berlin geht diesmal über drei Tage und findet im Buddhahaus statt, in Berlin-Schöneberg, Akazienstraße 27. Das Thema ist diesmal: »Die Evolution des Erwachens, Werte und Handeln aus dem Selbst«. Neben den Satsangs und Teachings vieler spiritueller Lehrer (darunter auch die eben erwähnten Lehrer Gaia und Christian Meyer) könnt ihr dort bei mir vom »Humorweg zur Erleuchtung« erfahren. Außerdem werde ich zusammen mit meinem Mitblogger Torsten Brügge im dialogischen Vortrag »Klares Denken in der Stille« ein Wort für den verfemten Intellekt einlegen und schließlich … tusch, Applaus … in der Abschlussveranstaltung des Kongresses meine Selbstbeweihräucherung darbieten, das Erleuchtungskabarett. Die ganzen drei Tage kosten nur 189 € Eintritt. Wenn ihr bei der Anmeldung »SugataRabatt« (bitte genau so geschrieben) als Code eingebt, sind es sogar nur noch 170,10 €. 

… Liebesspiele und …

Auf dem Befree Herbstfestival vom 28. 9. bis 3. 10. bin ich, wie jedesmal, Anbieter und Teilnehmer zugleich. Ich gebe dort den Humorworkshop »Liebesspiele« und den Kommunikationsworkshop »Sag’s mir, wie du es gerne hättest« (je zwei Stunden).

… die Tragikomik des Menschlichen

Wer tiefer in das Thema ‚Humor als Weg zur Weisheit‘ einsteigen will, komme am 7./8. Oktober ins Essentis-Hotel Berlin. Dort gebe ich mit »Sind wir nicht komisch?« endlich mal wieder einen Wochenend-Workshop zum Thema Humor, von Sa 10 h bis So 17 h. Frühbucher bis 15.9. (Zahlungseingang) zahlen nur 149 €, danach kostet es 169 €. Die Unterkunftspreise im Hotel sind für die Kursteilnehmer vergünstigt, von 55 € pro Tag für VP bei Unterbringung im Schlafsaal, bis zu 90 € pro Tag für VP im EZ. Wer mich als Kursleiter erstmal antesten will findet auf meiner neuen Webseite ein paar Webinare zum Einstimmen. Und hier könnt ihr eure Tickets bestellen

Shalom, Salaam

Den politisch Interessierten empfehle ich die arte-Produktion über den 6-Tage-Krieg Israels aus der Sicht seiner Soldaten. Ein Film über Heldentum, Leiden und die Entmenschlichung, die alle Kriege mit sich bringen, und speziell darüber, wie sich in diesem Krieg die Verstrickungen dieses unerlösten Landes zeigten, das sein Opfergefühl immer neu inszeniert. Bis heute zeigen sich diese Verstrickungen auch in Netanjahus Politik. So werden Opfer zu Tätern. Ohne Einsicht und Aufklärung dreht sich das Rad des Leidens immer weiter und damit auch die Kriege in Nahost.

In der neuen Ausgabe von KGS-Berlin habe ich über »Die Polarität von Krieg und Frieden« geschrieben und warum wir eine neue Friedensbewegung brauchen – diesmal bitte eine aufgeklärte! 

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Diskussion zu: Earth OS 2.0 – Rundbrief Nr. 158 vom September 2017

  1. Lieber Sugata,
    Penny und der Erleuchtungskongress sind wohl nur zwei Beispiele von Spiritualität 2.0.
    Bei der versuchen viele mit Mainstream ihr Geld zu verdienen, Erleuchtung zum Discounterpreis, demnächst auch bei Aldi im Sortiment.
    Und RTL/SAT1 sind in spätestens zwei Jahren mit einem eigenen Reality-ErleuchtungsFormat am Start – und senden live vom Kongress in Berlin.

  2. Lieber Sugata, lieber Dieter,

    Erleuchtung (sollte ich es in Anführungszeichen setzen?) ist inzwischen im Mainstream angekommen, das sehe ich auch so. Also dann: Ein neues, großes Smartphone, die coolen Kopfhörer auf und dann noch die Erleuchtung – wie wär’s mit einer entsprechenden App? Wenn’s denn so weit ist (besser vorher schon?), noch ein »OM« Symbol an eine »besondere«, »andere« Stelle tätowieren lassen – warum nicht ins Gesicht?

    Gut, das ist überspitzt. Doch wer weiß – vielleicht wird es ja ein neuer Trend, sich als erleuchtet zu bezeichnen. Womöglich ist es das schon, nur habe ich es nicht mitgekriegt … Eigentlich naheliegend: Es wäre das ultimative besonders Sein, über allem Stehen. Solche Gedanken kommen mir, wenn ich von einem »Erleuchtungskongress« höre.

    Ich weiß, das tut vielen Lehrern und Suchenden Unrecht. Und doch, im Zeitalter des totalen Konsums, der totalen Unterhaltung und der totalen Konkurrenz hat das einen anderen Stellenwert als zu einer Zeit, als es noch so etwas wie »Realität« gab. Die Grenze zwischen wirklicher Hilfe und »Impfung« gegen Loslassen ist hier verdammt schmal. Und ich denke, sie ist nicht mal wirklich zu ziehen …

    Denn es hängt wohl von verschiedenen Faktoren ab, in welche Richtung das dann bei jedem Einzelnen geht. Um Adyashanti (http://www.adyashanti.org) frei zu zitieren: »Die Frage ist weniger, ob du ein Erleuchtungserlebnis hast. Das haben viele. Die wichtige Frage ist, ob es dich zu einer inneren Revolution führt. Die wagen nur wenige. Denn sie bedeutet, von deiner gewohnten Welt Abschied zu nehmen.«

    Humor mag da in der Tat ein Königsweg sein, vor Allem wenn du über dich selbst lachen kannst …

    Claus

  3. Humor ist nicht Spott. Humor ist das Lachen (oder Schmunzeln) über sich selbst. Das Verspotten von anderen, ohne dabei zu merken, dass man auch (oder sogar: eigentlich) über sich selbst lacht, tut weh.

    sagt meine Heiligkeit
    😇

  4. Im christlichen Kulturkreis ziehen die Menschen gewöhnlich Roben an, um dem Göttlichen zu huldigen – vor Gott sind alle gleich – Weihrauch ist da ordentlich mit im Spiel …
    Wenn das eigene Ego selbstdarstellerisch beweihräuchert wird, dann nennt die Psychologie das eine „narzisstische Störung“.
    Einfühlsamer und weniger pathologisch ausgedrückt, könnte man ein solches Persönlichkeitsmuster als den Versuch einer Identitätsbildung beschreiben, die sich mit dem Göttlichen/der Erleuchtung identifiziert. Narzissmus wird aus einer Not geboren, aus der Not, als Kind nicht genug wahrgenommen und gespiegelt worden zu sein, meinen manche Analytiker wie z.B. Kohut. Oft steckt da eine frühe (elterliche) Umgebung dahinter, die viel in den Kleinen/die Kleinen hineinprojiziert hat: Er/sie sollte etwas Bestimmtes werden, eine Form entwickeln, die nicht seine/ihre Ur-eigene war.
    Das Erkennen des illusionären Ich in der Erleuchtungserfahrung kann so ganz schnell zu einer Ersatzidentität werden. Das Nicht-Ich wird als Befreiung erlebt, es erscheint allemal als besseres Ich.
    Für die Heilung der narzisstischen Ich-Illusion braucht es den „Glanz im Auge der Mutter“, ein liebendes Gegenüber, das mICH im ursprünglichen Wesen und meiner Besonderheit erkennt und spiegelt, so werden duale Ich-Identitäten geboren, die sich von anderen unterschieden wissen.
    Ein bewunderndes Publikum kann die Illusion eines liebenden Gegenüber vermitteln: Fühle ich mich bewundert und geliebt, dann bin ich wer …

    „Erleuchtungskongresse“ schaffen in meiner Wahrnehmung gesellschaftliche Strukturen, die diese narzisstischen „Persönlichkeits-Spiele“ begünstigen. Sie ziehen überwiegend Menschen an, die mit solchen Themen innerlich ringen. Insofern erzeugen sie auch ein spezifisches Bewusstseinsfeld, in dem sich da etwas wandeln kann.

    Humor ist da sicher ein guter Weg. Oshos „Sei dir selbst ein Witz!“ empfinde ich als genialen Hinweis für jede Art von Persönlichkeits-Konstruktion, sich selbst mal nicht ganz so ernst und wichtig zu nehmen.
    Clown

  5. der film über den Israels 6-tage-krieg aus der Sicht der Soldaten ist sehr, sehr eindrücklich. ich war ja selbst, zusammen mit Familie und einer über 20-köpfigen Delegation dort und bin dankbar, dass wir geblieben sind. damals war ich blind, heute schäme ich mich. die letzten worte im film sind die eindrücklichsten: wie kann frieden entstehen unter einer Besatzung? ob in Berlin diese einsicht entstehen kann? ich wünsche viel „Erleuchtung“ und Vermenschlichung, salam-shalom, chlous.

  6. leider habe ich aus Unachtsamkeit gelöscht, dass wir damals mit einer über 20-köpfigen gruppe junger menschen im Kibbuz geblieben sind und die arbeit der fehlenden Männer not-dürftig übernommen hatten. deshalb die Danksagung nach dem krieg. chlous.

  7. Es ist gut, wenn Du alles in Frage stellst, aber bitte wähle trotzdem oder gerade deswegen die Grünen! Das ist immer noch die Partei, die Deinen Vorstellungen am ehesten entspricht.

  8. Hallo Götz, ich habe schon gewählt, per Brief: die Grünen. Und wann gibt es die Partei, die das neue Betriebssystem der Erdzivilisation vorstellt? Die sollte für alle menschlichen Erdenbürger wählbar sein. (Die Tiere und Pflanzen lasse ich jetzt mal, was die Wahl anbelangt, weg, ignoriere sie aber nicht.)

  9. Eine interplanetare Earth-First-Partei – warum gibt es so etwas eigentlich nicht? Die wäre für mich wählbar. Vermutlich gibt es sie deshalb nicht, weil sich dann alle nationalen Interessen auflösen würden wie die Wolken über Gaia.

  10. Hallo Bobby, ja, das wär’s!
    Eine solche Partei (nennen wir sie vorläufig „Earth 2.0“) müsste als eine ihrer ersten Aufgaben eine Verfassung (constitution) für das Betriebssystem der Erdzivilisation erstellten, so wie früher Staatengründer Verfassungen erstellen (die von der BRD ist ja gar nicht mal so schlecht). Sie müsste sich dann dem zuwenden, wie eine Mitbestimmung der Weltbevölkerung über das Internet möglich ist – sicher vor Hackerangriffen, und der Klugheit und Weisheit Raum gebend anstatt dem Stimmenkauf durch Geld oder unhaltbare Wahlversprechen, wie er in den aktuellen Demokratien üblich ist. Wir brauchen ein völlig neues Finanzsystem, einen radikal anderen Umgang mit Geld und Ressourcen. Außerdem brauchen wir die restlose Abschaffung allen Militärs; eine gut ausgebildete (GfK usw) Polizei genügt, ohne die geht es leider nicht. Die Gewaltenteilung muss überarbeitet und korruptionssicher installiert werden. Alles das transnational, föderal, subsidiär. Un wir brauchen die Eindämmung (besser noch: Reduktion) der menschlichen Weltbevölkerung (Aufklärung, Bildung, Geburtenkontrolle; Sex für Lust und Bindung, nur noch sekundär für Reproduktion). Umweltschutz. Abschaffung der Religionen als politisch mächtige Institutionen, die ganze Bildungssystem beherrschen – Religiosität, Meditation und transpersonale Therapien genügen vollauf. Die Sozialeinrichtungen der Religionen dürfen bleiben, aber ohne religiöse Indoktrination, der soziale Zweck (caritas) genügt. Und so weiter … das Leben könnte so schön sein auf diesem Planeten!!! Kommt irgendeine dieser Ideen im aktuellen Wahlkampf vor? Nicht die Bohne. Traurig, traurig. Das ist Ressourcenverplemperung – in diesem reichen, glücklichen Deutschland, das offenbar von Couch-Kartoffeln bestimmt wird, die (wenn man den aktuellen Umfragen glaubt) sicherheitshalber ‚Mutti‘ wählen. Zeit, Geld, Intelligenz und Kreativität werden in Apps auf dem alten System gesteckt, das die Welt nur immer weiter ruiniert. Und wer beschäftigt sich mit der Errichtung eines neuen Betriebssystems? Niemand. So treiben wir in den globalen Zivilisation-Suizid.

  11. Wenn wir Demokratie wollen – und die wollen wir doch, oder?- müssen wir mit einer Vielfalt der Interessen zurecht kommen.
    Was ist Demokratie? Unaufhebbare Grundrechte für alle, Rechtsstaatlichkeit, Gewaltenteilung, Chancengleichheit, gleiches Recht auf politische Teilhabe. Unser Grundgesetz umreißt das ganz gut.
    Wenn es Meinungsfreiheit gibt, und das wollen wir ja, werden eben nicht alle die Grünen wählen. Zu einer offenen Gesellschaft gehört auch der Lobbyismus.
    Wichtig ist es, dass wir uns geschlossen gegen die Feinde der freiheitlichen Demokratie und des Pluralismus stellen.
    In gesellschaftlichen und politischen Fragen würde ich mich nicht in erster Linie an „spirituell Erleuchtete“ halten. Mit Zahnschmerzen gehe ich ja auch nicht zur Schneiderin. Es gibt Politologen, Soziologen, Historiker und politische Philosophen, die fundiertere Beiträge leisten können.
    Aktuell empfehle ich: Harald Welzer, Wir sind die Mehrheit – für eine offene Gesellschaft

  12. Hallo Barbara,
    in gesellschaftlichen und politischen Fragen sich nicht in erster Linie an spirituell Erleuchtete zu halten ist sicherlich ein guter Rat. Obwohl die Selbstwahrnehmung des Individuums (worin diese Menschen ja Experten sind oder das zumindest sein wollen) ja mit der politischen Situation eng verquickt ist.
    Harald Welzer, den du hier empfiehlst, ist mir übrigens als Kritiker der Wachstumswahnsinns positiv aufgefallen.
    Am Anfang deines Kommentars stellst du die Frage zur Demokratie. Dass doch alle die wollen, bis auf ein paar geistig zurückgebliebene Idioten, ist so ein Klischee unter uns ‚guten Demokraten‘ und Bürgern. Dieses Klischee aber bekommt allmählich Risse, vielleicht stellst auch du deshalb diese Frage an den Anfang deines Kommentars. Meine Meinung dazu ist, dass die jetzt im Westen für normal und richtig gehaltene Demokratie dringend ein Update braucht, sonst werden wir weiterhin, wie bisher, unsere Grundlagen ruinieren, vor allem die natürlichen Grundlagen.

  13. P.S. zu der Frage, inwieweit ‚Erleuchtete‘ – ich würde hier lieber sagen: Experten in Sachen Selbsterkenntnis, damit hier nicht gleich entweder der Spott oder die Heiligenverehrung mitschwingt – inwieweit können die was zur Politik oder zur Öko-Katastrophe sagen? Inwieweit sind Experten der Innenwelt auch Experten der Außenwelt, weil doch, wie wir alle wissen, beides eng miteinander verwoben ist? Hierzu würde ich gerne mal eine öffentliche Talkrunde leiten, am besten in Berlin. Eine Runde, die dann aber auch im Web sichtbar ist und dort kommentiert werden kann.

  14. Am 04.09.2017 um 10:15 schrieb M.Eck@bkh-landshut.de:

    Lieber Wolf,
    der Abschnitt Seichtspiritualität ist wirklich so, das beobachte ich genau so. Alles wird eben zum Konsum und wird verkonsumiert; es gefällt mir, was du so schreibst.

    Ich teile mit dir auch, dass HUMOR das ist, was uns „gesund“ hält…der Geist bleibt wach und der Körper lächelt 😉

    Ich bin 1958 geboren und merke, dass solche politischen und spirituellen Bewegungen heute weniger Substanz haben. Früher wurden sie mit mehr Herzblut und Begeisterung durchgeführt. Viele kraftvolle Einsichten und Erkenntnisse verwischen sich im Konsum. Vieles wird verwässert, und dann bleibt die Kraft aus.

    Es ist ein reines TOLLHAUS, das auch nicht vor dem neuen Konsumzweig – Erleuchtung – halt macht. Der „Mensch“ kann mit seinem reinen DASEIN anscheinend nicht viel anfangen. Solange das „EGO“ noch so fest verschraubt bleibt, gibt es einfach keinen „AUSWEG“… es bleibt einfach interessant … oder auch langsam langweilig, was die ganzen GESCHICHTEN betrifft.

    Schön wenn wir uns mal über den Weg laufen ;-))

    Herzlich, mit viel Humor

    Mathias

  15. Hallo Mathias, danke für deinen Kommentar! Für die Leser mag es auch interessant sein, dass du als Kunsttherapeut in der Psychiatrie der Bezirkskrankenhauses Landshut arbeitest (stimmt das?), also ein Auge dafür haben müsstet, wer von uns oder ‚denen da draußen‘ so plemplem ist, dass man therapeutische Maßnahmen anwenden sollte. Mir fällt dazu auch der Buchtitel von Manfred Lütz und Eckart von Hirschhausen ein: »Irre – Wir behandeln die Falschen: Unser Problem sind die Normalen« 😇

  16. Hallo Wolf, ja ich erlebe sehr viel Kreativität und auch den feinen Blick auf Details bei den Menschen, die hier Hilfe suchen. Es sind sehr viele Menschen sensibel bis hoch sensibel, die mit dieser gesellschaftlichen Ver-rücktheit nicht klar kommen. Es fehlen ehrliche Menschen in der Gesellschaft. Man wird hochgradig verunsichert, wenn man nicht gelernt hat sich abzugrenzen und eigene Wahrnehmungen zu überprüfen. Es sind oft sehr feine Menschen, die zu mir kommen. Die“NORMALEN“ Menschen sind oft voll mit Konzepten und Vorstellungen der Anpassung – das kann nicht gut gehen. Der Staat unterstützt ja das Ganze. Tja, lass uns wieder natürlich sein und auch dem Spiel mehr Raum geben (Ein stolzes Projekt: Friedrich Schiller wollte den Menschen durch Ästhetik erziehen und damit Natur und Vernunft in Einklang bringen. So machte er als Vorkämpfer des Idealismus die Lebenskunst zur Voraussetzung der Weltverbesserung.). Hab auch keine Lösung anzubieten … bis denne Herzlich Mathias

  17. Ja, Schiller war an dem Punkt GROSSARTIG! Ich zitiere ihn in meinen Workshops oft und gerne: »Der Mensch ist erst dann ganz Mensch, wenn er spielt.«

  18. Ihr Lieben,

    ich bin immer mal wieder überrascht bis „entsetzt“, wenn ich auf einem Seminar im „spirituellen“ Umfeld bin und dann sehe, was die Menschen so alles essen und allgemein konsumieren (Innenzufuhr). Zudem hab ich über die letzten Jahre zwei innere, ziemlich hartnäckige Bilder entwickelt, die mich begleiten. Das eine ist das Bild einer „spirituellen Bohemé“, die wider dem Ansatz „Innen wie Außen“ (also äußerer Müll im Sinne von einem Teil von „Karma“) und gegen jeden bekannten Zusammenhang mit dem Klimawandel und der damit auch folgenden Entwurzelung von Menschen (Aber: „Wir sind alle eins, und alles ist Liebe“… bla…Pustekacke… da wird Leiden mitproduziert) in der Welt umherfliegen und auch sonstwie abgaslastig (wie auch der Massenmensch des Westens) durch die Welt reisen. Um auf Lesbos oder Bali die Erleuchtung zu finden?
    Dabei gilt doch sicher das Naturgesetz, dass wenn man sein Haus morgens vermüllt und verschimmelt verlassen hat, dass man dann Abends in (s)ein vermülltes und verschimmeltes Haus zurück kommt.
    Das andere innere Bild ist das von einer Heilungsszene, die via Familienstellen und Co. aktuell vor allem (noch) das Thema „Opfer sein (von…)“ beackert (nicht wertend gemeint), aber es kaum einmal jemanden gibt, der sich mit dem schweren und belastenden Gefühl von Täterschaft (also dem „Karma“, das er/sie mitbringt) outet und die Tiefen dieser Schattenwelt durchwandert. Vielleicht ist es aber auch so, dass diese Täterschuld Aufarbeitung, in jedem von uns, erst jetzt im 21.Jahrhundert, und in Deutschland eben nun nach so vielen Jahrzehnten nach dem großen Schatten „2.Weltkrieg“ funktionieren kann. Die Täterschaft ist ja auch leicht an unserem Lebensstil ablesbar (3xPlanetenverbrauch z.B.)
    Für mich ist der große Schatten jedenfalls bis heute spürbar, tief in mir drin, aber auch im Alltags-außen. Inzwischen allerdings als ein Inspirator und Freund, der mir meinen Weg erleuchtet und mir Achtsamkeit und Respekt und Demut vor allem Leben lehrt – als wahrer und lebendiger Gegenpol zur absoluten Dunkelheit und dem vorübergehenden Tod aller eigenen Lebenswürde während der „Täterschaft in Auschwitz“ (und anderen KZs). Dieser Schatten sitzt so tief, in uns allen wohl noch. Wie anders ist unser Wirtschaften und unsere „subtile“ (oder auch klar erkennbare) gegenseitige „Weltvergasung“ sonst zu verstehen? Versöhnung und Vergebung – vor allem auch sich selbst – das sind die wahren Transformationsaufgaben, vor denen wir einzeln und als Ganzes doch stehen.
    Auf einem wahren Erleuchtungskongress (und ich bin jetzt mal einfach allwissend und diamantenklar) würden nach meinem Gefühl also nicht nur die nun kommenden Lehrer und Begleiter auftreten, da würden auch ein Nico Paech mit der visionären Idee einer Postwachstumsökonomie und Christian Felber mit seiner schon sehr konkreten Gemeinwohlökonomie und -Bilanzierung auftreten, um Menschen für konkretes visionäres Handeln und Wirken im Sinne aller Wesen begeistern zu können. So wie manche „Politiker“ in Stuttgart, die dafür gesorgt haben, dass nun 4 städtische Betriebe der Landeshauptstadt eine Gemeinwohlbilanz gemacht haben und nächste Woche öffentlich vorstellen. Stichwort dazu: Reflexionsinstrument für die Bewusstwerdung des eigenen Handelns und dessen Auswirkung auf andere und einen selbst. Das ist lebendige Spiritualität, in dem Sinne wie Gott Neale D. Walsch gefragt hat: „Was ist denn nun Ausdruck Deines höchsten Selbst“?
    Und da würden der gute Precht, der Hüther, der Welzer, der Maaz, der Schramm und die Anstaltsbuben aus dem ZDF da sein, und mal heilig-zornig ihre 9-Fixierungen segensreich über die Lauschenden ausschütten – der Kurierung von Siech- und Seichttum wegen.
    Ich merke, ich könnte in Fahrt kommen, in einem Donnergefährt, das mit heiligem Zorn angetrieben wird.

    Dabei kann ich aber auch so müllarm und bewusst wie mir möglich soweit zuschauen, wie die Aggression anderer vielleicht auch mich vor einem „natürlichen“ und friedlichen Ende eben stattdessen durch Gewalt (Grüße von Jesus an der Stelle) aus diesem Gefäß reißt, und mir endlich wieder die URsprüngliche und grenzenlose Freiheit gibt.

    Schon schräg also, die eigenen Gefängniswärter als täglich Brot darauf hinweisen, dass Sie mein Gefängnis bitte nicht abreißen oder unbewohnbar machen sollen.

    Aber ein Funken Humor sollte man sich ja immer bewahren, auch mitten in einer Tragödie, die längst viel größer als nur Griechisch ist 😉

    Lieber Wolf,
    mit einem „Nichts für Ungut“, sondern im Gegenteil mit herzlichem Dank für Deine immer wieder sehr anregenden und inspirierenden Gedankenbilder, eine

    Gesegnte Zeit Dir, mögen die kommenden Wochen und der erwähnte Kongress Dein SEIN fließend umgarnen und mit nichts als Fühlen erfüllen.

    Herzliche Grüße

    Markus

    ps. „Nicht Trump vergiftet das Klima. Es sind Deine Nachbarn, Deine Freunde, Deine Familie, Du, und ich. Wer allerdings einen Globalen Fußabdruck bzw. persönlichen Planetenverbrauch von 0,9 und darunter hat, der darf seine Steine auf Trump und andere werfen!“

  19. Lieber Markus,
    danke für deinen langen Kommentar! Eine Konferenz in neuem Format, gute Idee, darüber habe ich auch mit Roland und Ludmilla kürzlich gesprochen. Ich stimme dir darin zu, dass es auch Konferenzen geben sollte, in denen Ökos und Politaktivisten den Innenwelt-Spezialisten gegenüber gestellt werden sollte. Ich hätte Lust, auf solchen Talkrunden zu moderieren, gerne auch zu Konfliktthemen: Werte, Ethik, Ökofußabdruck; sind wir nur Marionetten ganz anderer, uns unbekannter Kräfte; der Schatten, und so weiter. Dir Konferenz, die morgen in Berlin beginnt hat einen anderen Zweck: die Innenschau zu vertiefen, die Selbsterkenntnis. Auch ein guter Zweck. Aber auf einer Erde, die wir gerade dabei sind zu ruinieren, sich nur mit Innenschau zu beschäftigen, das geht nicht. Wenn das Haus abbrennt, muss man eben mal seine Meditation abbrechen und rausrennen – oder anfangen zu löschen, wenn das noch geht.
    Was deine Vorschläge von Nico Paech und Christian Felber anbelangt (und noch einige der anderen): volle Zustimmung! Wenn die Ökos ein bisschen mehr Innenschau betrieben und die Spiris zu Aktivisten würden, dann ließe sich die Titanic vielleicht doch noch wenden, sage ich unverbesserlicher Optimist.
    („mein SEIN …. mit nichts als Fühlen erfüllen« schreibst du als Abschlusswunsch an mich. Das verstehe ich nicht. Dürfen da dann keine Gedanken mehr sein? Auch die Gedanken können wir gut gebrauchen, meine ich.)
    LG
    Wolf

  20. „Dein SEIN fließend umgarnen und mit nichts als Fühlen erfüllen.“
    Ich verstehe das so, dass gut ist, was den Kopf ausschaltet. Nur Fühlen und da sein. Fast schon vegetativ, im Flow.

    Schönes Gefühl, wohltuend, aber es ist „Handeln“ angesagt, das bedeutet, aus allem Erkanntem Schlüsse zu ziehen und konkret zu überlegen, was zu tun ist. Mein persönlicher Fußabdruck ist dabei ganz ok, wenn es anderswo auf der Welt ok ist, Strände knöcheltief und flächenfüllend mit Plastik aller Art zu zieren. Man muss die Relationen sehen.

  21. Lieber Wolf,

    Danke für Deine Rückmeldung. Wenn ihr bezüglich der Verschmelzung von liebevoll-ökologischen Innenexperten und Außenhandlern schon an neuen Konzepten dran seid, dann hüpft da mein Herz natürlich gleich freudig.
    Ich hab schon seit einer Weile dieses Herzensbild, dass das „Beste/Erleuchtetste/Erkannte“ von beiden Welten sich gegenseitig befruchtet und dann letztlich eint.
    Bücher wie „Der Biophilia Effekt“ oder „Den Alterungsprozess umkehren: Das Lebenselixier der Maharishi Ayur-Veda“ weisen hier auch den wesentlichen Weg unserer Zeit. Denn beide zeigen, wie das alte gefühlte Wissen (die Grünkraft Hildegards z.B.) nun immer mehr auch wissenschaftlich und äußerlich empirisch nachgewiesen wird und. Das „Beste“ (für uns) wird nun von Bauch und Verstand akzeptiert und im Herzfeuer zu neuem Handeln geschmiedet. Im Idealfall. Sebastian Gronbach, seine Schüler und aber auch andere sind da via Ken Wilbers „Integraler Spiritualität“ ja auch dran. Und die GWÖ, aber vor allem ihr Visionsrealisierer C. Felber, sind längst voll integrierte Wesen… und im Fluss. (Ich bekomme keinerlei Bonus oder GWÖ-Shirts/Tassen für die wiederholte Promo hier).
    Paech wiederum ist wesentlich radikaler und hat bei uns in der IHK Stuttgart mit seinem Vortrag nur tiefenstaunende und hartgesottene schwäbische Erfolgsunternehmer aus einer mehr als boomenden Region hinterlassen, die dann aber nicht wussten, was sie mit der Erkenntnis einer dringend nötigen Postwachstumsökonomie nun machen sollen, in ihrem engen auf Wachstum basierenden Wirtschaftsalltagskorsett.

    Da ist also definitiv noch Raum nach „oben“.

    @Gerhard:
    Natürlich ist Handeln angesagt. Also sofern ICH letztlich je tatsächlich aktiv handle, meine ICH.
    Aber darf ich fragen warum Du Dich in Vergleich setzt mit denen, die eben auch strömungsbedingt in Ecken leben, in denen sie auch unseren westlichen Plastikmüll abkriegen?
    Wir Deutschen schick(t)n ihn halt per Zug nach Osteuropa früher und lagern ihn nun zwischen, für die Enkel unserer Enke-Enkel.
    Ich hab mich z.B. vor kurzem zum ersten Mal im unseren Unverpacktladen gewagt. Und mache das nun regelmäßig. Neue Handlung.
    Und es werden sicher immer wieder neue dazukommen, durch Info und Erkenntnisgewinn „along the way“.

  22. Nachbesserung zu gerade eben:
    „Aber darf ich fragen warum Du Dich in Vergleich setzt mit denen, die eben in Ecken leben, in denen sie strömungsbedingt auch unseren westlichen Plastikmüll abkriegen?“

    Grüße Markus

  23. Ich habe gelesen, dass es in einigen Ländern keine geregelte Müllabfuhr gibt. D.h., dass die Ummantelungen der gekauften produkte dann halt am Strand landen…..

  24. Grünkraft…handelt es sich hier nicht einfach um die altbekannt wirksame Kraft von Kräutern?
    Im übrigen glaube ich, dass Biotechnologie diese Essenzen verstehen kann und chemisch potentere Wirkstoffe daraus entwickeln kann und wird. Gottseidank verfügen wir mittlerweile über solche Fertigkeiten. Diese sind in unseren Zeiten dringend nötig!!

  25. Ist niemand aufgefallen, dass der Rundbrief vom August diesselbe fortlaufende Nummer hatte?

  26. Stimmt, das war mein Fehler. Danke für die Korrektur! Hab’s grad geändert. LG, Wolf

  27. @Gerhard:
    Ja, auch andere haben ihre Müllthemen. Meine Eltern erzogen mich früher mit der Frage „Wenn ein anderer von der Brück‘ in Neckar sprengt, sprengsch dann au henderher?“
    Heute wollen beim Thema Nachhaltigkeit z.B. vom Wesen dieser Erziehungsfrage nix mehr wissen, um es etwas hart zu formulieren.

    Grünkraft – Kräuterkraft! Ja, klar, auch da drin steckt sie. Aber im Buch geht’s um viel mehr. Es sei hiermit nochmal empfohlen. Z.B. Waldbaden, was in Japan auf Rezept erhältlich ist.

    Zu Biotech kann ich derweil nicht viel sagen. Sie wird ihren Segen haben, bestimmt.

    @Wolf:

    Hoffe der Kongress war euch ein Erfolg.

    Zur Frage noch was ich mit Sein und Fühlen meinte: Es waren meine poetischen Worte zu sagen „Hab eine gute Lebensreise“.
    Die Vulkanier würden sagen „Lebe lang und erfolgreich“…

    …mit insgesamt wenig Mindfuck.

  28. Mindfuck?
    Was genau ist das, wo zeigt sich der?
    Manchmal habe ich den Eindruck, garnicht drum rum zu können

Dein Kommentar zu: Earth OS 2.0 – Rundbrief Nr. 158 vom September 2017

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