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Rubrik: Leben mit Flüchtlingen

Selbsterfahrungsgruppe

Seit ein paar Monaten habe ich den Eindruck als befände sich ganz Deutschland in einer Selbsterfahrungsgruppe. Das Motto »Mensch, erkenne dich selbst«, das am Eingang zu dem berühmtesten Heiligtum der Antike, dem Apollotempel von Delphi stand, war bei uns bisher nur für einige Subkulturen am Rande der Gesellschaft von großer Bedeutung. Heute kann unser ganzes Land, vielleicht die ganze Welt dem nicht mehr ausweichen. Lesen → (Selbsterfahrungsgruppe)

Angst vor Fanatikern

Zwei Tage nach den beiden Familien aus Damaskus und Kabul kamen bei uns drei Männer aus Afghanistan an. Die zuständige Asylsozialberaterin wies ihnen die Zimmer zu und teilte dabei einem Hazara (eine mongolisch-stämmige Ethnie aus Zentralafghanistan) ein Zimmer zusammen mit einem Pashtunen zu. »Das geht nicht«, sagte der Hazara in gebrochenem Englisch, »ich habe Angst!«. Lesen → (Angst vor Fanatikern)

Religion und Tanz 

Mike (so nennt er sich) aus Kabul ist bisher der einzige im Haus, der täglich betet. Ich sah ihn zu Sonnenuntergang in seinem Zimmer, wie er sich dafür nordostwärst richtete. Nordostwärst? Mekka liegt von uns aus südostwärts. Seitdem ich Mike und den anderen das sagte, gelte ich in der oberen WG als Religionsgelehrter. »Nach Nordosten, spinnst du? Du wirst doch nicht Putin anbeten wollten, oder? Dort liegt Moskau!« Sie lachten. Lesen → (Religion und Tanz )

Multikulti, sprachlich und menschlich

Montag Abend hatten wir hier in Niedertaufkirchen ein Treffen im Gasthof Söll, auf dem ein Jurist und der für uns zuständige Asylsozialberater vom Landratsamt unser Dorf über die Flüchtlingssituation informierten. Ungefähr 30 Personen kamen, darunter wir drei von der Connectionhaus-WG, Inge, Peter und ich. Auch vier der Flüchtlinge waren mit uns gekommen: die syrische Familie, die bei uns wohnt. Sie wollten sich zeigen und die Stimmung mitbekommen. Lesen → (Multikulti, sprachlich und menschlich)