Abschied von Niedertaufkirchen

Unterwegs sein – der Connection-Rundbrief Nr. 168 vom Juli

»Unterwegs zu sein, ohne festen Wohnsitz, ist eine ganz andere Art zu leben«—Wolf

Jeden Tag richte ich mich ein bisschen mehr ein in meinem neuen Zuhause, dem Wohnmobil. Wie komme ich von dort mit einer Daten-Flat und hoher Übertragungsgeschwindigkeit ins Internet, und noch viele andere technische Dinge sind da zu klären und einzurichten. Unterwegs zu sein, ohne festen Wohnsitz, ist eine ganz andere Art zu leben – spannend! 

Ein Leser meines vorigen Rundbrief hat mich auf den Film Gisela on the Road (WDR, 43 min) aufmerksam gemacht, auf diesen umwerfend gut gemachten Dokumentarfilm der Filmemacherin Adama Ulrich über das Leben im Wohnmobil. Hut ab vor Gisela, die als 75-jährige im Wohnmobil lebt und die Winter in Marokko verbringt. Sie liebt das Reisen, setzt sich mit ihrer Vergangenheit als Flüchtling aus Ostpreußen auseinander (heilsam) und macht auch in Marokko lauter positive Erfahrungen mit den Einheimischen, ohne irgendeine der dortigen Sprachen zu sprechen. Hut ab auch vor Adama Ulrich, wie sie diese Lebensart in einem Film gepackt hat. 

Geht es uns (zu) gut?

Mir geht es gut. Ich bin glücklich, gesund, optimistisch und genieße das Leben in vollen Zügen, vielleicht mehr denn je. Zu recht? Ach, wer hat schon recht. Was ich nicht ändern kann, das nehme ich so hin, und was ich ändern kann, das entfacht in mir kreative Kräfte der Veränderung. Hoffentlich habe ich dabei oft genug die Intelligenz, das eine vom anderen zu unterscheiden. 

Der Film, den Spiegel TV Wissen am 21. April von meinem Zusammenleben mit Flüchtingen gemacht hat, ist im Internet leider nicht öffentlich zu sehen, außer für Abonnenten von Spiegel TV Wissen. (Privat darf ich ihn weitergeben. Wer ihn sehen will, schicke mir ein Mail, dann gebe ich einen Link weiter, wo man ihn sehen kann).  In dem Film werden ein paar Gutmenschen (oder gute Menschen?) gezeigt, einer davon bin ich, in drei ineinander geflochtenen Erzählsträngen. Ist das Sozialromantik? Es ist eine Doku mit erzählerischen Elementen., überwiegend realistisch und auch ein bisschen süß. Trotz dem Hauch von Sozialromantik sind dies für mich schöne, ‚historische‘ Bilder aus meinem Leben und von ‚meinem Haus’, bei denen ich mich mich wieder einmal wundere, wie reich Deutschland ist, sich das alles leisten zu können. Wenn wir unseren Reichtum doch nur ein bisschen besser organisieren würden! Man könnte diese schönen sozialen Ergebnisse auch einfacher, menschlicher, gerechter, weniger aufwändig und weniger naturzerstörerisch haben. 

Die »Penetranz der negativen Reste«

Geht es nicht nur mir, sondern »uns« gut? Warum trotz stark sinkender Flüchtlingszahlen die politische und emotionale Problematisierung der Zuwanderung in Deutschland so stark ansteigt, wird in diesem SZ-Artikel über die »Penetranz der negativen Reste« sehr gut erklärt: Das Problem der gelösten Probleme. 

Freundliche Übernahme

Noch diesen Herbst soll das Connectionhaus von der SaugRiassl Mietshäuser Syndikat GmbH übernommen werden. Gut so. Auch wenn wir den notariellen Vertrag hierzu noch nicht gemacht haben, deuten alle Zeichen darauf hin, dass das klappt, und ich bin mehr dann je davon überzeugt, dass diese Art, sich Wohnraum selbstverwalterisch zu organisieren eine gute Sache ist und Schule machen sollte. 

Andreas Benda im Sugatamobil

Und es hat dort noch eine weitere freundliche Übernahme gegeben: Andreas Benda hat dort gestern das Papamo …. äh, Sugatamobil übernommen, um das Kultfahrzeug des ehemaligen Connection-Herausgebers nun auf seinem Hof bei Rottalmünster in Niederbayern selbst zu verwenden. 

Und er hat dort noch mehr vor. Einen Teil der Connection-Bibliothek hat er schon übernommen, der Rest soll folgen. So dass Leselustige wie er dann in den alten Heften, Fotos und den Büchern, die sich über die Jahre im Connectionhaus angesammelt hatten, schmökern können. Sei es auf seiner Ranch in Neugertsham oder sonstwo dort im niederbayerischen Bäderdreieck, wo Andreas ein Seminarzentrum plant.

Das Insektensterben

Fast hätte der Oekom Verlag mal den Connection Verlag gekauft. Schade, es wäre ein guter Deal geworden. Trotzdem bringt der Oekom Verlag auch heute noch gute Bücher heraus und schreibt in einer aktuellen Pressemeldung zu einem gerade erschienenen Buch über das Insektensterben: »Mit beängstigendem Tempo verschwinden Insektenpopulationen. Zahlreiche Arten sind in ihrem Bestand massiv bedroht oder schon ausgestorben. Was sich jetzt auch bei uns abspielt, ist Teil eines globalen Massensterbens, das unser planetares Ökosystem bedroht – und damit unsere ureigene Existenzgrundlage. Den einen Grund für das Problem gibt es nicht, der Hauptverursacher aber steht fest: Es ist der Mensch und seine Art mit dem Planet Erde umzugehen, vor allem in Bezug auf die Landnutzung: Die industriell betriebene Landwirtschaft und der Flächenfraß, verursacht durch immer mehr Häuser, Siedlungen und Straßen, sind die wichtigsten Triebkräfte in Deutschland.« 

Wiederauferstanden von den Toten

Können Bücher (und nicht nur Youtube-Filme) überhaupt noch etwas bewirken? Ich hoffe, sie können es, denn manche Menschen lesen nach wie vor sehr gerne. Einige on ihnen vermissen die Zeitschrift Connection, die für sie ein wertvoller Begleiter war. Für sie und alle die neu hinzu Gekommenen – und überhaupt, ganz wichtig, für die Pflege des Kultes (»Nur Stämme werden überleben«) – gibt es jetzt Trost und Nahrung: die Connection Best-of Bände. Zu den Themen Politik + Spiritualität – die Macht und die Weisheit, Spiritualität: die offene Weite, und Wege der Liebe, Wege der Freiheit. Hier kann man sie bestellen – und gleich noch ein paar der Original-Hefte von anno dazumal mit dazu.

Die höchste aller Künste

Vorschriften? Nicht für mich, ich bin Künstler! Der legendäre Victor Borge, dänischer Pianist, der wegen der Nazis in die USA floh (fliehen die intelligenteren der Juden vielleicht bald in die entgegen gesetzte Richtung?) zeigt am Piano, dass die höchste aller Künste die ist, aus sich selbst eine Witzfigur zu machen. 

Veranstaltungen, an denen ich teilnehme

27.7.-5.8. ist heuer das Pacha-Mama-Camp in Oberkatzbach 1, D-83561 Ramerberg. Nicht zu verwechseln mit dem Pacha Mama Festival in Märstetten, in der Schweiz vom 18.-22. Juli (dort bin ich nicht). Ich bin vom 29. Juli bis 1. August auf dem oberbayerischen Pacha Mama Camp und gebe dort ein paar Spontan-Vorträge und Workshops. 

Am 15.-19. August bin ich Dozent im Modul IV der Anukan-Massage-Ausbildung. Da geht es um Selbsterfahrung und Therapeuten/Klienten-Kommunikation bei professionell Massierenden.

14.-16. 9. nehme ich auf der fränkischen Burg Lisberg an dem (nicht öffentlichen) Fireside-Chat teil. Chemiker, Umweltschützer und ein Freak wie ich sprechen dort (auf Englisch) über das Thema »Faith and Science«. 

In Dresden halte ich am, 27. 9. von 19.30 h bis 22 h einen Vortrag: »Worüber lachst du da?«, über Humor als Aphrodisiakum und Mittel zur Lösung von Konflikten. Mit spielerischen Übungen. Für 25 € (ermäßigt 15 €)

Auf Gut Frohberg gibt es vom 28.9. bis 3.10. wieder ein Tantra für Fortgeschrittene. Bin wieder dabei und am Jahresende auch im Silvester-Retreat.

Vom 3. bis 6. Oktober läuft in Mannheim die von Studenten organisierte MIND-Akademie zum Thema »Norm und Abweichung«. Dort bin ich mit einem 2 h Vortrag (und Workshop) über »Normalität, Innovation und die Kreation der eigenen, individuellen Identität« vertreten.

Am 7. Oktober halte ich von 15 bis 16.30 h in Heidelberg einen Vortrag über Humor, auf Wunsch mit Übungen: Worüber lachst du da? Ort: Praxis für Physiotherapie und Yoga, Landhausstr. 17, 69117 Heidelberg. Kosten: 10/15 €. Anschließend ab 17 h gibt es Lachyoga mit Ulrike Müller (10 €).  

Am 11. November von 14-17 h leite ich in Aschheim bei München einen kurzen Humorworkshop zum Thema »Von der Tragik zur Komik – Humor macht das Leben leichter« (offenbar ein Geheimtipp, denn im Internet finde ich dazu nichts).

Am 24./25. November gibt es mal wieder mal einen Humorworkshop, der über ein ganzes Wochenende geht: »Sind wir komisch?«. Sa 10-18 h, So 9-16 h, in Heidelberg. Für Frühbucher bis 15. Sept kostet er 150 €, danach 190 €. Für Paare 320 €, für Frühbucherpaare 260 €. Wieder in der Praxis für Physiotherapie und Yoga. Weitere Infos auf bewusstseinserheiterung.info. Anmeldung für Vortrag & Workshop in HD: ulmuta@gmx.de. Günstige Übernachtungsplätze bietet Steffis Hostel (Mehrbettzimmer für 23 €).

Von Mitte Januar bis Anfang April 2019 bin ich wieder auf La Palma, die meiste Zeit in Puerto Tazacorte. 13./14. April im BecomeLove (Philosophie der Liebe) auf Gut Pommritz oder im Berliner Hotel Essentis. An Ostern (18. bis 23. April) ist wieder das BeFree Osterfestival (bin wahrscheinlich dabei, ist aber auch ohne mich lohnend), und am 26. bis 28. April gebe ich einen Humorworkshop in oder Nähe Dresden.

RSS abonnieren

Diskussion zu: Unterwegs sein – der Connection-Rundbrief Nr. 168 vom Juli

  1. Du bist gut gebucht. Das ist nicht nur gut für Dich, sondern auch für die Menschheit.
    Na, bald wird der Rundbrief nimmer ausreichen, Deine vielen Termine unterzubringen.

    LG, Bobby

  2. Hallo Sugata,
    lese so und klicke auf den Link des dänischen Pianisten Victor Borge und lande bei „Keine Seite gefunden“. …
    Liebe Grüße aus dem Saarland.

  3. Hallo Michaela,
    danke für den Hinweis! Sorry, ich hatte einen falschen Link eingesetzt und habs grad korrigiert.
    Su

  4. Lieber Wolf,
    es freut mich für Dich, dass es bei Dir einen Neustart gibt, das Leben unterwegs auf Rädern….spannend auch ein Präsent der Freiheit.

    ja, wir alle haben Umbrüche im Leben, so Vieles hat ein Ende und dann ist auf einmal Leere und auch Platz für Neues. Manchmal ist die Leere auszuhalten gar nicht einfach. Sich vom Leben überraschen zu lassen, was kommt ohne oder doch mit Plan? Ein schönes Beispiel dafür, dass es immer weiter geht, Dein neuer Kurs.

    Solltest Du in der Nähe von Köln sein, gerne melden. Evas Platz ist auch ein Besuch wert und ihre Geschichten, die ich in Buchform heute habe, die Kinder von ihr haben ein Jahr später ein Treffen organisiert, wo wir zusammen gekommen sind um mit Freude an sie zu denken. Da habe ich die Sammlung ihrer Geschichten geschenkt bekommen, ein Geschenk für alle verwandten Seelen, ja, das hat mich sehr berührt.

    Es ist nicht immer nur Familie, sondern auch die besonderen Begegnungen im Leben, die man wie Perlen sammeln kann. Am Ende hat man vielleicht eine wunderschöne Kette.

    Liebe Grüße und gute Fahrt Ute

  5. Hi Wolf (Sugat),

    alles Gute für Deine weitere Lebensreise…
    Wenn ´de in Heidelberg bist – kuck doch mal rein in den Hunsrück – is a Traum.. Lass uns a weng austauschen und auf alte Zeiten anstoßen..

    herzlichst Stephan

    kathrein-coaching.de
    romantikmühle.de

  6. Lieber Sugata,
    super, dass du nach Heidelberg kommst!
    Könntest du mir bitte den Link zum Film über u.a. dein Wohnprojekt
    mit den Flüchtlingen schicken? Danke dir.
    Und alles Gute und viel Genuss auf deiner Reise und bei den Seminaren.

    Herzliche Grüße
    Amadi Brauss
    Brauss1@web.de

  7. Lieber Sugata,
    auch ich wünsche Dir ‚Gute Reise‘, äußerlich und innerlich.
    Das Herumreisen stelle ich mir einerseits faszinierend vor, andererseits auch anstrengend- jedenfalls wäre es das in meinem Alter (80!) . Wegen Deiner vielen Engagement-Terminen mit entsprechend viel Menschen-Begegnungen wünsche ich Dir, dass Du zwischendurch immer mal wieder einen abgelegenen, ruhigen, romantischen Parkplatz findest zum……
    Mit herzhaften Grüßen
    Gerhard

  8. Viel Freude und Liebe Dir auf all Deinen Wegen, lieber Wolf.
    Ich würde mich über den Link freuen und mir gern ein Bild machen.
    Du praktizierst das Prinzip genannt „walk your talk“ und das erregt meinen Repekt auch da, wo ich anderer Meinung bin.

    Alles Gute Dir vom Ena (Ottmar).

Dein Kommentar zu: Unterwegs sein – der Connection-Rundbrief Nr. 168 vom Juli

*) Pflichtfelder. E-Mail wird nicht veröffentlicht