22. Dezember 2015
von
Rubriken: Humor, Spirituelles
7 Kommentare
Hände im Himmel
© Bildquellen: Jonas Glaubitz/Fotolia.com / Pakhnyushchy/Shutterstocl.com

Aktive und passive Gnade – oder von Gottes Schlauchboot

Wer sich tiefgehend mit Spiritualität beschäftigt, stößt auf zwei sich scheinbar widersprechende Aussagen. Manche spirituellen Ausrichtungen weisen auf den Wert spiritueller Praxis hin. Sie geben konkrete Anleitung, unser Inneres zu erforschen, um sich aus dem Leiden zu befreien. Andere Lehren betonen den Aspekt der Gnade. Sie meinen, Erlösung oder Befreiung wäre nicht etwas, das man sich erarbeiten müsste – oder überhaupt könnte. Sie kann nur als vom Göttlichen – oder vom SEIN – geschenkt erfahren werden. Meiner Erfahrung nach, sind beide Sichtweisen nur zwei unterschiedliche Seiten derselben „Freiheitsmedaille“.  

Gnade ohne Zutun und Gnade als Tun

Zu dieser Thematik habe ich schon vor einigen Jahren die Begriffe „Aktive Gnade“ und „Passive Gnade“ geprägt. Beide Aspekte bedürfen der Achtung, aber auch der Differenzierung.

Passive Gnade bedeutet, dass uns Erlösung und Freiheit ohne jegliches Zutun unserer Person zu Teil wird. Passive Gnade zeigt sich dann, wenn wir ganz spontan spirituelle Einsichten erfahren und dadurch aus der Illusion des Leidens herausfallen in die Freiheit unserer göttlichen Natur. Wirkt passive Gnade, braucht es keinerlei spirituelle Praxis, keine Meditation, kein Gebet, keine bewusste Selbst-Erforschung, keine aktive Ausrichtung unserer Aufmerksamkeit, rein gar nichts. Sie ist ein vollkommen freies Geschenk, das uns das Göttliche unverdient zukommen lässt. Solche Momente sind wunderbar. Wir dürfen das rückhaltlos annehmen, uns dem hingeben und die Offenbarung der Gnade in vollen Zügen genießen.

Für die meisten Menschen reicht es allerdings nicht aus, kurze Einblicke passiver Gnade geschenkt zu bekommen. Leid erzeugende Gedankenmuster überschatten unsere wahre Natur und trüben wieder unseren Blick für das Göttliche. Dann können wir uns einreden „O.K., ich warte einfach auf den nächsten gnadenvollen Moment“. Oder wir nutzen Selbsterforschung, die ein Zutun von unserer Seite aus braucht. Das nenne ich „aktive Gnade“. Es ist genauso Gnade, wenn uns das Göttliche wirkungsvolle Zugänge und Hilfsmittel kennenlernen lässt, mit deren Hilfe wir unserem Geist durchschauen und von Verdeckungen befreien können. Eine tiefgehende Methode der Selbst-Erforschung, wie zum Beispiel die Forschungsfrage Ramanas „Wer oder was bin ich wirklich?“ stellt ein Geschenk von unschätzbarem Wert dar. Doch es reicht nicht aus, diese Frage einfach nur zu lesen oder zu hören. Es braucht auch die Entschlossenheit das gnadenvolle Geschenk anzunehmen und es anzuwenden. Wir müssen unseren Geist ausrichten und dem Fingerzeig der Frage folgen. Das kann sich manchmal durchaus nach Arbeit anfühlen. Manchmal braucht es unseren bereitwilligen Einsatz, der Anweisung zu folgen und sich nicht ablenken zu lassen. Dennoch ist es Gnade, weil uns auch diese „aktive Gnade“ – genauso wie die „passive Gnade“- zur Freiheit führt.

Hingabe und Entschlossenheit

Aktive Gnade kann sich in verschiedensten Formen zeigen: Eine wirksame Meditationstechnik, ein kraftvolles Gebet, eine Bewusstseinsübung, eine Fragetechnik. Sie wird begleitet von Entschlossenheit und Konzentration. Sie wird getragen von einem unbedingten Willen zur Freiheit, von mutigem Hinterfragen und ausgerichtetem Handeln. Aktive Gnade befreit uns von innen heraus aus dem Gefängnis einer eingebildeten Hilf- und Machtlosigkeit. Sie gibt uns Werkzeuge an die Hand. Sie ermutigt uns. Sie legt uns eine Botschaft ans Herz: „Du lebst in den Mauern eines eingebildeten Gefängnisses. Du hast die Kraft diese Begrenzungen einzureißen. Nutze sie. Krempel die Ärmel hoch. Fang an!“.

Passive Gnade fühlt sich nach Hingabe an. Sie kennzeichnet sich durch Ergebenheit, Demut, Loslassen, Nicht-Tun und Nicht-Handeln. Passive Gnade entspannt uns von der Überheblichkeit zu denken, wir könnten die Erkenntnis des Göttlichen mit Aktivität erzwingen. Sie reißt uns die Werkzeuge wieder aus der Hand und sagt: „Auch dass du dich aus einem Gefängnis befreien musst, hast du dir nur eingebildet. Du kannst und brauchst gar nichts tun, um Wahrheit zu erkennen. Hör mit allem auf. Überlasse alles dem Göttlichen“. Durch aktive Gnade bringen wir unser Denken soweit zur Ruhe, dass es still genug wird, um für passive Gnade empfänglich zu werden. Passive Gnade lässt uns ruhen und ausruhen, um Kraft zu sammeln. Für die Momente, in denen wir aktive Gnade in die Hand nehmen müssen, um die Gitterstäbe unseres illusorischen Gefängnisses auseinanderzusprengen.

Gottes Schlauchboot

Unser gewöhnliches Denken kann die Gleichwertigkeit von aktiver und passiver Gnade nicht verstehen. Es möchte sich am liebsten auf eine Seite festlegen, um ein sicheres Konzept von Wahrheit zu behalten. Doch alle wahren Lehren haben durch das paradoxe Nebeneinander sich vermeintlich widersprechenden Sichtweisen gelehrt. Auch Ramana Maharshi war ein Meister darin. Er spornte seine Schüler mit dem Spruch: „Bemüht euch, Mühelosigkeit zu erreichen“ an und an anderer Stelle beruhigte er sie: „Überlasst alles dem Göttlichen, es wird für euch sorgen“. Wahrheit, die nicht paradox daher kommt, ist eine Erfindung von Lügnern.

Eine kleine Geschichte, die der spirituelle Lehrer Eli Jaxon-Bear erzählt, illustriert wie wir aktive Gnade verpassen, wenn wir zu passiv bleiben:

Eine Familie wird in ihrem Haus von einer plötzlichen Flutwelle überrascht. Mann, Frau und die zwei Kinder steigen aufs Dach, um sich vor den Wassermassen zu retten. Das Wasser aber steigt stetig an. Die Familie klettert auf den Schornstein. Dabei rutscht die Frau ab und wird von den Wassermassen weggerissen. Ein Kind verliert auch den Halt und droht weggespült zu werden. Der Vater greift nach diesem Kind, lässt dabei aber das andere versehentlich los. Er bekommt das erste nicht zu fassen und so werden beide Kinder weggespült. Das Wasser steigt weiter an. In seiner Verzweiflung betet der Mann: „Oh Herr, du hast mir Frau und Kinder genommen. Aber willst du auch mein Leben, oder kannst du mich retten großer Gott?“ Eine dunkle Stimme tönt aus den Wolken „Gut, mein Sohn. Dem sei so. Ich werde dich retten“. Kurz darauf kommt ein Schlauchboot. „Steigen Sie ins Boot“, rufen die Insassen, „wir bringen sie in Sicherheit“. „Nein, nein…“ sagt der Mann, „… fahren sie ruhig weiter. Ich vertraue auf die Gnade Gottes. Er hat mir gesagt, dass er mich retten wird“. Die Leute im Boot schütteln den Kopf und fahren weiter. Ein Rettungshubschrauber kommt geflogen. Eine Strickleiter fällt herab. Aber auch hier verweigert sich der Mann. „Gott persönlich hat mir gesagt, dass er mich retten wird. Fliegt weiter“. Kurz darauf steigt das Wasser noch höher. Der Mann ertrinkt jämmerlich.

Nach seinem Tod wird er im Himmel eingelassen. Empört stürmt er auf Gott zu: „Verdammt, jetzt bin ich tot. Du hattest mir doch versprochen mich zu retten?“ Gott fasst sich an den Kopf, „komisch … “ sagt er langsam und nachdenklich “ … ich dachte ich hätte ein Schlauchboot und einen Hubschrauber geschickt“.

Passive Gnade als ein Warten auf Erlösung misszuverstehen, lässt uns die aktive Gnade übersehen, die uns schon jetzt Schritte aufzeigt, der Erlösung ein gutes Stück entgegen zu gehen. Zu glauben, allein aktive Gnade könnte uns Erlösung bringen, führt uns in eine spirituelle Macher-Mentalität, die sich früher oder später selbst erschöpft. Dann kann uns passive Gnade wieder offenbaren, dass Erlösung nicht am Ende eines anstrengenden Weges wartet, sondern immer schon da ist, wo wir gerade sind.

RSS abonnieren

Diskussion zu: Aktive und passive Gnade – oder von Gottes Schlauchboot

  1. Ich persönlich glaube, es gibt kein Leben ohne Leiden. Alles andere wäre vermessen. Ich kann an ein Leben mit weniger oder unnötigem Leid glauben, aber ganz ohne Leid?

    Die Geschichte mit der Flut kenne ich im übrigen als jüdischen Witz, den ich auch schon erzählt hatte 🙂

    Die sogenannte passive Gnade kann eigentlich nur geschehen, wenn vorher genügend Leid da war. Insofern ist es auch eine „erarbeitete“. Siehe etwa Tolles Lebensgeschichte.

    Ich muss den Artikel nochmal lesen, Torsten.

  2. @Gerhard:

    ich denke, das mit dem Leiden verhält sich anders. Es verschwindet nicht, sondern der Leidende verändert sich – nämlich weg vom identifizierten Betroffenen hin zum Beobachter und zum Gewahrsein des großen Ganzen anstatt der individuellen Leidfreiheit.

    Nun nehme ich deshalb aber nicht an, dass wir Menschen jemals in diesem Sinne „voll verwirklicht“ sind, bzw. niemals da heraus fallen. Wenn ein Geliebter stirbt – wer könnte von sich sagen, dann nicht vom Leiden betroffen zu sein?

    Und das hat ja auch seine Richtigkeit. Das Leben braucht Identifikation, braucht „Leiden-schaft“, um sich zu entwicken.

    Ich wünsche allen frohe Festtage – schön, dass es dieses Blog gibt!

    Claudia

  3. Also gut, ich bin hier das schwarze Schaf, die spirituell Unmusikalische, das paradoxe Element in diesem Blog. Die Rolle gefällt mir.
    Als Kind wurde ich katholisch erzogen und glaubte an Gott, bis ich in der Pubertät merkte, dass das gar nicht stimmte. Aber ich hing noch an einigen Ritualen und schickte in Notsituationen („Leiden“ würdet Ihr das nennen) Stoßgebete zum Himmel.
    Irgendwann habe ich mich davon emanzipiert. Die Vorstellung, dass es keine höheren Mächte gibt, ist für mich kein Verlust, sondern ein Fortschritt. Ich mache niemanden für mein Leiden oder mein Heil verantwortlich als die Umstände und mich selber. Das finde ich befreiend.
    Wäre der Mann auf dem Dach inmitten der Überschwemmung nicht besser dran gewesen, wenn er Atheist gewesen wäre?

  4. @Barbara, ich dachte ich wäre das schwarze Schaf:-)
    @Claudia, danke für die Erklärung, so ist es wohl. Dennoch hätte ich gerne von Torsten eine Antwort:-)

  5. @Barbara: antireligiös ist doch nicht gleich „spirituell unmusikalisch“.

    Mir ging es genauso: als Kind katholisch indoktriniert und geglaubt – bis ich merkte, dass sie mich belogen und Gott nicht existierte. Weil er eben NICHT mit mir sprach, sich überhaupt nicht meldete, wenn es mir richtig beschissen ging. Alles Märchen, genau wie das Christkind, Nikolaus, der Osterhase!

    Damals hab ich mich vom religiösen Glauben abgewendet – für immer.

    Aber wenn nun jemand sagen würde: Gott hat nicht mit dir, sondern „durch dich“ (das Kind) gesprochen – dann kann ich verstehen, was er meint.

    „Gott“ kam im übrigen nur über den „jüdischen Witz“ in diesen Beitrag – zu dem ich ansonsten nichts sagen kann, da ich lange schon nicht mehr nach „Erlösung/Befreiung“, gar Leidfreiheit strebe. (Wir sollten dankbarer sein, weil/wenn/solange halbwegs schmerzfrei…)

    „Wäre der Mann auf dem Dach inmitten der Überschwemmung nicht besser dran gewesen, wenn er Atheist gewesen wäre?“

    Stimmt! Das ist mal eine richtig gute Entgegnung auf diese Story! Nichts hätte den Mann abgehalten, die erste Hilfe anzunehmen, die kam…

  6. 15:43 84 %
    16:43 4 % wenier

    Lieber Gerhard,

    danke für Deinen Kommentar.

    Es ist natürlich die Frage, was man unter dem Begriff „Leiden“ versteht, bzw. dann eben auch unter „Befreiung“ und „Erlösung“. Da gibt es zahlreiche Perspektiven. Meistens beschreibe ich mein Verständnis von Leiden mit zwei wesentlichen Komponenten. Erstens: Wenn wir leiden, gibt es eine starke Identifikation mit einer schmerzhaften Erfahrung, die unsere Person macht, und/oder mit unserer Person an sich, die diese Erfahrung macht. Diese Identifikation führt zu einer verengten, unbefriedigten Wahrnehmung. Diesen ersten Aspekt betont die Lehre des Advaita stark. Zweitens: Wenn wir leiden gibt es eine Reaktion auf die jeweils auftauchende Erfahrung, die sich in einer Art zwanghaften – und großen Teils unbewussten – Schlaufe von Widerstand („Das sollte so nicht sein“) oder Wunschvorstellungen („Das sollte anders sein, als es sich jetzt zeigt“) hängen bleibt. Diesen Aspekte betont die buddhistische Lehre – vor allem in der zweiten edlen Wahrheit. Das ist natürlich hier nur eine grob vereinfachte Beschreibung und es gibt noch andere „Erklärungsmodelle“, die ich hilfreich finde und in meiner eigenen Erfahrung nachvollziehen kann. Zum Beispiel die eher psychologisch-orientierte Variante, wie sie das hypnosystemische Modell (Dr. G. Schmidt) aufzeigt – und viele mehr. Aber hier möchte ich einfach Mal die erwähnten beiden ersten Sichtweisen gebrauchen, um den Leidensbegriff genauer zu fassen.

    Oft findet Identifikation und reaktive Bewertung dann statt, wenn körperlicher oder emotionaler Schmerz erfahren wird. (Manchmal aber auch sehr wohl mit „positiven“ Erfahrungen) Wenn Du, Gerhard, schreibst, dass es „kein Leben ohne Leiden“ gibt, verstehe ich es in diesem Sinne eher so, dass es kein Leben ohne Schmerz gibt. Da würde ich Dir im allgemeinen zustimmen. Körperlicher Schmerz (bei Krankheiten, Unfällen usw.) und emotionaler Schmerz (bei Verlust, Nicht-Erfüllung psychologischer Bedürfnissen usw.) gehören zur menschlichen Existenz dazu. Doch wenn Schmerz erlebt wird bleibt die Frage, ob es dann auch eine gleichzeitige Identifikation mit dem Schmerz, oder der Person, die den Schmerz empfindet, und ob es einen fortgesetzten Widerstand oder hartnäckiges Anders-haben-Wollen geben muss.

    Und darin sehe ich die Botschaft der meisten spirituellen Ausrichtungen: Sie beschreiben, dass es eben auch möglich ist, Schmerz auf eine nicht-identifizierte, nicht-wertende, nicht-reaktive Weise zu erleben. Dann wird Schmerz nicht mehr als Leiden erfahren, sondern eröffnet sogar die Möglichkeit zur Transformation und Transzendenz. Ich will hier aber keineswegs ein neues Ideal aufstellen, dass es immer möglich sein sollte, Schmerz auf diese „leidfreie“ Weise zu erfahren. Das kann schnell neuen Stress erzeugen. Aber dass es einen massiven Unterschied der beiden Arten des Erlebens gibt, ist für mich aus eigenen Erfahrung überdeutlich. Und meine Erfahrung ist auch, dass diese spirituelle Freiheit in allen Lebensfeldern erfahren werden kann und mein Leben völlig umgekrempelt hat. Eben von einem Leben in der Vermeidung von Schmerz und damit in der Gefangenschaft im Leid, in ein Leben der Offenheit für jede Erfahrung – einschließlich des Schmerzes – und der Ausbreitung eines umfassenden inneren Friedens. Schließlich erweist sich dann dieser Frieden als unberührt sowohl von den wieder auftauchenden Schmerzerfahrung, als sogar der wieder auftauchenden Leidverwicklungen. Dann zeigt sich eine Meta-Freiheit, die vollkommen menschlich, weil sie menschlichen Schmerz offen erfährt, und zugleich übermenschlich ist, weil sie menschlichen Schmerz transformiert und integriert und zu einer Ebene vordringt (oder wie Wolf vielleicht sagen würde „einsinkt“), die unangetastet bleibt.

    Was eine „atheistische Haltung“ angeht: Meiner Ansicht nach gibt es verschiedene Formen von spirituellen Sichtweisen. Die traditionell-religiöse Perspektive glaubt an Bilder von Gott, die das Göttliche außerhalb des Menschen ansiedelt und orientiert sich an Regeln und Rollen diesem Gott zu gefallen und zu dienen. Eine reifere Haltung stellt alle diese Gottesbilder kritisch in Frage und löst sie durch Vernunft gestütztes Denken ab. Da ist eine atheistische, aufgeklärte Haltung, die in gewisser Weise „spiritueller“ als eine traditionell-religiöse Haltung ist, auch wenn sie sich „atheistisch“ nennt. Eine Zeit lang habe ich mich selbst in diesem Sinne als „atheistisch“ bezeichnet. Bei mir veränderte sich dann nochmal die spirituelle innere Erfahrung mit der Infrage-Stellung der Vernunft, dem Gelangen an die Grenzen der Ratio, bzw. der inneren Erforschung, wer oder was eigentlich der Denker ist, der die kritischen Gedanken erlebt. Hier eröffnete sich für mich der stille, reglose Seinsgrund. Er ist letztlich namenlos, aber zugleich wurde der Name „Gott“ wiederbelebt mit der frischen Erfahrung von überströmender Liebe und zeitloser Ewigkeit, die sich in der Stille zeigten. Dann ist „Gott“ allerdings nicht mehr „da draußen“, sondern wird sowohl als der eigene innerste Wesenskern, als auch als der alles umfassende kosmische Raum erfahren. Die Erfahrung „Gottes“ hat dann auch primär nichts mit Ritualen, Regeln oder inneren Bildern von Gottheiten zu tun. Es hat mehr den Geschmack einer stillen Einkehr. Die Offenbarung formloser Leere. Weder überlieferte Regeln und Glaubenssätze, noch ein rein rational-kritischer Verstand werden mehr als Hauptbezugspunkt der Wahrnehmung akzeptiert, sondern primär tut sich eine stille Intelligenz auf, die sich von zwanghaftem Denken befreit hat, aber sowohl bildhafte Beschreibungen, als auch kritisches Denken nutzen kann, wenn diese Funktion gebraucht wird.

    So jedenfalls in etwa ein paar Worte über „meine“ Erfahrung.

    herzlich

    Torsten

  7. ich bin auch der Meinung, dass die Gnade uns passiv entgegenkommt, selbst der Glaube an den Herrn Jesus ist ein Gnadengeschenk, denn Gott muss uns erst mal zu sich ziehen, wir können ihn von uns aus nicht suchen, da wir zu verdorben sind.

Dein Kommentar zu: Aktive und passive Gnade – oder von Gottes Schlauchboot

*) Pflichtfelder. E-Mail wird nicht veröffentlicht